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Aus der Stadt Grundschulen im Nordosten werden zu klein
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Bothfeld-Vahrenheide: Grundschulen im Stadtbezirk werden zu klein

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08:22 20.12.2019
Glück gehabt: Die Grundschule Gartenheimstraße ist nicht ganz so beengt wie die anderen Schulen im Viertel. Quelle: Samantha Franson
Bothfeld-Vahrenheide

Die sechs Grundschulen im Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide werden in den nächsten Jahren zu klein sein, um alle Schüler aufzunehmen. Bereits in den Jahren 2022/23 werden laut kommunalen Schulentwicklungsplan der Stadt Hannover die räumlichen Kapazitäten voll ausgeschöpft sein. Das erklärte eine Mitarbeiterin der Stadt in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Bothfeld-Vahrenheide.

Grundschulen Tegelweg und Gartenheimstraße:Container stehen allerorts

Mobile Raumeinheiten – also Container, in denen unterrichtet werden kann – und die Erweiterung der Grundschulen Tegelweg und Gartenheimstraße sollen bei diesem Problem erst einmal Abhilfe schaffen. Vor allem die mobilen Raumeinheiten sorgten jedoch für Unmut beim Bezirksrat.

„Bei der angespannten Raumsituation sollte man über eine Erweiterung der Schulen oder einen Anbau nachdenken“, erklärte Eike Bredow (CDU). Mobile Raumeinheiten, wie sie fast jede Grundschule im Stadtbezirk besitzt, seien teuer und eine Zumutung für Schüler und Lehrer, ergänzte er.

Zustimmung erntete Bredow dabei von der SPD-Fraktion. „Wir arbeiten schon mehr als zehn Jahre mit Containern“, beschwerte sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Claudia Heinrich. Den Grund dafür sah sie in den nicht stimmigen Schülerprognosen des Schulentwicklungsplans. Für 2018 wurde darin beispielsweise für die Grundschule Gartenheimstraße mit knapp 100 Kindern mehr kalkuliert, als letztlich tatsächlich eingeschult wurden. „Ich frage mich, wo diese 100 Schüler bleiben? Die Prognose muss genauer werden“, forderte sie von der Stadtverwaltung.

Fridtjof-Nansen-Schule in Vahrenheide:Aula wird umfunktioniert

Dennoch werden die Räumlichkeiten in einigen Schulen knapp – wie zum Beispiel in der vierzügigen Fridtjof-Nansen-Schule in Vahrenheide. 16 Klassenräume stehen dort derzeit für 19 Klassen zur Verfügung. Zwei Unterrichtscontainer hat die Schule bereits, außerdem sollen die Hortflächen in einen Ganztagsbereich umgewandelt werden.

„Dazu sind die ersten Gespräche schon geführt worden“, erklärte die Stadtmitarbeiterin in der Bezirksratssitzung. Außerdem werde eine Umorganisation der Aula zur Entlastung bereits verwaltungsintern geprüft. Laut Klaus Hedrich (SPD) werde die Aula schon jetzt als Unterrichtsraum verwendet. Das bestätigte die Mitarbeiterin und merkte an, dass die Schule allerdings um bauliche Unterstützung gebeten habe. „Die Aula und den Pausenbereich ganz wegzunehmen, das ist auch nicht sinnvoll“, ergänzte sie.

Grundschule Grimselweg: „Wir platzen aus allen Nähten“

Ähnlich geht es der Grundschule Grimselweg in Bothfeld. 370 Schüler in 16 Klassen sind dort zurzeit untergebracht, im vergangenen Jahr waren es nur 312. Die Schule besitzt bereits seit dem Schuljahr 2015/2016 zwei mobile Raumeinheiten. Drei Container sind für das laufende Schuljahr eigentlich erforderlich – allerdings noch nicht aufgestellt. Zwei weitere sind für die Entlastung der dreieinhalbzügigen Schule geplant. Schulleiterin Katja Adelt machte im Bezirksrat ihrem Ärger darüber Luft. „Wir platzen aus allen Nähten und wissen nicht mehr wohin“, berichtete sie. Die Sporthalle würde zudem nicht ausreichen, um für alle zweimal in der Woche Sport anbieten zu können.

Ein Musik- und ein Ganztagsraum sind inzwischen zu Klassenzimmern umgewandelt worden und stünden nun als Fachräume nicht mehr zur Verfügung. „Wir benutzen die Aula als Musikraum“, erzählte Adelt. Gemäß der Planung sollen im nächsten Jahr 450 Schüler die Grundschule besuchen. „Da kann man sich ja vorstellen, wie viele Container wir bekommen“, sagte sie. Laut Stadt soll das Gebäudemanagement die Schule nun noch einmal unter die Lupe nehmen.

Grundschule Gartenheimstraße:Genug Platz für 15 Klassen

Die Situation im Gebäude der dreizügigen Grundschule Gartenheimstraße ist nicht so beengt wie in den anderen Grundschulen im Stadtbezirk. Es gibt Planungen, die Schule vierzügig ohne Neu- und Anbau auf 15 Klassen zu erweitern. „Das Neubaugebiet Herzkamp ist für 2022 in den Planungen berücksichtigt“, erklärte die Stadtmitarbeiterin. Noch bis zum 31. Juli 2020 ist zusätzlich die Elterninitiative Kallamatsch in den Schulräumen beheimatet. „Die brauchten dringend einen Unterschlupf“, sagte sie. Laut Schulleiterin Katja Schröder bestehe auch Interesse, eine Ganztagsbetreuung anzubieten. „Was uns dafür ja noch dringend fehlt, ist eine Mensa. Wenn wir es machen wollen, dann wollen wir es auch gut machen“, betonte Schröder. Gespräche dazu liefen bereits.

Grundschule Hägewiesen:Container muss bleiben

Die vierzügige Ganztagsgrundschule Hägewiesen im Sahlkamp beherbergt 18 Klassen, einen Schulkindergarten und einen Hort. Die Einrichtung ist Teil des Projektes „Schule Plus“ und hat kleinere Klassen für eine bessere pädagogische Arbeit. Perspektivisch soll der Hort für den Ganztag genutzt, der Schulkindergarten aber erhalten werden. Ein Container auf dem Schulhof muss allerdings länger als geplant stehenbleiben.

Grundschule Tegelweg: Anbau und weitere Container

An der dreizügigen Grundschule Tegelweg wird gebaut – derzeit im zweiten Abschnitt. Wegen des Neubaugebiets Gartenstadt Nord, ehemals Freiherr-von-Fritsch-Kaserne, soll die Schule viereinhalbzügig werden. Aber schon für die jetzigen 14 Klassen sind die Räumlichkeiten beengt, die Schulhausmeisterwohnung wird deshalb für Unterrichtszwecke genutzt. Die Schule soll zu den bestehenden sechs Containereinheiten noch sechs weitere sowie ein Toiletteneinheit bekommen.

Grundschule Hoffmann von Fallersleben:Schülerzahl soll konstant bleiben

Zehn Klassen werden in der zweieinhalbzügigen Hoffmann-von-Fallersleben-Schule unterrichtet. Laut Prognose des Schulentwicklungsplans soll die Zahl der Schüler in den kommenden Jahren weiter konstant bleiben. Dass die Vorhersagen mit Vorsicht zu betrachten sind, zeigt die aktuelle Schülerzahl. Erstmals seit 20 Jahren ist sie unter 180 gerutscht – was anders prognostiziert worden war. Was mit den beiden Containern der Schule passiert, ist unklar. Schulleiterin Ute Häßlein wünscht sich, dass sie bleiben . „Es ist das erste Mal so, dass wir durch diese Raumeinheiten Fachräume anbieten können.“ Sonst gäbe es keine Räume für Musik, Kunst oder inklusive Angebote.

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