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Aus der Stadt Wie können die Terminprobleme bei Fachärzten gelöst werden?
Hannover Aus der Stadt

Arzt-Termine in Hannover: Wie kann die Wartezeit verkürzt werden?

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18:02 11.09.2019
Volle Wartezimmer, endloses Warten auf Termine – in Hannover fehlen Fachärzte. Quelle: HAZ
Hannover

Monatelange Wartezeit auf einen Termin beim Augenarzt, Anmeldestopp beim Hautarzt, Vertrösten aufs nächste Jahr beim Neurologen – Arztbesuche erfordern in Hannover viel Geduld. Das hat ein HAZ-Test jetzt ergeben. Die Frage stellt sich, warum die Zahl der niedergelassenen Ärzte nicht erhöht wird, um die Lage zu entspannen. Für die Vergabe von Kassensitzen in Hannover ist die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) zuständig. „So einfach ist es leider nicht“, sagt KVN-Sprecher Uwe Köster.

Pläne aus den 90er Jahren regeln den Ärztebedarf

Wie viele Ärzte sich in einer Stadt und in einem Landkreis niederlassen dürfen, regelt die sogenannte Bedarfsplanung. Die Kennzahlen werden vom Bundesgesundheitsministerium für alle Stadt- und Landkreise in Deutschland ermittelt. Der ursprüngliche Entwurf stammt aus den neunziger Jahren. „Die Bedarfe werden immer wieder angepasst, um auf aktuelle Entwicklungen Rücksicht zu nehmen“, sagt Köster.

Hannover ist für neue Ärzte „gesperrt“

Die Bedarfsplanung legt für das Stadtgebiet Hannover beispielsweise fest, dass auf rund 14.000 Einwohner ein Augenarzt kommen darf. In Hannover praktizieren insgesamt 49 Augenärzte und damit deutlich mehr, als es die Planung vorsieht. Die Zulassungsquote liegt bei 128 Prozent. „Beträgt die Versorgung 110 Prozent und mehr, wird ein Gebiet gesperrt“, sagt Köster. Das bedeutet: Es dürfen sich keine Ärzte mehr ansiedeln. In Hannover liegt der Versorgungsgrad bei allen Fachärzten über 100 Prozent. „Wir dürfen folglich nicht mehr Ärzte zulassen“, sagt der KVN-Sprecher.

Zulassungsquote erfüllt – dennoch steigt die Nachfrage

Das läuft den Ergebnissen des HAZ-Tests zuwider. Ein schneller Termin beim Augenarzt ist reine Glücksache. So kann ein Augenarzt in der City erst für März 2020 einen Termin vergeben. Auch Psychotherapeuten, Kardiologen und Kinderärzte sind derart gefragt, dass sich Patienten auf lange Wartezeiten einstellen müssen. Den Engpass registriert auch die KVN. „Die Nachfrage überholt die Zulassungsquote“, sagt Köster. In den kommenden Jahren werden Diabetologen besonders gefragt sein, vermutet der KVN-Sprecher, weil es voraussichtlich immer mehr ältere Menschen gibt, die Probleme mit Altersdiabetes haben.

Mehr Fachärzte erfordern mehr Geld

Was also ist zu tun? Sollen mehr Fachärzte zugelassen werden, muss das Bundesgesundheitsministerium die Bedarfspläne ändern. Das würde aber dazu führen, dass jeder Arzt einer Fachrichtung weniger verdient. „Für jede Fachrichtung gibt es ein bestimmtes Budget von den Krankenkassen“, sagt Köster. Erhöht sich die Zahl der Fachärzte, bekommt jeder ein kleineres Stück vom Kuchen. Es käme also darauf an, mehr Mittel bereitzustellen, wenn mehr Fachärzte zugelassen werden sollen. „Hier müssen die Krankenkassen mitspielen“, sagt der KVN-Sprecher. Der Spielraum für die Krankenkassen ist jedoch begrenzt. Beitragserhöhungen für ihre Mitglieder wollen sie möglichst vermeiden.

Am Ende hängt es also am Geld. „Und an der Frage: Wie viel Arzt braucht der Mensch?“, meint Köster. Immer mehr Menschen suchten medizinische Hilfe, weil sie sich krank fühlen. Die Zahl der psychischen Erkrankungen nehme deutlich zu, sagt der KVN-Sprecher. Zudem gibt es mehr Menschen mit altersbedingten Erkrankungen. „Die geburtenstarken Jahrgänge werden immer älter“, sagt Köster. Die Zahl der Fachärzte nicht mehr zu beschränken und den Abrechnungsmodus der Mediziner freizugeben, hält die KVN für keine Option. „Das würde unser System sprengen“, sagt Köster.

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