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Aus der Stadt So leidet die Wedemark unter Staus auf der A7
Hannover Aus der Stadt So leidet die Wedemark unter Staus auf der A7
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00:19 22.08.2018
Der Bürgermeister der Wedemark, Helge Zychlinski, möchte die Situation für die Bürger, wie hier in Elze, gern verbessern. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Besonders schlimm sind die Nächte. „Mit offenem Fenster schlafen, da ist gar nicht dran zu denken“, sagt Waltraud Lange. Und trotzdem ist es noch so laut, dass die 69-Jährige manchmal stundenlang kein Auge zubekommt. Jetzt überlegt Lange sogar schon, sich dreifach-verglaste Fenster anzuschaffen, damit wenigstens der Lärm sie nicht mehr beim Schlafen stört.

Lange wohnt in Wedemark-Elze, die Ursache für ihren Ärger liegt einige Kilometer entfernt: Auf der A7 wird derzeit die Fahrbahn erneuert, in diesem Sommer ist die eine Richtung an der Reihe, nächstes Jahr soll es an der anderen Seite weitergehen. Und durch die Großbaustelle kommt es immer wider zu Staus auf der Autobahn und zu nächtlichen Vollsperrungen, wie schon wieder am Montag. Wegen eines Unfalls in der Baustelle gab es am Sonnabend auf der Autobahn 7 in Richtung Norden einen Stau von 16 Kilometer Länge.

Die offizielle Umleitungsstrecke führt durch Mellendorf, aber viele Auto- und Lastwagenfahrer sind mit ihren Fahrzeugen auf der Nebenstrecke durch Meitze und Elze unterwegs, wie auch an diesem Sonnabendmittag. Schuld haben die Navigationsgeräte, die die kürzeste Strecke anzeigen. Besonders gefährlich ist auf dieser Route eine schlecht einsehbare Kreuzung in Elze, die dazu noch ganz in der Nähe von Schule und Kindergarten liegt. „Es grenzt an ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist“, sagt der Bürgermeister der Wedemark , Helge Zychlinski.

Der Umleitungsverkehr durch die Autobahnbaustelle belastet die Bürger in den Dörfern.

Das vor Kurzem aufgestellte Stopp-Schild wird von den meisten Autofahrern mit auswärtigen Kennzeichen nicht beachtet. Viele der Reisenden haben es extrem eilig, an der Kreuzung wird gehupt, wild gestikuliert und gebrüllt. Fahrer denen es nicht schnell genug geht, weichen auf den Gehweg oder den Randstreifen aus. Und Fußgänger müssen manchmal minutenlang warten. Die Polizei in Mellendorf kennt die Folgen des Umleitungsverkehrs. Es sei ein „anhaltendes Problem“ trotz des Aufbaus mehrerer Ampeln und der Einführung eines Tempolimits.

Das berichtet auch Ines Walter, die direkt an der Kreuzung wohnt. „Vor ein paar Tagen habe ich meine Tochter zum Bauern gegenüber zum Eierkaufen geschickt“, erzählt die 39-Jährige. Als die Fünfjährige nach zehn Minuten immer noch nicht zurück war, ist ihre Mutter zur Straße gegangen. „Dort war kein Durchkommen“, berichtet sie, weder für sie noch für Ihre Tochter. Erst als ein Lastwagen für das kleine Mädchen gestoppt hat, konnte es über die Straße laufen.

Im Gegensatz zu den meisten Autofahrern verhielten sich die Lastwagenfahrer auf der Umleitungsstrecke rücksichtsvoller, berichtet Landwirt Heinrich Hemme. „Die Autos rauschen hier einfach vorbei“, erzählt er. „Da steht man manchmal fünf Minuten oder länger an der Hofeinfahrt und kommt mit dem Trecker nicht auf die Straße.“ Nur Lastwagen hielten auch mal an.

„Die Leute haben hier einfach die Schnauze voll“, sagt Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk. „Der Verkehr rauscht hier richtig heftig durch die Dörfer“, berichtet er. Und an das zwischen 20 und 6 Uhr geltende Tempo 30 halte sich niemand. Erst vor ein paar Tagen sei er abends mit dem Auto unterwegs gewesen, mit vorgeschriebener Geschwindigkeit. „Alle anderen haben mich überholt, auch Lastwagen.

„Wir sitzen hier manchmal abends und zählen die Massen an Lastwagen“, berichtet der Ehemann von Ines Walter, Christopher Tränkmann. Inzwischen seien die kleinen Straßen durch den Schwerlastverkehr aufgerissen, berichtet er. „Dann ist die Autobahn neue, aber unsere Straßen sind kaputt.“ Aber grundsätzlich hat Tränkmann nichts gegen die Autobahnbaustelle. „Das muss ja gemacht werden“, sagt er.

Die Gemeinde hatte für die gefährliche Kreuzung in Elze eine Ampel beantragt, damit vor allem auch Fußgänger den Bereich wieder sicher queren können. Das Land hatte sich verweigert. Deshalb sind Benk und Zychlinski besonders glücklich, dass die Region dort schon in der nächsten Woche eine Ampel aufstellen will. Und die Gemeinde will möglichst schnell einen Blitzeranhänger kaufen, damit Tempo 30 auch kontrolliert werden kann.

Bürgermeister Zychlinski hat jetzt an Landesverkehrsminister Bernd Althusmann geschrieben. Er fordert, die Bauarbeiten im kommenden Jahr erst einmal ruhen zu lassen. „Damit sich die Menschen mal erholen können“, sagt der Bürgermeister.

Von Mathias Klein

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