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Aus der Stadt Auf dem Gelände des Postscheckamts entsteht ein neues Quartier mit bis zu 300 Wohnungen
Hannover Aus der Stadt

Bauprojekt an der Celler Straße: Auf dem Gelände des Postscheckamts entsteht ein neues Quartier mit bis zu 300 Wohnungen

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09:53 20.09.2019
So könnte nach einer ersten planerischen Skizze der kleine öffentliche Platz an der Brüderstraße gegenüber von Odeon- und Herrenstraße aussehen. Ein Architektenwettbewerb steht noch aus. Quelle: Baum Unternehmensgruppe
Hannover

Hannovers nördliche Innenstadt wird in einigen Jahren nicht wiederzuerkennen sein: Zwischen Celler Straße und Brüderstraße, nahe der Goseriede, entsteht auf dem Grundstück des alten Postscheckamtes ein neues Quartier mit mehreren Gebäudekomplexen. Das Postgebäude mit seiner Siebzigerjahre-Architektur verschwindet. Die Baum-Gruppe und das Unternehmen Meravis investieren knapp 200 Millionen Euro in das Vorhaben. „Das wird das größte innerstädtische Bauprojekt in den Zwanzigerjahren“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann am Donnerstag bei der Vorstellung der Pläne im Postscheckamt.

20.000 Quadratmeter großes Areal

Auf dem Gelände des ehemaligen Postscheckamtes an Goseriede und Brüdernstraße soll das neue Innenstadt-Quartier entstehen. Quelle: Moritz Frankenberg

Erste Skizzen und stadtplanerische Überlegungen hat das Planungsbüro Astoc aus Köln bereits angestellt. Es soll aber noch ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Die ersten Entwürfe sehen mehrere Gebäude auf dem knapp 20.000 Quadratmeter großen Grundstück des alten Postamtes vor. „Wir wollten die Barrierewirkung des alten Baus aufheben“, sagt Stadtplaner Ingo Kanehl von Astoc. Mehrere Fußwege durchziehen das Quartier, sodass die Menschen bequem von Odeon- und Herrenstraße über die Brüderstraße zur Celler Straße gelangen.

Anwohner hoffen auf Belebung des Viertels

Die Pläne für den 200-Millionen-Euro teuren Gebäudekomplex sind am Donnerstagabend auch Anwohnern vorgestellt worden. Etwa 30 Zuhörer versammelten sich in einem Saal des Postscheckamts. Insgesamt erhoffen sich die Anwohner, dass das neue Quartier auch die umliegenden Straßen belebt.

„Das Umfeld ist nicht ganz einfach“, sagte ein Immobilieneigentümer. Spielhallen, eine Drogenberatungsstelle, eine Praxis für Schwerstabhängige und der Sitz einer Sekte – das alles ziehe ein spezielles Publikum an. Das sei den Investoren und der Stadtverwaltung bewusst, erwiderte Stadtbaurat Uwe Bodemann. „Aber es gibt Chancen.“

Ein Anwohner der Brüderstraße wies daraufhin, dass sich die Innenstadt in den vergangenen heißen Sommern stark aufheizte. „Berücksichtigen Sie, wie sich die Luftströme durch Ihren Bau entwickeln?“, fragte er. Bodemann erwiderte, dass die Flachdächer begrünt werden sollen. „Unsere Chance ist der Platz, der entsteht.“ Dort könnten viele Grünbereiche entstehen – und möglicherweise Wasserspiele.

Öffentlicher Platz soll Quartier beleben

An den Einmündungen zur Odeon- und zur Herrenstaße soll ein kleiner, öffentlicher Platz entstehen. „Läden im Erdgeschoss können Tische und Stühle rausstellen und so den Platz beleben“, sagt Kanehl. Der Platz soll dem Quartier rund um Odeon- und Herrenstraße neue Impulse geben.

Hochhaus reckt sich 64 Meter in die Höhe

Ein Büroturm an der Ecke Celler Straße/Herschelstraße soll sich 64 Meter in die Höhe recken

Gregor Baum (von links), Ralf Traupe von Meravis und Baudezernent Uwe Bodemann stellen das Modell des neuen Gebäudekomplexes entlang der Brüderstraße vor. Quelle: Andreas Schinkel

250 bis 300 Wohnungen entstehen

Die Wohngebäude haben fünf bis sechs Geschosse. Etwa 250 bis 300 Wohnungen sollen entstehen. „Wir planen sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen“, sagt Meravis-Geschäftsführer Ralf Traupe. Wie es der Rat fordert, sollen 30 Prozent der Wohnungen zu einem reduzierten Mietpreis angeboten werden. In den Erdgeschossen der Gebäude ziehen Geschäfte und Gastronomie ein. Geplant ist auch eine Kindertagesstätte.

In diesen vier Gebäudekomplexen sollen einmal Büros (im Hochhaus) sowie Geschäfte und Wohnungen entstehen. Quelle: Moritz Frankenberg

Am anderen Ende des Grundstücks, Richtung Goseriede, soll ein weiteres Hochhaus gebaut werden. Es misst 40 Meter und orientiert sich an den Höhen der umliegenden Hochbauten, etwa am Anzeiger-Hochhaus und am DGB-Haus. Die Bruttogeschossfläche des gesamten Komplexes umfasst 54.000 Quadratmeter. Die eine Hälfte dient dem Wohnen, die andere der gewerblichen Nutzung.

Stadtbaurat: Zwei hannoversche Unternehmen am Start

Bis das neue Quartier steht, vergeht noch viel Zeit. „2021 wird die Post das Gebäude räumen“, sagt Investor Gregor Baum. Bis dahin werde voraussichtlich Baurecht geschaffen sein. Mit Abriss und Neubau werde im folgenden Jahr, also 2022, begonnen. „Wir rechnen mit zwei bis drei Jahren Bauzeit“, sagt Baum. Die Baum-Gruppe und Meravis wollen das Vorhaben gemeinsam schultern. Sie hatten sich zuvor an einer Ausschreibung der Post beteiligt, um das Grundstück zu erwerben. „40 Unternehmen hatten sich beworben, wir haben uns durchgesetzt“, unterstreicht Baum. Stadtbaurat Bodemann betont, dass es zwei hannoversche Unternehmen seien, die sich nun dem Quartier widmen und neue Akzente setzen. „Wir fühlen uns wohl hier“, sagt Baum.

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