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Aus der Stadt Bezirksrat will mehr über Sondermüll wissen
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat will mehr über Sondermüll wissen
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00:19 22.02.2019
Der Umweltbeauftragte Bernd-Henning Reupke zeigt die Stelle, an der die Renotherm-Anlage gebaut werden soll.
Der Umweltbeauftragte Bernd-Henning Reupke zeigt die Stelle, an der die Renotherm-Anlage gebaut werden soll. Quelle: Oliver Kühn
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Anderten

Das Vorhaben des Holcim-Zementwerks in Sehnde-Höver, von Ende des Jahres an den Ersatzbrennstoff Renotherm in der Produktion einzusetzen, hat den Stadtbezirksrat Misburg-Anderten auf den Plan gerufen. Auf Antrag der Grünen beschloss er einstimmig, Vertreter der Stadt Hannover, des Gewerbeaufsichtsamtes und von Holcim zu einer Anhörung einzuladen. Der Grund: In dem Brennstoff sind auch Sonderabfälle wie Farb- und Lackschlämme aus der Autoindustrie enthalten.

„Das Werk befindet sich zwar in Sehnde, aber die Anlieferung der als Gefahrgut klassifizierten Brennstoffe läuft über das Gebiet der Stadt Hannover“, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Urs Mansmann. Durch die geringe Entfernung zum Betriebsstandort beträfen Emissionen je nach Windrichtung auch Wohngebiete in Anderten.

Die Pläne von Holcim hatten auch schon bei den Nachbarn in Höver für Aufregung gesorgt, wo Bürger eine Initiative gegründet haben. Der Behauptung, es sollten unter anderem krebserregende Stoffe verbrannt werden, widerspricht der Umweltbeauftragte des Unternehmens, Bernd-Henning Reupke: „Das ist ausdrücklich ausgeschlossen“. Die Abfälle würden durch die hohe Brenntemperatur von 2000 Grad vollständig zersetzt, außerdem komme Filtertechnik zum Einsatz.

Holcim will mit dem Einsatz von Renotherm weniger Kohle verfeuern als bisher. Das Schwesterwerk im schleswig-holsteinischen Lägerdorf praktiziere das Verfahren bereits seit 20 Jahren, erklärt Reupke. Was den Standort Höver angeht, läuft aktuell das Genehmigungsverfahren. Für den 13. März ist ein für jedermann zugänglicher Erörterungstermin im Schützenheim des Sehnder Ortsteils angesetzt.

Von Bernd Haase und Oliver Kühn