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Aus der Stadt Regiobus fährt weiter – und streicht Stellen
Hannover Aus der Stadt

Busverkehr in der Region Hannover: Regiobus fährt weiter - und streicht Stellen

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07:00 03.07.2019
Regionspräsident Hauke Jagau (von links), die Regiobus-Geschäftsführerinnen Regina Oelfke und Elke van Zadel und Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Quelle: Mathias Klein
Hannover

Das regionseigene Unternehmen Regiobus muss kräftig sparen, um auch in den kommenden Jahren für den Busverkehr im Umland zuständig zu sein. Zum Sparprogramm gehören auch Stellenstreichungen, wie die beiden Geschäftsführerinnen Regina Oelfke und Elke van Zadel am Dienstag mitteilten. Von mindestens 66 Stellen ist aktuell die Rede, die Zahl könnte sich aber noch erhöhen. Das hängt vom Ergebnis eines zweiten Gutachtens über Einsparmöglichkeiten ab, das bei Regiobus noch aussteht. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 730 Mitarbeiter.

Alle Bereiche von Stellenstreichungen betroffen

Der Personalabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen gelingen, wie die Geschäftsführung mitteilte. Von den Stellenstreichungen sind alle Bereiche betroffen, als Beispiele nannte Oelfke den Fahrdienst, die Werkstätten, die Busreinigung und die Verwaltung. Weitere Einsparungen soll es durch verbesserte Abläufe und eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Üstra geben. Van Zadel ist seit Montag sowohl bei Regiobus als auch bei der Üstra Geschäftsführerin. Regiobus hat bereits unrentable Linien gestrichen und auf einigen Strecken den Takt ausgedünnt.

Den Sparkurs hat sich das Unternehmen nicht freiwillig verordnet. Er war vielmehr Voraussetzung für eine relativ komplexen Vertragsschluss. Der Auftrag für den Busverkehr ist so umfangreich, dass die Region ihn eigentlich europaweit ausschreiben muss –so könnten sich Dienstleister von Portugal bis Polen darum bewerben. Eine Ausnahme von der Ausschreibungspflicht ist möglich: über einen sogenannten Öffentlichen Dienstleistungsauftrag. Der allerdings ist nur rechtens, wenn das Unternehmen einen Kostendeckungsgrad von 40 Prozent einfährt. Diese Marke hat das Unternehmen zuletzt relativ knapp verpasst –durch das Sparkprogramm erreicht es ihn nun wieder. Deshlab konnte die Regionsversammlung dem neuen 10-Jahre-Vertrag am Dienstag zustimmen und auf die Europa-Ausschreibung verzichten.

Wichtig für die Planungssicherheit

„Das ist ein wichtiger Schritt für unsere Planungssicherheit“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. Mit den Dienstleistungsaufträgen für Regiobus und die Üstra könne der Nahverkehr von der Region besser gesteuert werden, erläuterte er. Damit sei die Region wesentlich handlungsfähiger, als wenn es eine Zusammenarbeit mit einem privaten Verkehrsunternehmen gegeben hätte, das Profite einfahren wolle.

Trotz der notwendigen Einsparungen will das Unternehmen Regiobus sein Angebot für die Fahrgäste attraktiver machen und punktuell modernisieren. So ist etwa geplant, nach und nach alle Busse mit freiem WLAN auszurüsten. Künftig können Kunden also durchs weltweite Web surfen, während sie durch die Region rollen. Wenn der Handystrom knapp wird, solle es USB-Buchsen zum Stromnachladen an den Bussitzen geben.

Busse sollen ohne Fahrer fahren

Eine einschneidende Neuerung ist auf den Betriebshöfen geplant. Dort sollen vor Kurzem bestellten Elektrobusse teilweise autonom fahren – also ohne Fahrer am Steuer etwa Waschanlage und Werkshalle ansteuern. Eine einschneidende Entscheidung steht für das Unternehmen noch aus: Schon vor mehreren Monaten hatte sich herauskristallisiert, dass Regiobus die bisherigen Betriebshöfe in Eldagsen und Wunstorf aufgeben und beide Standorte zu einem zusammenlegen will. Wo? Das ist noch nicht entschieden. Zuletzt waren Ronnenberg, Weetzen und Gehrden in der Diskussion.

Von Mathias Klein

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