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Aus der Stadt Sanitäter und Polizisten beleidigt: 31-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt
Hannover Aus der Stadt

Ausraster nach Weihnachtsfeier: Betrunkener 31-Jähriger beschimpft Sanitäter und Polizisten

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16:00 01.10.2019
Dennis T. kommt sein Ausrasten nach einer Weihnachtsfeier teuer zu stehen. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Er beschimpfte die Menschen, die ihm nach einem Unfall helfen wollten, in unflätigster Weise, beleidigte zwei Sanitäter, drei Polizeibeamte sowie einen Arzt und versuchte sogar, nach ihnen zu treten und zu schlagen. Dafür ist der 31-jährige Dennis T. am Dienstag vom Amtsgericht Hannover zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt worden; als Bewährungsauflage muss der Landschaftsgärtner 1500 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen.

Der sichtlich geknickte Angeklagte, der 2018 im Anschluss an eine Weihnachtsfeier unter Alkoholeinfluss völlig die Kontrolle verloren hatte, entschuldigte sich bei jedem einzelnen der fünf geladenen Zeugen: „Es war nichts Persönliches, es tut mir wirklich leid.“ Doch hatten die Beschimpfungen, die an jenem frühen Sonnabendmorgen auch etlichen in der Notaufnahme des Friederikenstifts wartenden Patienten sowie Krankenhausmitarbeitern zu Ohren kamen, schon etwas sehr Persönliches, besonders die sexistischen Beleidigungen von zwei Polizistinnen.

Die Erinnerung fehlt

Ein Rettungswagen der Feuerwehr war am 15. Dezember gegen 2.30 Uhr zum Lister Kirchweg Ecke Ackerstraße gerufen worden. Dort stießen die Sanitäter auf Dennis T., der aufgrund einer Platzwunde auf der Stirn stark blutete. Später habe ihm sein Stiefbruder gesagt, so erklärte der 31-Jährige vor Gericht, dass er seinen Kopf absichtlich gegen die Eingangstür eines nahen Supermarktes geschlagen habe. Am Vorabend habe er, der keinen Alkohol gewohnt sei, bei der Weihnachtsfeier seiner Firma in einem griechischen Lokal etwa sechs Halbliter-Gläser Bier und eine Drittel Flasche Ouzo geleert. Ihm fehle jegliche Erinnerung an die Geschehnisse jener Nacht, sagte T.; dies hänge möglicherweise auch mit seiner Kopfverletzung zusammen.

Doch kamen Notfallsanitäter und Rettungsassistent gar nicht dazu, die Wunde zu versorgen. „Ich hau euch auf die Schnauze“, war der Willkommensgruß des Verletzten. Die beiden Feuerwehrleute riefen die Polizei, doch nach einem kurzen Abflauen der aggressiven Äußerungen ging es im Rettungswagen bald wieder zur Sache. T. schlug um sich, wurde mit Handschellen fixiert und auf die Trage gedrückt. Er drohte, die Sanitäter und Polizeibeamten „zu Brei zu schlagen“. Der Schwall von Beleidigungen hielt rund eine Stunde an; selbst gegen das Verarzten der Wunde im Krankenhaus wehrte sich der eher schmal gebaute T. mit aller Kraft, sodass er von Polizisten festgehalten werden musste und ein Mediziner 15 Minuten brauchte, um die Wunde mit zwei Nähten zu schließen. „Die Patienten in der Notaufnahme waren sehr erschrocken über das, was sie dort erleben mussten“, berichtete eine 25 Jahre alte Polizeikommissarin.

Beleidigungen sind Alltag

Alle Zeugen erklärten auf Nachfrage von Amtsrichter Reinhard Meffert, dass sie in ihrem Job in immer stärkerem Maße verbalen Angriffen ausgesetzt seien. „Beleidigungen sind Alltag“, meinte der 34-jährige Rettungsassistent. „Ich bin das schon gewohnt“, sagte eine 38 Jahre alte Polizeibeamtin. Die vulgären, „sehr intensiven und sehr persönlichen Beschimpfungen“ von T. hätten allerdings das „übliche Maß“ überschritten. „Die Achtung gegenüber Helfern aller Art ist gesunken“, konstatierte der Richter. Insofern sei es richtig, dass die Mindestfreiheitsstrafen für derartige Attacken auf Sicherheitskräfte erhöht worden seien und nunmehr auch bei Übergriffen gegen Sanitäter und Feuerwehrleute zum Tragen kämen.

Meffert verurteilte T. wegen tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung und Beleidigung. Aufgrund einer Alkoholisierung des Angeklagten zur Tatzeit von rund drei Promille billigte er diesem bei seinem „offensichtlich einmaligen Ausrutscher“ eine verminderte Steuerungsfähigkeit zu. Allerdings hielt der Richter ihm auch vor, dass er vor etlichen Jahren schon vier Verurteilungen wegen zweimaligen Schwarzfahrens, eines Körperverletzungsdelikts und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz kassiert hatte. Der zerknirscht wirkende Angeklagte, der ohne Verteidiger erschienen war, nahm das Urteil unverzüglich an.

Von Michael Zgoll

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