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Aus der Stadt Fürst zu Schaumburg-Lippe muss für zu schnelles Fahren zahlen
Hannover Aus der Stadt Fürst zu Schaumburg-Lippe muss für zu schnelles Fahren zahlen
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00:18 17.01.2019
Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Gewöhnlich ziehen Prominente ihre Einsprüche in Bußgeldverfahren kurz vor dem Beginn eines öffentlichen Prozesses zurück – nicht aber Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. Am Montag wurde er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung zu einer Geldbuße von 55 Euro verurteilt, doch das für ihn offenbar wesentliche Ziel – keinen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei zu kassieren – erreichte er mit seinem Einspruch gegen einen Strafbefehl.

Der 60-Jährige war in seinem Audi am 16. Mai 2018 um 22.40 Uhr auf der Vahrenwalder Straße nahe dem Wasserturm geblitzt worden – mit Tempo 72 statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde. Sein Verteidiger Max von Gyldenfeldt setzte alles daran, den Strafbefehl von ursprünglich 80 Euro vom Tisch zu bekommen oder wenigstens zu entschärfen. Denn damit verbunden gewesen wäre ein Punkt in der Verkehrssünderdatei. Sein Mandant musste zur Verhandlung bei Amtsrichter Jörn Thyen nicht persönlich erscheinen, weil der Fürst kurz vor Prozessbeginn zugegeben hatte, tatsächlich der Mann auf dem Blitzerfoto zu sein.

Von Gyldenfeldt äußerte Zweifel, ob die nächtliche Messung auf der Vahrenwalder Straße rechtens war. So sei in den Unterlagen der Behörden entgegen den Vorgaben der physikalisch-technischen Bundesanstalt nur der unmittelbar von der Kamera abgedeckte Fotobereich dokumentiert worden, aber nicht der 50 bis 70 Meter vor dem Blitzer befindliche Messbereich. Zudem fehlten auf dem Eichschein für die Anlage ein Dienstsiegel und eine Unterschrift. „Das Recht gilt für jeden, egal ob bürgerlich oder adlig“, erklärte der Verteidiger. Abgesehen davon sei sein Mandant im Internet bereits einem Shitstorm ausgesetzt gewesen, nachdem der Vorwurf der Geschwindigkeitsübertretung bekannt geworden sei.

Es fehlt ein Siegel

Jörn Thyen wies darauf hin, dass der Kamera an der Vahrenwalder Straße viele Autofahrer zum Opfer fielen und das Amtsgericht schon häufig mit Prozessen zu dieser Messstelle befasst gewesen sei: „Da fahren viele zu schnell.“ Ein Dekra-Sachverständiger habe den Blitzer jedoch bereits überprüft und für technisch zulässig erklärt. Allerdings musste der Richter dem Anwalt Recht geben, dass auf dem Eichschein tatsächlich Siegel und Unterschrift fehlen. Wegen dieses Mangels und aufgrund der Tatsache, dass der Audi nur wenig schneller als 70 km/h unterwegs war – bei diesem Tempo wären nur 35 Euro ohne Punkt fällig gewesen – reduzierte Thyen die Strafe.

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe war in den vergangenen Jahren schon mehrmals wegen zu schnellen Fahrens aufgefallen, hatte sich vor Gerichten auch schon gegen erheblich höhere Strafen und drohende Fahrverbote gewehrt. Mit den 55 Euro Bußgeld – ohne den Aufschlag eines Verkehrssünder-Punkts in Flensburg – scheint er nun aber leben zu können. Auf jeden Fall mochte sein Verteidiger die Idee, zur Zulässigkeit des Tempoblitzers ein Sachverständigengutachten einzuholen, nach dem Entgegenkommen des Amtsgerichts nicht länger verfolgen, und erklärte sich mit dem Strafmaß einverstanden.

Von Michael Zgoll

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