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Aus der Stadt Gessner & Jacobi: Arbeiten für Neubau können endlich starten
Hannover Aus der Stadt

Bau von Wohn- und Geschäftshaus: Gessner & Jacobi: Arbeiten für Neubau können endlich starten

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09:00 28.10.2019
So soll der Neubau an der Ecke Falkenstraße/Jacobsstraße aussehen. Quelle: Hübotter Stürken Dimitrova
Linden-Mitte

Lange war das Projekt in der Warteschleife – nun werden bald die Bagger anrollen. Im November beginnen die Bauarbeiten für das neue Geschäfts- und Wohnhaus, das der Inhaber des Autohauses Gessner & Jacobi an der Falkenstraße auf dem Eckgrundstück zur Jacobsstraße plant. Ein dreigeschossiges Gebäude lässt Heinrich Jacobi auf der Brachfläche neben dem bestehenden Firmengelände errichten. „Wir werden jetzt mit den Ausschachtungsarbeiten für die Tiefgarage beginnen“, erklärt der Unternehmer, der die Anwohner im Quartier ausführlich über den Ablauf der Bauarbeiten mit entsprechenden Anschreiben und Infoterminen unterrichten will.

Klares Bekenntnis zu Linden

Neben einer Ausstellungshalle für Neuwagen der Marke VW sollen in dem neuen Gebäude Büroflächen und fünf Mietwohnungen entstehen. Eigentlich sollte das gesamte Projekt namens Linden Quartier, zu dem auch die Kernsanierung und der Umbau des denkmalgeschützten Altbaus an der Falkenstraße 16 gehören, bereits im Frühjahr 2017 fertig sein. Doch das Vorhaben stellte sich als äußerst komplex heraus, die Denkmalschützer hatten ein gewichtiges Wort mitzureden, mehrfach musste umgeplant werden, zudem gab es veränderte Anforderungen des VW-Konzerns.

Immer wieder wurde der Zeitplan nach hinten verschoben. Unterm Strich habe allein die endgültige Baugenehmigung drei Jahre auf sich warten lassen, sagt Jacobi. „Und dann ist uns auch noch der Generalunternehmer abgesprungen.“ Die Baukosten stiegen deutlich: Statt mit 4 Millionen Euro kalkulieren Jacobi und seine Frau Dagmar nun mit 6 Millionen. Gleichwohl stehen beide zu dem Projekt – sie verstehen die Großinvestition auf dem traditionsreichen Grundstück, auf dem das Unternehmen seit 1820 ansässig ist, als klares Bekenntnis zum Standort Linden.

Die Baustellenbarken stehen schon, und bald rücken auch die Bagger auf dem Eckgrundstück an der Falkenstraße an. Quelle: Juliane Kaune

Bausparkasse schon eingezogen

Im Frühjahr 2018 entschloss sich Jacobi, zunächst nur den Altbau aus dem Jahr 1880 in Angriff zu nehmen und erst später mit dem Neubau zu starten. Mittlerweile sind die Arbeiten in dem Gebäude – es ist das Geburtshaus des Unternehmers – weit fortgeschritten. Im Erdgeschoss ist die Bausparkasse Wüstenrot mit einem Beratungscenter eingezogen; die Pläne, dort ein Café einzurichten, hat Jacobi aufgegeben. „Das ließ sich technisch nicht realisieren“, sagt er. Die Wohnung im ersten Stock hat er zu Büro- und Besprechungsräumen umbauen lassen, die er und seine Frau nutzen. Die beiden 125 und 100 Quadratmeter großen Wohnungen in der zweiten und dritten Etage sind bezugsfertig. „Sie werden jetzt in die Vermietung gehen“, kündigt Jacobi an. Ein Fahrstuhl wurde eingebaut, die Fenster zur Falkenstraße hin sind dreifach verglast, es gibt neue Bäder, zudem wurden hochwertige Parkettböden verlegt und die historischen Zimmertüren aufgearbeitet. Der Quadratmeterpreis wird bei 12 Euro liegen.

Das angrenzende Geschäfts- und Wohnhaus, mit dessen Bau nun begonnen wird, hat das hannoversche Büro Hübotter + Stürken entworfen. Es ist in klaren Konturen gehalten und soll eine sandsteinfarbene Klinkerfassade erhalten – in Anlehnung an den Backstein des Altbaus. „Die Autohalle mit den Neuwagen wird sechs Meter hoch, mit einer Galerie“, erklärt Jacobi. Einer der Schwerpunkte werde E-Mobilität sein, zudem werden den Kunden neue Formen der digitalen Visualisierung angeboten. Über der Halle entsteht eine 550 Quadratmeter große Bürofläche, die an Gewerbetreibende, Praxen und Kanzleien vermietet werden soll.

Firmenjubiläum wird 2020 gefeiert

Das mitten in Linden gelegene Firmenareal von Gessner & Jacobi hat eine lange Geschichte. Ein Teil der Bauten stammt noch aus dem 19. Jahrhundert. Schließlich ist die Firma Jacobi seit fast 200 Jahren an der Falkenstraße ansässig. Wo heute Autos verkauft werden, wurden einst Kutschen produziert: 1820 hatte Heinrich Jacobis Urgroßvater den auf Karosserien spezialisierten Betrieb gegründet. „Im nächsten Jahr werden wir Jubiläum feiern, mit vielen Aktionen für die Lindener“, kündigt der heutige Chef an, der den Familienbetrieb in vierter Generation am gleichen Standort führt.

Ladestationen für E-Autos

In den darüber liegenden Etagen werden fünf Wohnungen gebaut. Sie sind zwischen 80 und 140 Quadratmeter groß, haben jeweils einen Balkon oder eine Dachterrasse, Parkettboden, Einbauküche, Fußbodenheizung und bodentiefe Fenster. Der Quadratmeterpreis soll hier voraussichtlich bei bis zu 13 Euro liegen. Ladestationen für Elektroautos und für E-Bikes sind für die Mieter im Neu- wie im Altbau geplant. Zudem hat Jacobi einen Gemeinschaftsraum und eine gemeinschaftlich nutzbare Großterrasse vorgesehen, die auch den Bewohnern des historischen Hauses zur Verfügung steht. Er rechnet damit, dass Ende kommenden Jahres der Rohbau des Neubaus steht, im Frühjahr 2021 soll dieser dann komplett bezugsfertig sein – vier Jahre später als geplant.

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Von Juliane Kaune

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