Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Vermeintlicher Autokäufer behielt Mietwagen ein
Hannover Aus der Stadt

Amtsgericht Hannover: Vermeintlicher Autokäufer behielt Mietwagen ein - und kassiert Strafbefehl über 2500 Euro

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 23.06.2019
Der Angeklagte ließ sich in den Räumen des Amtsgerichts am Volgersweg nicht blicken. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

 Ein mutmaßlicher Betrüger, der sich bei einem Autohaus in Groß-Buchholz unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen E-Klasse-Mercedes lieh und der Firma Mietkosten in Höhe von 3631 Euro schuldig blieb, sollte sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Hannover wegen Betrugs verantworten. Doch ließ sich Kevin R. (26) nicht im Sitzungssaal blicken, deshalb erließ Amtsrichterin Sylvia Riedel im Einklang mit der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl zur Zahlung von 50 Tagessätzen à 50 Euro.

Der Trick, mit dem sich der 26-Jährige im Juli 2018 das Vertrauen des Autohauses erschlich: Er orderte zunächst ein Neufahrzeug, einen mit vielen Extras ausgestatteten Mercedes C 300 d im Wert von mehr als 80.000 Euro. Um die Wartezeit bis zur Auslieferung des Autos zu überbrücken, bat R. um die Überlassung eines Mietwagens – woraufhin ihm der E-Klasse-Mercedes zur Verfügung gestellt wurde.

Anzeige

Schloss ausgetauscht

Weil der vermeintliche Käufer von dem Geschäft Abstand nahm, den Mietwagen aber nach fünf Monaten immer noch nicht freiwillig zurückgegeben hatte und er die Schlüssel nicht herausrücken wollte, musste die Polizei den Wagen sicherstellen. Anschließend ließ das Autohaus in das Fahrzeug ein neues Schloss einbauen. Der von R. georderte 80.000 Euro teure Mercedes 300 hat derweil einen neuen – tatsächlich zahlungskräftigen – Käufer gefunden.

Der mutmaßliche Betrüger kann Einspruch gegen die Zahlung der 2500 Euro einlegen. Sollte er dies tun, wird ein neuer Verhandlungstermin anberaumt. Sollte Kevin R. dann aber wieder nicht erscheinen und kann auch keine plausible Begründung für sein Fehlen vorbringen, wird der Einspruch verworfen – und der Strafbefehl gewinnt Urteilskraft.

Von Michael Zgoll

Anzeige