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Aus der Stadt Bei der Feuerwache sind die Fronten verhärtet
Hannover Aus der Stadt Bei der Feuerwache sind die Fronten verhärtet
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00:19 09.03.2019
Die Feuerwehr zieht im Herbst in einen Neubau in Kirchrode. Was dann aus der Feuerwache in der Jordanstraße wird, bleibt erst einmal unklar. Quelle: Tim Schaarschmidt
Südstadt-Bult

Die Zukunft der Feuerwache in der Jordanstraße hat in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Südstadt-Bult zu einer lebhaften Debatte geführt. Anlass war ein Antrag der CDU, die die Bürger befragen will und einer vom Piraten-Vertreter Peter Weinem zum baulichen Zustand des Gebäude.

Behörde prüft Denkmalschutz

Derzeit prüft die Landesbehörde für Denkmalpflege, ob das Hauptgebäude des Komplexes unter Denkmalschutz gestellt wird, berichtete Hanne Lahde-Fiedler vom Fachbereich Planen und Stadtentwicklung. „Ich kann hier heute nicht sagen, wie es weiter geht“, sagte sie. Es gebe derzeit noch kein abgestimmtes Konzept.

SPD-Fraktionschef Roland Schmitz-Justen machte deutlich, dass sich seine Fraktion auf dem Gelände vor allem den Bau von Wohnungen wünscht. „Das drängendste Problem in dieser Stadt ist der fehlende Wohnraum“, sagte er. Kulturstätten gebe es in Hannover bereits genug, ergänzte er an die Adressen von CDU und einer Initiative, die aus der Feuerwache ein Kulturzentrum machen will.

Keine Räume zum Treffen

„Niemand bestreitet, dass wir Wohnungen brauchen“, sagte CDU-Mann Jesse Jeng. Aber es gebe im Stadtbezirk kaum Räume in denen sich Bürger kostenfrei treffen könnten, meinte er. Er verstehe nicht, warum sich die SPD so sehr sperre, sagte CDU-Fraktionschef Jan Alexander Scholz. Außerdem sei es gut, wenn der Stadtbezirksrat auch andere Themen diskutiere, als das Abpollern von Gehwegen. Auf dem Gelände seien auch mehrere Nutzungen nebeneinander möglich, betonte er.

„Zu viel Lärm zum Wohnen“

Aus der Sicht von CDU-Mann Dieter Küßner ist das Areal „der denkbar ungünstigste Ort“, den es in der Südstadt für Wohnungen gibt. Der Lärm sei dort wegen des starken Bahn- und Autoverkehrs zu groß, betonte er. Küßner schlug die Einrichtung eines Bürgerforums vor. „Das muss öffentlich diskutiert werden“, forderte er. Unterstützung bekam er vom Linken-Vertreter André Zingler.

Grünen-Fraktionschef Oliver Kluck brachte die nahe gelegene IGS Südstadt ins Spiel. Durch die Genehmigung der Oberstufe benötige die Schule zusätzliche Räume, die Feuerwache sei eine Möglichkeit. Nötig seien aber auch Räume für Kultur und Wohnungen, ergänzte Kluck.

Kommentar: Kompromisslose Haltung

Gute Politik lebt vom miteinander Reden, Politik lebt von Kompromissen, und Politik lebt auch von den realen Möglichkeiten. So ist es auch bei den Zukunftsplänen für die alte Feuerwache in der Jordanstraße. Wie man das macht, zeigt der SPD-Fraktion im Bezirksrat Südstadt-Bult gerade der kleine Koaltionspartner, die Grünen-Fraktion. Der Juniorpartner hat einen Kompromiss vorlegt, der sowohl Wohnungen als auch Entfaltungsräume für die Bürger aus der Südstadt und der Bult vorsieht. Und die SPD? Sie ignoriert das einfach. Auch eine Form von Politik.

Die SPD-Fraktion will am liebsten gar nicht über das ganze Thema reden, dann bräuchte sie nämlich auch keinen Kompromiss einzugehen und könnte weiter an einem reinen Wohnkonzept arbeiten. Denkt man offensichtlich dort.

Im Moment sieht es aber nicht so aus, als würde es für die unbewegliche Haltung der SPD eine Mehrheit im Bezirksrat geben.

Ganz im Gegenteil.

Die Feuerwache in der Jordanstraße wird voraussichtlich im Herbst frei. Dann zieht die Feuerwehr von dort in einen Neubau an der Lange-Feld-Straße im Stadtteil Kirchrode. Mitte Dezember feierte die Stadt Richtfest auf der Baustelle. Bereits ab April – noch am alten Standort – soll die Wache die Aufgaben der Werksfeuerwehr der Messe übernehmen. Von der Lange-Feld-Straße aus soll sie für Einsätze binnen fünf Minuten auf dem Messegelände sein können.

Lesen Sie auch hier: So wurde schon über die Feuerwache diskutiert

Von Mathias Klein

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