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Aus der Stadt Zigtausend Euro Preisgeld beim „Landwirtschaftssimulator“: Willkommen in der Bauern-Bundesliga!
Hannover Aus der Stadt

Agritechnica: E-Sport-Turnier mit dem Landwirtschaftssimulator 19

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21:00 14.11.2019
Wer stapelt am schnellsten? Virtuelles Spiel vor Publikum auf dem Messegelände. Quelle: Navid Bookani
Hannover

Draußen: echte Landwirte, echte Trecker, echte Maschinen. Drinnen: auch echte Landwirte, jedenfalls einige, aber virtuelle Trecker, die auf einem virtuellen Feld virtuelle Heuballen auf einen virtuellen Hänger laden. Im Pavillon 32 unter dem Holzdach auf dem Messegelände wird gezockt, also das gemacht, was früher Videospiel hieß und heute als E-Sport einen nicht abebbenden Boom erlebt.

Das Spiel heißt Landwirtschaftssimulator 19, und man ist nicht allein, sondern spielt vor Publikum. Eigentlich geht es bei dem Spiel um alles, was auf echten Bauernhöfen anfällt, vom Pflügen bis zum Pferdefüttern, es geht um Kaufen und Verkaufen und um effizientes Arbeiten und Wirtschaften. Das würde hier zu lange dauern. Deswegen werden einfach Ballen gepresst, gestapelt und in die Scheune gefahren. Wer in einer Viertelstunde mehr hat, gewinnt.

Am Freitag kommen die Profis

Sechs Spielplätze gibt es auf der Bühne, über der ein riesiger Bildschirm zum Mitverfolgen hängt. Ein Moderator moderiert moderat, erklärt, analysiert, interviewt. Am Mittwochmittag sitzen vor der Bühne etwa hundert Zuschauer. Einige wollen auch mal. Andere gucken nur. Wieder andere machen einfach Pause. Es ist ein Event. Aber es ist erst das Vorspiel.

Am Freitag und Sonnabend kommen die Cracks und spielen ein Turnier. Bis dahin ist Schnuppertag, man kann zugucken oder auch mal selbst versuchen. Anton aus Österreich hat sieben Ballen geschafft. Ist zwar nur Spaß, aber ein bisschen mehr hatte er sich erhofft. „Ich spiele das schon seit zehn Jahren“, sagt der Landwirtschaftsschüler aus Granitztal in Kärnten, der mit der Schule hier ist und zwei Tage auf der Messe bleibt. Er verbringe schon eine Menge Zeit mit diesem und anderen Spielen, sagt er, die Darstellung sei schon „ziemlich realistisch“.

Die Schlauchfarbe muss stimmen

Was kein Wunder ist, wie Lars Malcharek erläutert. Er arbeitet bei Giants Software, der Firma, die das Spiel entwickelt hat und nun auch selbst die Vermarktung mit einer eigenen E-Sports-Liga vorantreibt – ähnlich wie beim Fußball, wo es ebenfalls eine offizielle Liga gibt. Und genau wie sich dort die Bundesligavereine mit eigenen Mannschaften einbringen, arbeitet Giants Software bei der Entwicklung eng mit den großen Maschinenherstellern zusammen.

Schließlich kann man sich als Spieler den Traktor aussuchen, und der soll schon so aussehen wie der echte. „Wenn wir da Fehler machen, wenn da eine Schraube falsch sitzt oder die Farbe eines Schlauchs nicht ganz stimmt, bekommen wir das sofort zu hören. Viele unserer Spieler sind vom Fach. Oder wenigstens vom Dorf.“ Neue Modelle werden virtuell nachgebaut und in Abstimmung mit dem entsprechenden Hersteller in die Auswahl genommen. Die Agritechnica sei für Giants Software „eine Goldgrube“, sagt Malcharek. Auch für die Weiterentwicklung des Spiels. Man trifft sich eben in Pavillon 32.

Fünfmal Training in der Woche

Dabei soll auch die Farmer Simulator League beworben werden. „Das ist ziemlich neu. Die Liga gibt es erst seit Juni“, sagt Malcharek. Das Turnier am Wochenende auf der Messe ist das siebte offizielle in diesem Jahr. 12.000 Euro Preisgeld werden verteilt, am Ende der Saison noch einmal weitere 100.000. Die Teams trainieren fünfmal die Woche, und sie kommen mit Trikots, Mannschaftskapitän und Trainer. Viele sind Werksmannschaften der Hersteller wie John Deere, Trelleborg, Krone oder Horsch. Männer vom Fach. Vor allem Männer. Frauen auf dem Trecker in der Farmer-Liga? „Sehr wenige.“

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