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Aus der Stadt OB-Kandidat der AfD spaltet Hagenburger Chor – Austritt gefordert
Hannover Aus der Stadt

AfD-OB-Kandidat Wundrak spaltet Hagenburger Chor

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16:52 09.10.2019
Der Chor „Meermusik“ beim Kapellenweihfest in Winzlar im September – mit dabei war auch Joachim Wundrak (hinten links), um den jetzt ein Streit entbrannt ist. Quelle: Schaumburger Nachrichten (Archiv)
Hagenburg/Hannover

Im Umgang mit der AfD gibt es zwei Lager: Die, die mit den Mitgliedern über deren Ansichten diskutieren wollen, und die, die sich einem Dialog verweigern. Das gleiche gilt offenbar bei der Frage, ob mit einem AfD-Mitglied gemeinsam gesungen werden kann. Darüber ist nämlich jetzt innerhalb des gemischten Chors Altenhagen-Hagenburg „Meermusik“ ein Streit entbrannt. Denn dort, im Kreis Schaumburg, singt Joachim Wundrak, der AfD-Kandidat für das Amt des hannoverschen Oberbürgermeisters.

Mitglieder scheitern mit Rauswurf-Bitte – und gehen selbst

Seit fast einem Jahr ist der Drei-Sterne-General a.D. nun schon im Chor aktiv. Mitglieder seien sogar ausgetreten, weil der Vorstand sich geweigert hat, ihrer Forderung zu folgen, Wundrak aus der Gemeinschaft zu werfen. Dabei habe es sich jedoch um maximal drei der insgesamt 100 Sänger gehandelt. Dies erklärt der Vorsitzende Andreas Rose. Er sagt aber auch: „Wir sind kein politischer Chor und werden uns auch nicht instrumentalisieren lassen.“

Will für die AfD Oberbürgermeister in Hannover werden: Joachim Wundrak. Quelle: Samantha Franson

Satzung verhindert einen Ausschluss

Rose begründet die Haltung der Führung mit der Satzung des Vereins. In dieser sei festgeschrieben, dass kein Mitglied aufgrund seiner Parteimitgliedschaft ausgeschlossen werden dürfe. Außerdem habe sich Wundrak innerhalb des Chores nie politisch geäußert – dem Vorstand fehle also jegliche Handhabe für einen Ausschluss.

„Ich frage mich, ob dies in unserer heutigen Zeit noch eine zeitgemäße Satzung ist, die es wert ist, verteidigt zu werden“, schreibt ein Sänger, der anonym bleiben möchte. Schließlich handle es sich „nicht um einen Mitläufer der einmal im Jahr zu einer Vollversammlung geht, oder den gemeinen AfD-Wähler“, sondern um den Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt einer niedersächsischen Partei, die vom Verfassungsschutz geprüft wird. Dies könne ja nicht im Sinne der Satzung sein.

Chorleiterin: Jeder darf mitsingen

Dies sieht Chorleiterin Annette Wiborg anders. Man könne doch nicht willkürlich Menschen ausschließen. „Ich habe deutlich gemacht, dass ich den Chor nicht mehr dirigieren kann, wenn das hier so läuft“, erklärt Wiborg. Solch eine Entscheidung wäre konträr der Satzung gewesen, in der nun einmal festgelegt sei, dass Menschen „gleich welcher politischen Gesinnung“ mitsingen dürfen, betont auch sie.

Vorstand: Chor leidet unter der Lagerbildung

Nach den Worten Roses habe sich Wundrak zudem in „vorbildlicher Weise in den Chor eingebracht“. Das Thema AfD sei erst im Zuge seiner Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt „aufgeploppt“, wie der Vorsitzende sagt: „Das hat sich richtig hochgeschaukelt.“ Der Vorstand habe versucht, klar zu machen, dass „hier nur gesungen wird“.

Dass sich nun Mitglieder an die Presse gewandt haben, sieht Rose als Versuch, „Druck aufzubauen“. Dies sei jedoch für den gesamten Chor von Nachteil. Er wolle unbedingt eine Lagerbildung vermeiden.

Wundrak selbst wollte sich am Mittwoch auf Anfrage zu diesem Thema nicht äußern.

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