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Aus der Stadt Das sind die Vorwürfe der Ermittler gegen Frank Hanebuth
Hannover Aus der Stadt Das sind die Vorwürfe der Ermittler gegen Frank Hanebuth
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00:20 24.02.2019
Will zum Prozess in Spanien erscheinen: Frank Hanebuth, hier bei einer Veranstaltung in der Eisfabrik in der Südstadt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die spanische Justiz hat Hannovers Hells Angels-Chef Frank Hanebuth und 45 weitere Personen unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung auf Mallorca, Geldwäsche und illegalen Waffenbesitz angeklagt. Hanebuth selbst drohen 13 Jahre Haft in Spanien. Dennoch will er sich dem Prozess, wenn es dazu kommt, stellen. Was sind die konkreten Vorwürfe gegen den 54-Jährigen? Welche Belege haben die Ermittler und wie soll ein Verfahren mit 46 Beschuldigten, deren Anwälten und Dolmetschern überhaupt ablaufen? Die HAZ beantwortet die wichtigsten Fragen:

Welche Vergehen werfen die spanischen Ermittler Frank Hanebuth vor?

Nach Informationen der HAZ legen sie dem Hells Angels-Chef Bildung einer kriminellen Organisation, Geldwäsche, illegalen Waffenbesitz und Bedrohung zur Last.

Mit welcher Strafe hat Hanebuth bei einer Verurteilung zu rechnen?

Insgesamt drohen dem Höllenengel 13 Jahre Haft. Zusätzlich soll er im Fall einer Verurteilung wegen Geldwäsche eine Strafe von 4,2 Millionen Euro bezahlen.

Wie konkret sind die Vorwürfe?

Dem Vernehmen nach enthält die 58-seitige Anklageschrift wenig greifbare Anschuldigungen. So soll dort beispielsweise die Rede davon sein, Hanebuth, den man in Spanien nur „El Largo“ (Der Lange) nennt, habe einem Mittelsmann 120 000 Euro für den Kauf eines Klubs in El Arenal gegeben. Doch wann und wo das Geld den Besitzer wechselte und ob die Immobilie tatsächlich erworben wurde, bleibt offen. Auch soll in den Unterlagen von einem Treffen im Februar 2013 in der Ortschaft Lloret de Vistalegre auf Mallorca die Rede sein, das Hanebuth organisiert haben soll und an dem weitere Mitglieder der Hells Angels teilgenommen haben. Doch ob dort illegale Tätigkeiten geplant oder organisiert worden sind, ist unklar.

Gibt es Ungereimtheiten?

Nach HAZ-Informationen sind es einige. So soll Hanebuth von den Ermittlern als einer der Präsidenten der Hells Angels in Europa bezeichnet worden sein. Allerdings existiert ein solches Amt in der Organisation nicht. Der zweite Vorname des Beschuldigten soll mehrmals falsch geschrieben sein. Zudem wird er dem Vernehmen nach als Präsident des Hells Angels MC Hannover bezeichnet, eine Gruppierung, die seit 2012 nicht mehr besteht. Der aktuelle Klub der Höllenengel in Hannover heißt North Gate, der Chef dieses Zusammenschlusses ist Frank Hanebuth.

Sind ausschließlich Mitglieder und Unterstützer der Hells Angels angeklagt?

Nein. Unter den 46 Angeklagten sind einem Bericht der Deutschen Presseagentur zufolge auch zwei Polizisten von Mallorca und ein Angehöriger der Guardia Civil. Einer von ihnen soll die Rocker mit internen Informationen versorgt haben. Ein anderer sollte dazu gebracht werden, in ein Geschäft der Höllenengel in Marokko zu investieren. Ihnen drohen Haftstrafen von fünfeinhalb bis siebeneinhalb Jahren.

Wo kann ein so umfangreiches Verfahren mit 46 Angeklagten, deren Verteidigern und benötigten Dolmetschern überhaupt durchgeführt werden?

In der Gemeinde San Fernando de Henares, etwa 15 Kilometer von Madrid entfernt, gibt es einen Gerichtssaal mit Platz für bis zu 100 Angeklagte. Dieser Raum käme als Schauplatz für die Verhandlung in Frage.

Wann wird der Prozess beginnen?

Hanebuths spanische Anwältin Lucinia Ilanos Mendez schätzt, dass das Verfahren frühestens in einem Jahr beginnt. „Es wird alleine lange dauern, bis alle Stellungnahme der Anwälte der 46 Beschuldigten ausgewertet worden sind“, sagt die Juristin der HAZ.

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Von Tobias Morchner

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