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Aus der Stadt CDU-Kandidat Scholz will Hannover zur Fahrradhauptstadt machen
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CDU-Kandidat Scholz will Hannover zur Fahrradhauptstadt machen

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12:14 16.08.2019
CDU-Oberbürgermeisterkandidat Eckhard Scholz setzt sich für einen umweltschonenderen Verkehr ein. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Radwege ausbauen, Fahrradparkhäuser errichten und eine Grüne Welle für Radler auf Hauptverkehrsrouten – der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, Eckhard Scholz, will Hannover zur Fahrradstadt machen. „Mein Ziel ist es, dass Hannover 2035 Deutschlands Fahrradhauptstadt wird“, sagt der ehemalige Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Chef im Gespräch mit der HAZ. Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen soll von derzeit 20 auf 30 Prozent steigen. „Es muss attraktiv sein, auf das Auto zu verzichten“, sagt Scholz.

Keine Fahrverbote, dafür Ausbau von Park + Ride-Plätzen

Das Mobilitätskonzept des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten hat eine erkennbare Richtung: Weg vom Auto, hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Stadtbahnen und Busse. Ein Auto, sagt Scholz, befördere im Schnitt 1,2 Menschen. Es beanspruche viel Verkehrsraum, stehe die meiste Zeit herum und stoße viel Kohlendioxid aus. „Das ist eine schwierige Ausgangssituation“, sagt der ehemaliger Automanager.

Dennoch will Scholz keine Fahrverbote aussprechen, weder für einzelne, viel befahrene Straßen noch für die gesamte Innenstadt. „Wir brauchen den Wirtschaftsverkehr, und als Einkaufsstadt muss Hannover mit dem Auto erreichbar bleiben“, sagt er.

Scholz will Berufspendler dazu bewegen, ihr Auto am Stadtrand abzustellen und auf umweltschonendere Verkehrsmittel umzusteigen. „Wir müssen Park-and-Ride-Plätze erweitern und zu Mobilitätsstationen ausbauen“, schlägt er vor. In der Nähe von Stadtbahnhaltestellen sollen nicht nur große Parkplätze entstehen, sondern auch Möglichkeiten, Fahrräder, E-Bikes und Elektroroller auszuleihen. Günstige Jobtickets für Busse und Bahnen sollten den Umstieg zusätzlich erleichtern.

Stadtbahnverlängerung in Richtung Alte Heide

Am öffentlichen Nahverkehr hat Scholz eigentlich wenig auszusetzen. Er fordert aber, dass sich die Regionsverwaltung, zuständig für Busse und Stadtbahnen in Hannover, nicht zurücklehnen dürfe. „Die Wasserstadt Limmer muss ebenso wie die neue Medizinische Hochschule ans Stadtbahnnetz angeschlossen werden“, sagt Scholz.

Auf der Stadtbahnlinie 2 Richtung Alte Heide wünscht er sich eine Verlängerung. Zudem solle das Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld einen Stadtbahnanschluss bekommen.

Wenn schon Autofahren, dann bitte mit Elektroantrieb, so ließe sich die Devise des OB-Kandidaten zusammenfassen. Der Automobil-Experte geht davon aus, dass in den kommenden Jahren der Anteil der Elektroautos auf 30 bis 40 Prozent steigt. „Darauf muss sich eine Kommune vorbereiten“, sagt Scholz.

In Parkhäusern sollten Ladesäulen stehen, ebenso auf Parkplätzen von Supermärkten. Zudem plädiert er für Stadtteilparkhäuser, in denen auf kleiner Grundfläche viele Autos mithilfe eines Aufzugsystems gestapelt werden können. „Wir sollten Parkräume bündeln und nicht überall Stellplätze schaffen“, sagt er. Von der gesetzlichen Pflicht, bei Neubauten genügend Parkplätze einzurichten, hält der CDU-Kandidat wenig. „Das muss der Gesetzgeber dringend überdenken“, fordert er.

Verkehrsmittel sollten vernetzt werden

Verkehrsmittel müssen vernetzt werden, meint Scholz. Das könne mit einem Programm fürs Smartphone gelingen, das anzeigt, wie eine Route mit Stadtbahn, Leihrad, E-Roller und anderen Fahrzeugen zurückgelegt werden kann. Für die Berechnung der Route dürfe nicht nur die Schnelligkeit ausschlaggebend sein, sondern auch die Umweltfreundlichkeit, sagt er.

Mit seinem Verkehrskonzept scheint CDU-Mann Scholz die Grünen überholen zu wollen. Zwar geht Scholz nicht so weit, eine autofreie Innenstadt und flächendeckend Tempo 30 zu fordern, wie manche Grüne, doch der Schwerpunkte ist ähnlich: Mobilität soll nach Meinung von Scholz umweltschonender werden.

Stadtverkehr: Das wollen die Kandidaten von SPD und Grünen

Die Oberbürgermeisterkandidaten von SPD und Grünen haben ebenfalls Vorschläge unterbreitet, wie der Verkehr in Hannover verbessert werden könnte.

SPD-Kandidat Marc Hansmann will die oberirdische Stadtbahnlinie 10 durch die Südstadt bis zum Bismarckbahnhof verlängern – ein Millionenprojekt. Bisher endet die Trasse neben dem Hauptbahnhof in Höhe der Rundestraße.

Damit holt Hansmann einen alten Vorschlag aus der Schublade, der zu Beginn der Debatten um den Ausbau der sogenannten D-Linie auf dem Tisch lag, aber wieder verworfen wurde. Zudem schwebt Hansmann vor, die Stadtbahnlinie 17 vom Schwarzen Bären Richtung Hanomag-Gelände zu führen.

Grünen-Kandidat Belit Onay hat ein dezidiertes Mobilitätskonzept noch nicht vorgelegt. Klar ist aber, dass er den Fahrradverkehr stärken will. Stellung genommen hat er zur Fahrradstraße in der Langen Laube. Dort seien Radfahrer durch herumkurvende Autos gefährdet, meint Onay. Er schlägt vor, die Lange Laube zur Einbahnstraße zu erklären und nur noch Anwohnern das Parken zu gestatten. „Wo nötig, könnten Haltebuchten für den Lieferverkehr ausgewiesen werden“, sagt Onay. Dadurch könne die Lange Laube zum Vorbild für weiter Fahrradstraßen werden.

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Von Andreas Schinkel

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