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Aus der Stadt Linksextreme Brandanschläge auf Abschiebebehörde: Polizei sucht Zeugen
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Brandanschläge auf Abschiebebehörde in Langenhagen und Braunschweig: Polizei sucht Zeugen

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19:44 11.01.2021
Die zehn Kleinbusse und ein Anhänger der Abschiebebehörde in Braunschweig wurden bei dem Brandanschlag zerstört. In Langenhagen entdeckte die Polizei am nächsten Morgen mehrere mit Benzin gefüllte Kanister vor dem Gebäude.
Die zehn Kleinbusse und ein Anhänger der Abschiebebehörde in Braunschweig wurden bei dem Brandanschlag zerstört. In Langenhagen entdeckte die Polizei am nächsten Morgen mehrere mit Benzin gefüllte Kanister vor dem Gebäude. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa
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Hannover/Langenhagen/Braunschweig

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hofft auf Zeugen, die bei der Aufklärung der linksextremen Brandanschläge auf die Abschiebebehörde helfen. Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonnabend zehn Fahrzeuge am Standort Braunschweig angezündet. In Langenhagen scheiterte ihr Versuch, die neue Zentrale Abschiebebehörde anzustecken. Die Täter nutzten für ihr Vorhaben offenbar Benzin.

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„Wir wollen wissen, wer die Unbekannten beim Betreten gesehen oder verdächtige Fahrzeuge bemerkt hat“, sagt LKA-Sprecherin Katrin Gladitz. In Braunschweig wurden gegen 2.20 Uhr zehn Kleinbusse und ein Anhänger zerstört. In Langenhagen entdeckte die Polizei erst um 10.54 Uhr mehrere Zehn-Liter-Kanister mit Benzin. Die Täter wollten das Gebäude an der Benkendorffstraße nahe dem Flughafen anzünden. Der Grund für ihr Scheitern ist offen – wurden sie womöglich gestört?

Das LKA sucht Zeugen, die in Tatortnähe verdächtige Personen gesehen beziehungsweise den Kauf von ungewöhnlich vielen Benzinkanistern beobachtet haben. Die Ermittler sind erreichbar unter der Rufnummer (0511) 2 62 62 42 80.

Keine konkreten Hinweise

Konkrete Hinweise auf die möglichen Täter hat das LKA noch nicht. Allerdings werden die Brandanschläge der linksextremen Szene zugeordnet. Eine einschlägige Internetseite veröffentlichte noch am Sonnabend ein entsprechendes Bekennerschreiben. Die Tat richte sich gegen „das mörderische Abschiebesystem“ in Deutschland und der EU.

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Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich „geschockt und erschüttert“ und sprach von einer zunehmend „terroristischen Struktur“ der linken Szene. Ex-Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte, „dass der Linksextremismus in seiner Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden sollte“.

Von Peer Hellerling