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Aus der Stadt Gestank vorbei? Alu-Betrieb investiert 12 Millionen in Reinigung der Abluft
Hannover Aus der Stadt

Ammoniakgestank in Hannovers Norden: Firma Befesa investiert Millionen in Reinigung

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17:26 24.06.2019
Die Halle soll hermetisch geschlossen, die Luft chemisch gereinigt werden: Die Firma Befesa Salzschlacke am Brinker Hafen 6. Quelle: Samantha Franson
Hannover/Langenhagen

Zahlreiche Anwohner in Hannovers Norden können aufatmen – im Wortsinne. Nach jahrelangen Beschwerden über beißenden Ammoniakgestank, der von der Aluminiumaufbereitung der Firma Befesa am Brinker Hafen ausgeht, hat das Unternehmen jetzt eine Investition in Höhe von 12 Millionen Euro zugesagt. Die Hallen, in denen die Gase entstehen, sollen hermetisch abgeriegelt werden, die Luft werde in einem chemischen Prozess gereinigt, teilt Betriebsleiterin Laura Ribera mit. Man habe der Gewerbeaufsicht zugesagt, an einer Lösung zu arbeiten, um „alle Beteiligten zufriedenzustellen“.

Ammoniakgestank: Keine Gefahr

Damit geht eine juristische Kuriosität zu Ende, die viele Betroffene als Zynismus bezeichnet haben. Denn das Gewerbeaufsichtsamt hatte bei seinen Messungen festgestellt, dass keine Grenzwerte überschritten werden. Das war richtig, weil das Amt nur mögliche Gesundheitsgefahren zugrunde legen darf. „Der Gestank aber war wirklich schlimm“, sagt Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke. „Manchmal konnte man kaum atmen“, und als sie einmal in der Nachbarschaft gegessen habe, sei ihr „wirklich schlecht geworden“. Die Beschwerden zogen sich quer durch die Wohngebiete von Vinnhorst ,Brink-Hafen und dem Langenhagener Ortsteil Wiesenau. Vor allem an Wochenenden war es schlimm. Anwohner vermuten, dass dann die Hallen durchgelüftet werden.

Befesa will Produktion in Hannover ausbauen

Befesa sieht sich als industrieller Umweltdienstleister. Das Unternehmen bereitet nach eigenen Angaben in Werken weltweit jährlich 130.000 Tonnen Industrieabfälle wie Aluminiumsalzschlacke oder Stahlstäube auf, sodass 60.000 Tonnen davon wieder als Wertstoffe genutzt werden können. Offenbar hat man sich angesichts ständiger Kritik an den Geruchsemissionen jetzt entschieden, auch in die Lebensqualität der Nachbarn zu investieren. Möglicherweise hat es auch einen Deal gegeben: Das Unternehmen stellt Anträge auf Produktionserweiterung und braucht jetzt das Wohlwollen der Behörden. Man hoffe, dass die Genehmigung für die neue Lüftungsanlage und die Produktionserweiterung 2019 erteilt werde und Ende 2020 mit beidem in Betrieb gehen zu können, heißt es in einer Mitteilung.

„Für die Anwohner ist das eine richtig gute Nachricht“, sagt Bezirksbürgermeisterin Geschke. Sie hatte 2018 alle Beteiligten inklusive der Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette an einen Runden Tisch geholt, der dreimal getagt hat, zuletzt im Mai. Dort habe sich zuletzt abgezeichnet, dass eine Lösung bevorstehe.

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März 2019: Deshalb stinkt es nach Ammoniak in Wiesenau

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Von Conrad von Meding

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