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Aus der Stadt CDU-Kandidat Scholz will Grünen Nachhilfe bei der E-Mobilität geben
Hannover Aus der Stadt

CDU-Kandidat Eckhard Scholz präsentiert sich Bürgern in Hannover

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11:57 12.08.2019
Der OB-Kandidat der CDU, Eckhard Scholz, spricht mit Bürgern im Restaurant Trocadero in Vinnhorst. Quelle: Villegas
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Hannover

Eckhard Scholz gelingt es, Gegensätze zu vereinen. Der 55-jährige Kandidat der CDU für die Oberbürgermeisterwahl tritt vor die versammelten Bürger, zum größten Teil CDU-Mitglieder, und gibt sich sowohl bescheiden als auch selbstbewusst. Hoch aufgeschossen steht er da, mit gut geschnittener Hose und Jackett, elegant und lässig, ein bisschen streng, aber mit jungenhaftem Lächeln.

Er sagt, er wolle vor allem zuhören, dennoch redet er viel. Bodenständig sei er, komme aus kleinen Verhältnissen. „Aber ich habe die Welt gesehen“, sagt der ehemalige Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Manager. Ständig stimme er sich jetzt mit den CDU-Parteispitzen über seinen Kurs ab, dennoch wolle er seinen eigenen Weg gehen. „Ich bin meinem Gewissen verpflichtet“, sagt er.

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Tour durch die Stadtteile

Der frisch vom Parteivorstand gekürte OB-Kandidat tourt derzeit durch die Stadtteile und stellt sich den Bürgern vor. Tatsächlich sind es vor allem die jeweiligen CDU-Ortsverbände, die sich ein Bild von ihrem Kandidaten machen wollen. Dennoch betont Hannovers CDU-Chef Maximilian Oppelt: „Die Veranstaltungen sind öffentlich.“

Am Dienstagabend in Vinnhorst kommen rund 25 Interessierte im Restaurant Trocadero zusammen. Zuvor in Misburg seien es mehr als 80 Zuhörer gewesen, sagt Oppelt.

Scholz will nicht nur CDU-Meinung vertreten

Dass der parteilose Scholz tatsächlich nicht nur gängige CDU-Meinungen vertritt, zeigt sich im Verlauf der Diskussion. Wie er es denn mit der Schülerbewegung Fridays for Future halte, die anstatt zum Unterricht auf die Straße gehe und dazu auch noch von Lehrern ermuntert werde, will ein Zuhörer wissen. „Wie sollen sich die Jugendlichen anders Gehör verschaffen?“, antwortet Scholz. Bei einer anderen Zuhörerin findet diese Haltung Zustimmung. „Umwelt und Klimaschutz sind Riesen-Themen bei meinen Kindern. Und ich bestärke sie darin, sich dafür zu engagieren“, sagt sie.

Scholz hält Umweltschutz für eines der wahlentscheidenden Themen. Da habe die CDU bisher zu wenig getan, meint er. Aber auch den Grünen im Rat wirft er vor, viel geredet, aber wenig vollbracht zu haben. „Wir müssen den Umweltschutz im Zusammenhang mit der Wirtschaft sehen“, sagt der ehemalige VWN-Manager und meint vor allem den Ausbau der Elektromobilität. Mehr Ladestationen müsse es in Hannover geben, die sauberen Strom liefern. Die Autoindustrie stelle sich jetzt komplett auf E-Mobilität um, und die Stadt müsse reagieren. „Da kann ich dem Grünen-Kandidaten Belit Onay noch Nachhilfe geben“, sagt Scholz, der Anfang September 2018 VWN verlassen hat.

Gegen „Monokultur“ im Rathaus

Wichtig ist der CDU-Parteispitze, Scholz als Kandidaten jenseits parteipolitischer Seilschaften im hannoverschen Rathaus darzustellen. „Dieses Rathaus braucht einen Neuanfang nach 70 Jahren Monokultur“, sagt Scholz. So sollten neue Dezernenten künftig nicht nach Parteibuch, sondern nach Kompetenz ausgewählt werden. Für seine Konkurrenten um den Chefposten in der Stadtverwaltung habe er Respekt, aber inhaltlich wolle er sich mit ihnen hart auseinandersetzen. „Die Linken haben jetzt eine Frau aufgestellt, das wäre auch eine gute Lösung für die CDU gewesen“, meint OB-Kandidat Scholz.

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Von Andreas Schinkel