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Aus der Stadt Wenig Vorfreude auf Kita-Modellprojekt
Hannover Aus der Stadt Wenig Vorfreude auf Kita-Modellprojekt
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00:15 22.08.2018
Die Spielangebote in Kindertagesstätten interessieren auch die Eltern. Quelle: dpa
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Döhren-Wülfel

Deutliche Kritik haben Bezirksratspolitiker aus Döhren-Wülfel am neuen Online-Anmeldeverfahren für Kindertagesstätten geübt. Dieses soll ab einem noch unbestimmten Zeitpunkt im vierten Quartal 2018 in Döhren-Wülfel als Modellbezirk erprobt werden; schon am 1. September beginnt die Schulung von Mitarbeitern aller Einrichtungen und Träger im Stadtbezirk. Marcel Mevissen vom Fachbereich Jugend und Familie hatte das Webkita-Programm in der jüngsten Sitzung des Gremiums vorgestellt. „Im Grunde genommen habe ich nur eine bessere Übersicht über die Einrichtungen, ansonsten bleibt alles, wie es ist“, monierte CDU-Bezirksratsfrau Stefanie Matz. Mevissen räumte ein, dass das neue Anmeldeverfahren zwar die Informationsmöglichkeiten verbessere, „die bisherigen Abläufe“ aber nicht verändert würden.

Künftig können sich Eltern über das von der IT-Firma BOS entwickelte Portal Webkita um Betreuungsplätze kümmern. Sie müssen sich registrieren und können ihre Wunscheinrichtung dann nach verschiedenen Kriterien herausfiltern: Welche Art der Betreuung suche ich, wie groß darf die Kita sein, welche Öffnungszeiten brauche ich und soll mein Kind Mittag essen? Bei den dann ausgeworfenen Kindertagesstätten können sich die Eltern unverbindlich vormerken lassen – in einer unbegrenzten Zahl von Kitas, wie bisher. Was Mütter und Väter nicht sehen: Ob in den bevorzugten Einrichtungen zum Wunschtermin tatsächlich Plätze frei sind und wie viele Kinder noch auf der Vormerkliste stehen.

Unterschrift nur vor Ort

Im nächsten Schritt meldet sich eine der ausgewählten Kitas bei den Eltern, sollte es tatsächlich einen freien Platz geben und das Kind von Alter und Geschlecht in das Gefüge der Kindergartengruppe passen. Dann verabredet man einen Termin, und im Idealfall kommt es – mit oder ohne Bedenkzeit – vor Ort zu einer Vertragsunterzeichnung.

„Natürlich kann das neue Programm nicht mehr Betreuungsplätze schaffen“, sagte Mevissen. Auch seien Kennenlern-Gespräche zwischen Eltern und Kita-Personal weiterhin notwendig. Der Verwaltung aber biete das neue System einen Vorteil: Wenn eine Familie den Zuschlag für eine Kita bekommen hat, verschwinden deren Mehrfach-Anmeldungen automatisch aus dem System. So weiß die Stadt schneller als bisher, wie hoch der verbleibende Bedarf ist.

Tagespflege nicht einbezogen

An dem Modellversuch beteiligen sich nur Einrichtungen aus Döhren-Wülfel, nutzen können es aber Eltern aus der ganzen Stadt. Erklärungen in anderen Sprachen bietet Webkita nicht an, sagte Mevissen: „Das Programm wird aber weiterentwickelt.“ Auch die Tagespflege werde erst „im nächsten Schritt“ einbezogen. Favoriten können Eltern nicht kennzeichnen, auch eine Prioritätenliste ist nicht vorgesehen. „Das wird in der Praxis aber überprüft“, versprach der Mitarbeiter der Stadt.

„Wir haben bei vielen Kitas Wartelisten ohne Ende, und daran wird sich nichts ändern“, merkte SPD-Bezirksratsfrau Tanja Bunduls an. Gabriele Jakob (CDU) führte die Schwächen des Webkita-Programms auch darauf zurück, dass nicht alle Träger mitgezogen hätten. Und Stefanie Matz resümierte, dass die Politik drei Jahre nach dem richtigen System gesucht habe, aber das Resultat doch sehr ernüchternd sei.

Von Michael Zgoll

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