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Aus der Stadt Frank Hanebuth soll in Spanien 13 Jahre in Haft
Hannover Aus der Stadt Frank Hanebuth soll in Spanien 13 Jahre in Haft
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19:25 20.02.2019
Die spanischen Behörden haben Anklage gegen Frank Hanebuth erhoben. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Hannovers Hells Angels Chef Frank Hanebuth ist von den spanischen Behörden angeklagt worden. Mehr als fünf Jahre, nachdem die Polizei ihn bei einer groß angelegten Razzia auf der Urlauber-Insel Mallorca festgenommen haben, soll er in Madrid vor Gericht gestellt werden. Sie werfen ihm Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Bedrohung und Waffenbesitz vor. Dafür soll er 13 Jahre ins Gefängnis. Mit ihm angeklagt sind 45 weitere Mitglieder und Sympathisanten der inzwischen aufgelösten Hells-Angels-Gruppierung auf Mallorca. Hanebuths spanischer Anwalt, Gonzalo Boye, bestätigte die Anklage: „Ja, das stimmt“, schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Ich bin mir sicher, dass wir die Vorwürfe entkräften können“, sagte Frank Hanebuth der HAZ.

Ermittler listen 16 verschiedene Straftaten auf

Frank Hanebuth hatte 2012 das Charter der Hells Angels in Hannover aufgelöst. Auf der spanischen Insel wollte er einen Neustart wagen. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass Hanebuth den Ableger in Spanien nur aus einem Grund ins Leben gerufen hat: Um die kriminellen Aktivitäten fortzuführen, wegen denen er in Deutschland immer wieder ins Visier der Ermittler gekommen war. Sie werfen den Mitgliedern der Gruppe insgesamt 16 verschiedene Straftaten vor, darunter Zuhälterei, Erpressung und Geldwäsche im großen Stil. Sollte es zum Prozess in Madrid kommen, will Hanebuth vor Gericht erscheinen: „Ich will, dass das endlich aufhört“, sagt Hanebuth zur HAZ. In der nächsten Woche will er nach Spanien fliegen, um sich mit seinen Anwälten zu besprechen.

Spanischen Medienberichten zufolge drohen zwei weiteren Mitgliedern der Vereinigung, bei denen es sich angeblich um Hanebuths engste Vertraute handeln soll, deutlich höhere Haftstrafe von 38,5 beziehungsweise 33,5 Jahren. Angeklagt sind nach HAZ-Informationen auch zwei weitere Mitglieder des ehemaligen hannoverschen Charters der Höllenengel. Hanebuth hatte in Spanien nach seiner Festnahme zwei Jahre lang in Untersuchungshaft gesessen. Dann war er gegen Zahlung einer Kaution und unter Meldeauflagen wieder frei gekommen. Im September 2016 war er zum ersten Mal wieder öffentlich in Hannover aufgetreten, bei seiner Geburtstagsparty im Steintor. Seit 2017 hält er sich durchgängig in Hannover auf, muss den spanischen Behörden aber zur Verfügung stehen.

Ermittlungen laufen auch in Deutschland.

Auch die deutschen Behörden ermitteln derzeit gegen den Höllenengel. Er soll bei einem Geschäftsmann in Langenhagen Schutzgeld erpresst haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover sind die Untersuchungen noch immer nicht abgeschlossen. Auch diese Vorwürfe hat Hanebuth stets zurückgewiesen. In einer Ansprache, die der Hells-Angels-Chef bei der jährlichen Weihnachtsfeier seines Klubs gehalten hat und von der ein Video auf der Facebook-Seite von Frank Hanebuth existiert, macht er sich über die Anschuldigungen lustig. „Ich soll ja neuerdings auch mit Schutzgelderpressung zu tun haben“, witzelt der Höllenengel. Wann das Verfahren in Spanien beginnt, steht derzeit noch nicht fest.

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Von Tobias Morchner

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