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Aus der Stadt Bike-Flash: Diese Anlage soll Radfahrer vor Lkw schützen
Hannover Aus der Stadt Bike-Flash: Diese Anlage soll Radfahrer vor Lkw schützen
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00:17 26.11.2018
Die eher unscheinbare Anlage soll Leben retten. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Nur wenige Stunden nach dem Tod einer jungen Radfahrerin haben die Stadt Garbsen und die Region Hannover am Freitag eine Anlage vorgestellt, die ähnliche Unfälle künftig verhindern soll. Am Abzweig zum Amazon-Sortierzentrum steht jetzt erstmals in Deutschland eine sogenannte Bike-Flash-Anlage. Sie warnt zum einen mit hellen Blinklichtern rechts abbiegende Fahrzeuge vor Radfahrern, die auf dem Radweg geradeaus weiter fahren wollen. Und die Anlage warnt zusätzlich die Radfahrer vor der drohenden Gefahr durch den toten Winkel abbiegender Fahrzeuge.

Testphase soll 2019 ausgewertet werden

Die Anlage hat 34.000 Euro gekostet, die Summe teilen sich die Stadt Garbsen und die Region. Regionsverkehrsdezernent Ulf-Birger Franz kündigte an, dass die Region nach weiteren Standorte für die Bike-Flash-Anlage suchen werde. Im kommenden Jahr soll untersucht werden, welche Ergebnisse die Anlage gebracht hat.

Nur wenige Stunden nach dem Tod einer jungen Radfahrerin haben die Stadt Garbsen und die Region Hannover eine Anlage vorgestellt, die ähnliche Unfälle künftig verhindern soll.

Die Menschen verließen sich immer mehr auf die Technik, auch im Verkehr, sagte der Garbsener Bürgermeister Christian Grahl. Allerdings werde es noch dauern, bis die Fahrzeuge so digitalisiert seien, dass ihr Betrieb sicher sei. Die jetzt installierte Anlage sei so gut, weil sie weder von Lastwagen- und Autofahrern noch von den Radfahrern übersehen werden könne.

So funktioniert Bike-Flash

Das System Bike-Flash überwacht den toten Winkel permanent durch eine Wärmebildkamera bis zu einer Entfernung von 40 Metern. Wenn ein Radfahrer oder ein Fußgänger von der Kamera erkannt werden, werden vier sogenannte Leuchtbügel aktiviert.

Diese blinken in unterschiedlichen Höhen, so dass sie während des gesamten Abbiegevorgangs sowohl für höher sitzende Lastwagenfahrer als auch für Fahrer von Kleinwagen zunächst im Sichtbereich der Frontscheibe, dann im Beifahrerfenster und anschließend auch im Rückspiegel zu erkennen ist.

Forderung nach Umrüstung von Lastwagen

Die Idee zur Installation der Anlage hatten der Garbsener ADFC und die Grünen. Der Rat der Stadt habe dann ohne Diskussionen zugestimmt, berichtete Grahl.

Franz forderte bei der Präsentation der neuen Anlage weitergehende Umrüstungen in Lastwagen. Nicht nur die neuen Lastwagen müssten mit Abbiegeassistenten ausgerüstet werden, sondern alle Lastwagen sollten mit der Technik nachgerüstet werden. Die Region Hannover sei ein Vorbild, alle Lastwagen der Straßenmeisterei sind mit der Technik ausgerüstet.

16-Jährige stirbt bei Abbiegeunfall

Knapp drei Stunden vor der Präsentation der neuen Anlage in Garbsen war eine 16 Jahre alte Radfahrerin in Burgdorf bei einem Abbiegeunfall von einem Lkw erfasst worden. Obwohl Passanten und Rettungskräfte schnell Erste Hilfe leisteten, starb die Jungendliche noch an der Unfallstelle.

Im April hatte es einen ähnlichen Unfall in Hannover gegeben. Damals war ein elf Jahre alter Junge am Industrieweg von einem abbiegenden Sattelzug erfasst und tödlich verletzt worden.

Von Mathias Klein

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