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Aus der Stadt Wilde Müllhaufen locken Ratten in Marienwerder an
Hannover Aus der Stadt

Ärger in Marienwerder: Wilde Müllhaufen locken Ratten in Marienwerder an

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08:03 25.11.2019
Neben den Containern auf dem Parkplatz am Netto-Markt wird immer wieder illegal Müll entsorgt. Quelle: Foto: Nina Hoffmann
Marienwerder

Aufgeplatzte Müllsäcke, Verpackungen von Fast-Food-Ketten und Essensreste türmen sich neben den Abfallcontainern am Netto-Parkplatz an der Großen Pranke 3 in Marienwerder. Der Unrat sieht nicht nur unappetitlich aus, die Müllhaufen ziehen offenbar auch Ratten an. Nicht nur vor dem Discounter, auch auf anderen Grundstücken in Marienwerder habe sie die widerspenstigen Nager bereits entdeckt, berichtete Anwohnerin Ingrid Rezepka. „Niemand kümmert sich um Marienwerder, niemand fühlt sich verantwortlich, und der Stadtteil verdreckt immer mehr“, klagte Rezepka jüngst in der Bürgersprechstunde des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken.

Müll vor dem Netto-Markt. Quelle: Hoffmann

Die Bezirksratspolitiker kündigten Unterstützung an. „Das Problem mit dem Müll vor Netto ist mir auch schon des Öfteren aufgefallen“, sagt etwa Wolfgang Neubauer, Fraktionsvorsitzender der CDU, der selbst in Marienwerder lebt. „Ich werde mich mit der Stadt darüber auseinandersetzen.“

Aha hat neue Müllmelder-App

Darius Pilarski vom Stadtbezirksmanagement verwies außerdem auf die Initiative Hannover sauber!“. Per App könne man die Müllansammlungen ganz einfach melden. Anwohnerin Rezepka sieht das Problem allerdings woanders. „Aha leistet gute Arbeit und holt den Müll regelmäßig ab“, betont sie. „Aber solange zwischen Garagenwand und Müllcontainern so viel Platz ist, werden Müll und Essensreste weiterhin in diesen Zwischenraum geworfen.“ Rezepka schlägt deshalb vor, die Container weiter nach hinten zu schieben.

Dass gerade Müllcontainer beliebt bei Ratten sind, weiß auch Günter Schaper. „Durch die Gerüche aus den Containern werden Ratten angelockt“, erklärt der Schädlingsbekämpfer aus Laatzen. „Lebensmittelreste und Feuchtigkeit ziehen die Tiere an.“ Und gerade in diesem Jahr scheint es in Hannover viele Ratten zu geben.

Mehr Hinweise auf Ratten

Beim Fachbereich Öffentliche Ordnung sind vermehrt entsprechende Hinweise eingegangen. Das müsse zwar nicht zwingend daran liegen, dass es auch mehr Ratten als gewöhnlich gibt, so Dennis Dix, Sprecher der Stadt. Doch auch Schädlingsbekämpfer Schaper stellt fest: „Ich würde schätzen, dass wir in diesem Jahr etwa 30 Prozent mehr Ratten haben.“

Müll vor dem Netto-Markt. Quelle: Hoffmann

Netto kontrolliert regelmäßig

Netto-Kunden müssten sich laut Discounter aber nicht wegen der Schädlinge sorgen. Die Filialen würden in regelmäßigen Abständen untersucht – während des letzten sogenannten Schädlingsmonitorings wurden demnach keine Ratten festgestellt.

Damit Anwohner allerdings ungestört ihren Müll in den Containern abladen können, müssen sie darauf achten, dass kein Abfall neben den Tonnen landet. „Ratten werden von guten Nahrungsangeboten angezogen“, sagt Stadtsprecher Dix. „Deshalb appellieren wir an dieser Stelle an alle Nutzer öffentlicher Flächen, im Freien keine Essensreste liegen zu lassen, sondern ordnungsgemäß zu entsorgen.“

Ratten auch am Stöckener Marktplatz?

Dass dieser Appell nicht nur für Marienwerder, sondern für alle Stadtteile gelten muss, machten weitere Besucher der letzten Stadtbezirksratssitzung deutlich. Bürger berichteten über Sichtungen von Ratten auf dem Stöckener Marktplatz und in weiteren Gegenden des Stadtbezirks. „Das Problem mit den Ratten ist auf keinen Fall lokal begrenzt“, sagt Günter Schaper. „Eine korrekte Müllentsorgung ist deshalb überall wichtig.“

Kommentar: Bitte nicht füttern

In Marienwerder sagt ein Schädlingsbekämpfer, er habe in diesem Jahr etwa 30 Prozent mehr Ratten gezählt – und für diese Zunahme der Population ist größtenteils der Mensch verantwortlich. Wer mit Lebensmittelresten nachlässig umgeht, füttert Ungeziefer wie Ratten oder Kakerlaken.

In Herrenhausen-Stöcken ist man mit dem Problem übrigens nicht allein. In Langenhagen spricht man bereits von einer Rattenplage. Kürzlich hat es eine Runde mit Verwaltungsspitze, Schädlingsbekämpfung und Ordnungsabteilung gegeben. Rattensichtungen gibt es beispielsweise am Wertstoffsammelplatz am ehemaligen Hallenfreibad in Godshorn. Mittlerweile sind Schädlingsbekämpfer im Auftrag der Stadt unterwegs.

Von Rüdiger Meise

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Von Nina Hoffmann

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