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Aus der Stadt Waterloosäule muss dringend saniert werden
Hannover Aus der Stadt Waterloosäule muss dringend saniert werden
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05:54 20.04.2019
Die Waterloosäule muss saniert werden. Die Kosten werden auf 825.000 Euro veranschlagt – es könnte aber auch teurer werden. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Die Waterloosäule in der Calenberger Neustadt muss saniert werden, die derzeitigen Kostenschätzungen belaufen sich auf 825.000 Euro. In der kommenden Woche wird dem Kulturausschuss eine Drucksache des Gebäudemanagements vorgelegt, in der von „erheblichen Schäden an allen Bauteilen“ der Säule – insbesondere der Sandsteine – die Rede ist. Eine „akute Gefahr für Leib und Leben von Passanten“ sei derzeit zwar noch nicht gegeben, doch aufgrund ihrer Verkehrssicherungspflicht und zur Vermeidung von Folgeschäden müsse die Stadt nun rasch aktiv werden. Vor vier Jahren waren der bauliche Zustand der Säule und der Siegesgöttin Victoria auf ihrer Spitze kontrolliert worden. Damals hieß es, es seien keine gravierenden Schäden entdeckt worden – doch offenbar war das nur die halbe Wahrheit.

Die gut 46 Meter hohe Waterloosäule wurde 1825 bis 1832 von Georg Ludwig Friedrich Laves aus Oberkirchener Sandstein erbaut und erinnert an den Sieg von Hannover, Preußen und Großbritannien über die Truppen von Napoleon I. Im Sockel sind acht Kanonen eingebaut, über dem Säulenkapitell befindet sich eine begehbare Aussichtsplattform, und über allem steht – geformt aus Kupferblech – die Siegesgöttin auf einer Kugel.

Immer wieder Reparaturen

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte waren immer wieder Ausbesserungsarbeiten an dem prominenten Bauwerk erforderlich, 1985 wurde der Sandsteinkorpus grundlegend saniert und abgedichtet. Seit einigen Jahren bieten die HAZ, die Baudenkmalstiftung und Hannover Marketing mehr oder minder regelmäßig Führungen in die oberen Etagen des Denkmals an; die Wendeltreppe im Inneren der Säule zählt 190 Stufen.

Bei der Untersuchung vor vier Jahren hatten Fachleute den Schaft des Bauwerks mithilfe eines Hubsteigers überprüft. Die Kupfer-Victoria war eingerüstet worden, später kam auch noch eine Drohne zum Einsatz. Sofortmaßnahmen erachtete die Verwaltung damals nicht für notwendig, doch schon 2016 wurden erste Instandsetzungsarbeiten veranlasst – die Restaurierung der Eingangstür und eine Teilsanierung des unteren Treppensockels. Die Experten hatten zudem festgestellt, dass die Fassadenabdichtung und Imprägnierung aus dem Jahr 1985 offenbar mangelhaft war, so dass nun von „bröckeligem Zerfall“ der Sandsteine und von Aushöhlungen in der Oberfläche die Rede ist.

Nicht alles ist marode

Allerdings, so heißt es in der Drucksache, sei die Überprüfung der Waterloosäule vom Hubsteiger aus nur eingeschränkt möglich gewesen, tiefer liegende Schäden habe man auf diesem Wege nicht ermitteln können. Das gelte auch für die auskragende Aussichtsplattform, doch seien hier ebenfalls „Schäden zu vermuten, da auf Drohnenfotos Wasserlaufspuren an der Unterseite zu erkennen sind“. In relativ gutem Zustand befinden sich hingegen das Blechkleid von Kugel und Victoria sowie die Innenkonstruktion der Säule; vor 2035 sieht das Gebäudemanagement bei diesen Bauteilen keinen Handlungsbedarf.

Allerdings warnt die Verwaltung bereits vorsorglich, dass die veranschlagte Summe von 825.000 Euro möglicherweise nicht ausreicht, da es noch „Unwägbarkeiten“ gebe. Erst wenn die Säule vollständig eingerüstet sei, könne man nicht sichtbare Bauteile wie die Zugverankerungen der Siegesgöttin oder das Konstrukt der Aussichtsplattform genauer unter die Lupe nehmen. „Die Tragfähigkeit der Plattform sowie die Standsicherheit der Figur können solange nicht eindeutig festgestellt werden“, konstatiert die Stadt. Bedeutet das, dass die Säule nun nicht mehr bestiegen werden darf? Die Besichtigungen, weiß auch das Gebäudemanagement, „erfreuen sich großer Beliebtheit und werden nach Möglichkeit auch während der Sanierungsarbeiten fortgesetzt“. Beendet sein soll die Instandsetzung Ende 2020.

Von Michael Zgoll

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