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Aus der Stadt „Stadtrandkunst“ verwittert zusehends
Hannover Aus der Stadt „Stadtrandkunst“ verwittert zusehends
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00:16 20.12.2018
Hannover - Thema: Verwahrlosung der Kunst am Kronsberg? --> Holzskulpturen auf der Rasenfläche vorm nördlichen Kronsberghügel am Wurzelkamp, Foto der Holzskulpturen und eventueller Mängel. - Foto Tim Schaarschmidt
Holzskulpturen auf der Rasenfläche vorm nördlichen Kronsberghügel am Wurzelkamp. - Foto Tim Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
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Bemerode

„Windtänzerin“ heißen die drei Holzskulpturen am Fuße des Kronsbergs. Künstlerin Ursula Hänel aus Dresden will damit auf das meist windige Klima am Kronsberg anspielen – die Witterungsbedingungen lassen sich allerdings auch ohne Mühe am Zustand der Figuren erkennen. Die Stoffbänder, die zwischen den Astgabeln der Holzskulpturen befestigt waren, haben sich aufgelöst. Stark beschädigt ist auch die Gruppe der hölzernen Schafe unterhalb des Aussichtshügels.

Die Grünen fordern nun die Stadtbezirksverwaltung zum Handeln auf. In der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode stellte die Grünen-Fraktion eine Anfrage, wann die Stadtbezirksverwaltung die beliebten Werke restaurieren könne. Auch von Seiten der Verwaltung werde „Handlungsbedarf gesehen“, entgegnet Stefanie Seeliger vom Stadtbezirksmanagement. Ein konkreter Zeitpunkt der Restauration ist allerdings noch nicht festgelegt.

Ob die Kunstwerke an einer geeigneten Stelle stehen, ist bei den Fraktionen des Stadtbezirksrats umstritten. Michael Quast von der SPD bat um die Umsetzung der „Windtänzerin“. Drachenclub „Hannover hebt ab“ nutze den Platz zum Drachenfliegen, die Holzskulpturen sei dabei in der Einflugschneise. Regine Kramarek von der Fraktion der Grünen plädiert für einen Verbleib des Kunstwerks am jetzigen Standort. Dort sei schließlich das „breite Publikum“. Sie wolle nicht, dass so mit der Kunst umgegangen werde.

Mit der Bebauung des Kronsbergs zur Expo 2000 wurden rund 20 Kunstwerke auf dem Gelände errichtet. Zum Kronsberger Kunstpfad gehören auch die „Windtänzerin“ und die Holzschafe. Die Skulpturen, Mosaike und Brunnen des Kunstpfads sollen den Stadtteil lebendig gestalten und auch über die Stadtteilgrenzen hinaus Interessierte anziehen. Einmal jährlich wird ihr Zustand und ihre Sicherheit durch den Forstbetriebshof geprüft.

Von Jacqueline Hadasch