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Aus der Stadt Jetzt sucht die Feuerwehr nach Bomben
Hannover Aus der Stadt Jetzt sucht die Feuerwehr nach Bomben
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17:14 23.01.2019
Experten beraten in Anderten das Vorgehen beim Entschärfen der Fliegerbombe. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Die Feuerwehr sucht in Hannover künftig systematisch nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Organisations- und Personalausschuss stimmte am Mittwoch einer entsprechenden Verwaltungsvorlage einstimmig zu. Vier zusätzliche Mitarbeiter sollen bei der Feuerwehr unter anderem für die Auswertung von Luftbildern und die Information der Bürger im Fall von Bombenräumungen zuständig sein. Ziel ist es, pro Jahr bis zu vier Blindgänger zu finden und zu entschärfen. Die Stadt stellt für die neuen Mitarbeiter insgesamt rund 400.000 Euro zur Verfügung.

Geplant ist möglichst mehrere, in der Nähe liegende Blindgänger, zeitgleich unschädlich zu machen. Das soll dazu beitragen, die Auswirkungen für die betroffenen Bürger, die Firmen und den Verkehr möglichst gering zu halten. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass es noch mehrere hundert Verdachtspunkte in Hannover gibt.

In den vergangenen 50 bis 60 Jahren seien zwar auch Blindgänger geräumt worden, sagte Feuerwehrchef Claus Lange in der Ausschusssitzung. Allerdings sei das weder systematisch geschehen, noch seien die Ergebnisse dokumentiert worden. Das habe unter anderem an den zahlreichen unterschiedlichen Akteuren bei der Suche nach Blindgängern gelegen.

Die systematische Suche werde erschwert, weil die Alliierten noch immer nicht alle Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung gestellt hätten, berichtete Lange. Mit Hilfe der Luftbilder sind Blindgänger zu erkennen. Wichtig sind bei der Suche nach Blindgängern vor allem Luftbildaufnahmen von Aufklärungsflügen wenige Tage nach Bombenabwürfen.

Lange sprach sich allerdings gegen ein öffentlich einsehbares „Kampfmittelkataster“ aus, wie es das in Hannover zum Beispiel für Altlasten gibt. „Das würde möglicherweise zu einer Verunsicherung führen“, erläuterte der Feuerwehrchef. Bis vor wenigen Jahren hatte sich das Land Niedersachsen um die Bombensuche gekümmert, dann aus Kostengründen die Nachforschungen aber eingestellt.

Bei der bisher größten Bombenräumung der Stadtgeschichte mussten am 7. März 2017 rund 50.000 Menschen in Vahrenwald, der List und der Nordstadt ihre Wohnungen verlassen. 2018 hat es gar keine Bombenentschärfungen gegeben, vor rund zwei Wochen war in Anderten ein Blindgänger entschärft worden.

Von Mathias Klein

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