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Aus der Stadt Polizei ermittelt gegen Vorstand von Ditib-Moschee wegen gefährlicher Körperverletzung
Hannover Aus der Stadt

Altgarbsen: Polizei ermittelt gegen Vorstand von DITIB-Moschee wegen gefährlicher Körperverletzung

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00:15 22.06.2019
Symbolbild Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Ein Familienfest in einer Moschee in Altgarbsen ist am Sonntag aus dem Ruder gelaufen. Der Vorsitzende der Ditib-Gemeinde in der Bachstraße soll gemeinsam mit seiner Ehefrau eine 38-Jährige verprügelt und verletzt haben. Das Opfer wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei ermittelt gegen das Ehepaar wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Zwei Tage lang hatte die türkisch-islamische Gemeinde am Wochenende ihre Mitglieder und Nachbarn zu einem großen Fest mit Tanz, traditionellen Speisen und Spielen für Kinder eingeladen. Es endete mit Kratzen, Beißen und An-den-Haaren-Ziehen. Gegen 17.45 Uhr soll die 32-jährige Ehefrau des Moschee-Vorsitzenden vor dem Gebetshaus die 38-Jährige attackiert und ihr ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend, so steht es im Polizeibericht, habe sich der 46-Jährige in das Geschehen eingemischt und ebenfalls auf das Opfer eingeschlagen.

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Am Rande eines Familienfestes soll sich der Vorfall ereignet haben. Quelle: Screenshot

Verdächtiger soll Opfer wüst beschimpft haben

Die 38-Jährige soll daraufhin die Angreiferin gebissen haben, sodass die 32-Jährige von ihr abgelassen habe. „Die Frau ist dann weggerannt“, sagte ein Zeuge der HAZ. Der Moschee-Vorsitzende sei hinter der Flüchtenden hergerannt, habe sie wüst beschimpft und erneut auf sie eingeschlagen, nachdem er sie eingeholt hatte. Erst dann sollen Umstehende dazwischengegangen sein, um den 46-Jährigen festzuhalten und die Polizei zu verständigen.

Der 46-Jährige wollte sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht äußern. Auf Anfrage der HAZ teilte er lediglich mit, er sei am Montag, einen Tag nach dem Vorfall, von seinem Amt zurückgetreten. Auch Cahide Sömnez, die stellvertretende Vorsitzende der Moschee, wollte sich weder zu dem Rücktritt noch zu dem Vorfall am Rand des Familienfestes äußern.

Hintergründe der Auseinandersetzung sind unklar

Über die genauen Hintergründe des Angriffs auf die 38-Jährige ist der Polizei bislang nichts bekannt. Die Ermittler werden in den kommenden Wochen Zeugen vernehmen und auch die Verdächtigen und das Opfer befragen. Ob der 46-Jährige und seine Ehefrau sich für die Tat vor Gericht verantworten müssen, hängt von der Einschätzung der Ermittlungsergebnisse durch die Staatsanwaltschaft ab.

Von Tobias Morchner

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