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Aus der Stadt Antisemitismus-Vorwürfe: Bothfelder Arzt bereits vorbestraft
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Antisemitismus-Verdacht: Umstrittener Mediziner aus Bothfeld soll bereits einschlägig vorbestraft sein

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19:25 03.12.2019
Gegen den mutmaßlich antisemitischen Arzt Eikemeier läuft inzwischen auch ein Ausschlussverfahren aus der AfD. Quelle: Symbol
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Hannover

Der Fall des hannoverschen Mediziners Klaus Eikemeier, der über eine Internetseite und über ein von ihm verfasstes Buch antisemitische und rassistische Inhalte verbreitet haben soll, zieht immer weitere Kreise. Die aktuelle Prüfung seiner Schriften durch die Staatsanwaltschaft Hannover ist nicht der erste Kontakt des umstrittenen Arztes mit den Strafverfolgungsbehörden. Nach HAZ-Informationen wurde Eikemeier vor rund zwei Jahren in München zu einer Geldstrafe von rund 8000 Euro verurteilt. Er hatte damals die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, beleidigt.

Ärztekammer erteilte eine Verwarnung an den Mediziner

Der Vorfall hat nach HAZ-Informationen auch die Ärztekammer Niedersachsen auf den Plan gerufen. Dem Vernehmen nach hat diese den Mediziner damals verwarnt und ihm mit der Aberkennung der Approbation gedroht. Sollte die aktuelle Prüfung der Staatsanwaltschaft Hannover in ein Ermittlungsverfahren, in einen Prozess und in eine erneute Verurteilung wegen Volksverhetzung münden, droht Eikemeier daher nun tatsächlich der Verlust seiner Zulassung. Wann die Prüfungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sein werden, ist noch unklar. „Wir stehen gerade erst am Anfang“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge der HAZ.

AfD hat Ausschlussverfahren gegen Eikemeier eingeleitet

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat am Montag ein Ausschlussverfahren gegen Klaus Eikemeier eingeleitet. Der Mediziner war AfD-Mitglied und bis zum Bekanntwerden des Falls im Vorstand des Kreisverbandes Hannover-Land-Ost tätig. Den Posten im Kreisvorstand hatte er von sich aus niedergelegt. Darüber hinaus hatte die AfD Eikemeier aufgefordert, seinen Austritt bis Montag, 15 Uhr, einzureichen. „Mitglieder mit derartigem Gedankengut haben keinen Platz in unserem Kreisverband und unserer Partei“, heißt es in einer Stellungnahme der AfD.

Die staatsanwaltschaftlichen Prüfungen und die Strafanzeigen gegen den Bothfelder Arzt haben inzwischen offenbar auch direkte Auswirkungen auf dessen Umfeld. Denn im gleichen Gebäude, in der Klaus Eikemeier seine Praxis betreibt, arbeitet auch die Allgemeinmedizinerin Angela Eikemeier – die Ex-Frau des umstrittenen Arztes. „Meine Patienten beschimpfen meine Mitarbeiter und mich, obwohl wir mit der ganzen Sache nichts zu tun haben“, sagt Angela Eikemeier der HAZ. Sie hat inzwischen Zettel mit einer Klarstellung neben ihren Praxisschildern anbringen lassen: „Wir distanzieren uns auf das Schärfste von den fremdenfeindlichen und antisemitischen, langjährigen, unaufhörlichen, multiplen Machenschaften des Dr. Klaus Eikemeier“, ist darauf zu lesen.

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