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Aus der Stadt Das wird teuer: Wer eine Zigarettenkippe auf die Straße wirft, zahlt bald 30 Euro
Hannover Aus der Stadt

Bußgeld in Hannover: Die weggeworfene Zigarettenkippe wird teurer

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09:00 30.01.2020
Wer eine Kippe wegwirft, soll tiefer in die Tasche greifen. Quelle: Dana
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Hannover

Wer in Hannover eine Zigarettenkippe wegwirft oder den Kot seines Hundes nicht beseitigt, muss künftig ein deutlich höhere Bußgeld zahlen, falls er erwischt wird. Derzeit arbeite die Stadt gemeinsam mit der Stadtreinigung vom Abfallwirtschaftsbetrieb Aha an einem Bußgeldkatalog, teilte Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe am Mittwoch mit.

„Wir wollen den vorhandenen Bußgeldrahmen künftig stärker ausschöpfen“, sagt von der Ohe. Bisher habe man sich bei den vom Land vorgegebenen Zahlen eher an der unteren Grenze orientiert, das werde sich aber ändern. Konkrete Zahlen nannte von der Ohe nicht, die neuen Bußgelder sollen im Frühjahr den Ratspolitikern präsentiert werden. Nach den bisherigen Plänen soll das Wegwerfen einer Kippe künftig 30 statt bisher 20 Euro kosten, für das Liegenlassen von Hundekot soll 75 statt 50 Euro kassiert werden.

„Wir müssen das Bewusstsein der Menschen noch schärfen“: Zum Projekt „Hannover sauber“, das unter anderem von der Üstra und der Madsack-Mediengruppe unterstützt wird, gehört auch eine stärkere Aufklärung der Bürger. Quelle: Andreas Voigt

Befragung ergibt „Traumwerte“

Im September 2018 starteten Aha und die Landeshauptstadt die Initiative „Hannover sauber“, deren Ziel es ist, Hannover zur saubersten Großstadt Deutschlands zu machen, wie der Leiter der Stadtreinigung, Mathias Quast, selbstbewusst sagt. Nach einer von Aha in Auftrag gegebenen repräsentativen Befragung, ist die Landeshauptstadt dazu auf einem guten Weg. Denn die Stadtreinigung arbeite, im Vergleich zu anderen Städten, in Hannover sehr gut, ist ein Ergebnis der Befragung. Jeder dritte Hannoveraner ist mit der Sauberkeit in der Innenstadt sehr zufrieden, ein weiteres Ergebnis der Befragung. Aus Sicht von Aha ist das ein „Traumergebnis“.

Dafür sprechen auch die Zahlen. Beispielsweise hat Aha im vergangenen Jahr 16.600 illegale Müllablagestellen entsorgt, im Jahr 2018 waren es nur 4557. Im Jahr 2019 wurden 3900 Schrottfahrräder kontrolliert und, wenn nötig, entsorgt, eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Die Mitarbeiter von Aha und Stadt schrieben 1100 Ordnungswidrigkeitsanzeigen (2018: 47) und beschäftigten sich mit 5100 Schrottautos.

Hundekot ist das größte Ärgernis

Herausgekommen ist bei der Befragung aber auch, wo die Bürger noch Nachholbedarf sehen. Demnach ist das größte Ärgernis der Hundekot in den einzelnen Stadtteilen. Nach Angaben von Quast sind davon besonders Linden, Vahrenheide und Mühlenberg betroffen. „Das größte Problem sind die Baumscheiben, die Hundebesitzern meinen, das sei nicht so schlimm, wenn ihre Hunde dorthin koten“, sagt Quast.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, will die Stadtreinigung die Verwaltung der in der Stadt vorhandenen rund 170 Behälter für Hundekotbeutel zentral organisieren, derzeit gibt es in Hannover dafür ganz unterschiedliche Zuständigkeiten. „Wir müssen den Bürgern die Möglichkeit geben, den Hundekot zu entsorgen“, sagt Quast.

Papierkörbe werden farbig und lustig

Außerdem plant Quast, mehr Abfallbehälter in der Stadt aufzustellen und diese auch besser sichtbar zu machen. Derzeit gebe es in Hannover 5100 Papierkörbe, das sei bereits eine ganze Masse aber noch immer zu wenig, meint er. Zunächst testweise will Aha im Mai und Juni in der City und in der Lister Meile „Farblich akzentuierte Papierkörbe mit lustigen Sprüchen“ aufstellen. Sollten diese von den Bürgern angenommen werden, werde Aha das Projekt ausweiten.

Zum Projekt „Hannover sauber“, das unter anderem von der Üstra und der Madsack-Mediengruppe unterstützt wird, gehört auch eine stärkere Aufklärung der Bürger. „Wir müssen das Bewusstsein der Menschen noch schärfen“, sagt Quast.

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