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Aus der Stadt Bundesverdienstkreuz: Hannoveraner für seinen Einsatz für die Demokratie geehrt
Hannover Aus der Stadt

Bundesverdienstkreuz: Hannoveraner für seinen Einsatz für die Demokratie geehrt

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17:13 20.05.2019
Weit gereist in Sachen Demokratie: Klaus Windolph vor seinem Bücherregal voller Reiseführer. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Eine Krawatte nimmt er mit. Eigentlich mag Klaus Windolph es leger. Doch wenn er am Mittwoch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Hand schüttelt, könnte es sein, dass das Staatsoberhaupt Wert auf die Etikette legt. „Aufgeregt bin ich nicht“, versichert Windolph. Obwohl er gewissermaßen das Land Niedersachsen im Schloss Bellevue vertritt. Der pensionierte Lehrer ist eine von 16 ausgewählten Personen aus allen Bundesländern, die von Steinmeier persönlich das Verdienstkreuz für ihren Einsatz für eine gelebte Demokratie erhalten. „Ist das nicht irre?“, fragt der 73-Jährige und strahlt.

Großer Auftritt im Schloss Bellevue

Bei der Matinee, zu der Steinmeier zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes in seinen Amtssitz eingeladen hat, wird Windolph die Arbeit vorstellen, für die er die besondere Auszeichnung erhält. Als Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Proterra Project Cooperation setzt er sich vor allem für internationale Jugendbegegnungen ein. Er organisiert weltweit Kongresse und Foren, in denen junge Leute aus vielen Ländern über Fragen der Demokratie diskutieren und in Workshops entsprechende Kompetenzen stärken können.

Schon als Lehrer für Geografie und Politik an der Tellkampfschule und der Marie-Curie-Schule in Ronnenberg war es Windolph ein wichtiges Anliegen, seine Schüler über den Lehrplan hinaus politisch-gesellschaftlich zu bilden. So initiierte er Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen vor allem in Nicaragua und Namibia. Besonders aktiv war er in Griechenland, wo er auf Naxos 1989 ein Öko-Forschungszentrum gründete und die dortigen Erfahrungen in den Unterricht in Hannover einbrachte. Ebenso wie die Erlebnisse seiner vielen Reisen, von denen die üppig mit Reiseführen bestückte Bücherwand in seinem Haus in Bemerode zeugt.

Der Kontakt zu seinen ehemaligen Schülern riss nicht ab: 2011 gründete der Pädagoge nach der Pensionierung die Initiative „Demokratie in Bewegung“ – und viele von denen, die dort mitmachen, hat Windolph früher unterrichtet. Ziel ist es, junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, um über aktuelle politische Entwicklungen und Zukunftsfragen zu diskutieren. Sechs internationale Kongresse, die als EU-Projekt finanziell gefördert wurden, hat das Team um Windolph bereits organisiert – ob in Hannover, Barcelona, Lyon, der Ukraine oder Georgien. „Wir haben ein stabiles Netzwerk aufgebaut“, sagt er. „Gerade in Zeiten, in denen der Rechtspopulismus auch in Europa wieder Auftrieb gewinnt, sind diese Themen wichtiger denn je.“ Das zeigen auch Bewegungen wie Fridays for Future, bei denen Schüler weltweit für den Klimaschutz demonstrieren.

Nächste Projektphase startet im Herbst

Im Herbst beginnt die nächste internationale Phase von „Demokratie in Bewegung“, die bis 2021 läuft. Zum Start in Hannover am 28. November konnte Windolph einen bekannten Gast gewinnen: Der Soziologe Harald Welzer kommt. Auch neue Projekte hat Windolph schon angeschoben. Künstler sollen helfen, das abstrakte Thema Demokratie auf anschauliche Weise zu den Menschen zu bringen. Und der Pädagoge könnte sich vorstellen, dass in Hannover künftig Bürgerräte mitreden – Personen aus allen gesellschaftlichen Schichten, die per Zufallsprinzip ausgewählt werden.

Von Juliane Kaune

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