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Aus der Stadt Schüler pflanzen 130 Eichen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Schüler pflanzen 130 Eichen in Hannover
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00:21 16.03.2019
Juliana (rechts) und Emily (links daneben) müssen sich erst einmal in den Waldboden arbeiten. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Zwar ist der Boden feucht, aber ganz einfach ist das doch nicht. Emily und Juliana brauchen am Mittwochmorgen mehrere Anläufe, bis das Loch in einem Waldstück in der Seelhorst in Hannover für die junge Eiche große genug ist. Dann versenken sie die Wurzel, Juliana schüttet Erde in das Loch und Emily tritt den Boden mit ihren Schuhen fest, auch wenn die nicht unbedingt fürs Bäumepflanzen geeignet sind.

Schüler sollten Projekt selbst planen

Die beiden Schülerinnen, 18 und 20 Jahre alt, gehören einer Handvoll Schülern der Berufsbildendenen Schule (BBS) 14. Die Schüler der 12. Klasse, die auf das Fachabitur zussteuern, sollten ein nachhaltiges Projekt selber planen. „Wir haben erst lange überlegt, was wir machen könnten“, berichtet Emily. Dann sei ihnen die Idee gekommen, Bäume zu pflanzen. Und sie wandten sich an die Stadt, ob es dazu eine Möglichkeit gibt.

Stadt unterstützt Projekt in der Seelhorst

Jetzt stehen die Schüler draußen mit Händen in den Taschen an einer Fläche nahe des Messeschnellwegs, wo stattliche Buchen gefällt werden mussten. Die Buchen waren vom Brandkrustenpilz befallen, deshalb habe die Gefahr bestanden, dass die Bäume, direkt an einem beliebten Laufweg gelegen, umfallen könnten. Auf dem Wagen der Forstmitarbeiter stapeln sich die gebündelten Eichen. Insgesamt 130 Bäume sollen in dem kleinen Stück gepflanzt werden.

An Eichen siedeln sich besonders viele Lebewesen an

„Es war uns wichtig, dass wir Eichen pflanzen“, berichtet Emily. Denn an diesem Bäumen siedelten sich besonders viele andere kleine und größere Lebewesen an, erläutert sie. Und auch die Stadt sei stark am Erhalt der Eichen in ihrem Stadtwald interessiert. Eigentlich werde in der Forstwirtschaft heute die natürliche Vermehrung der Bäume bevorzugt. Aber bei der Eiche muss man nachhelfen. „Die Eiche ist leider konkurrenzschwach gegenüber anderen Bäumen“, berichtet er.

Forstwirtschaftsmeister Daniel Freimann hat zunächst die ungefähren Pflanzstellen für die zwei Jahre alten Eichen markiert, jetzt sieht er zu, dass jeder der Schüler einen Spaten in der Hand hält und Pflanzlöcher buddelt. Auch wenn das angesichts störender Wurzeln im Waldboden nicht immer ganz einfach ist.

Schüler lernen den Förstergriff

„Wenn ihr den Boden festgetreten habt, dann kommt der Förstergriff“, erklärt Freimann. Mit zwei Fingern wird dazu an der Pflanzenspitze versucht, die Eiche nach oben zu ziehen. Gibt sie nicht nach, sitzt sie fest genug. Dann wird um die junge Eiche noch eine Wuchshülle gestülpt. Die verhindert zum einen, dass die Rinde von Rehen angeknabbert wird. Und sie sorgt für ein feuchtes und warmes Mikroklima. Dann wird noch ein kleiner Pfahl in den Boden gehauen, damit die junge Eiche erst einmal einen sicheren Stand hat.

Für die Schüler ist das ein schweißtreibender Schultag. Am Donnerstag werden sie in ihrer Schule von dem Projekt berichten. Und in rund 20 Jahren können sie sich in der Seelhorst 10 bis 15 Meter hohe Eichen anschauen, für die sie einst im feuchten Waldboden die Löcher gebuddelt haben.

Von Mathias Klein

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