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Aus der Stadt Auch eine kleine Klinik kann erfolgreich arbeiten
Hannover Aus der Stadt

Clementinenhaus in Hannover: Auch eine kleine Klinik kann erfolgreich arbeiten

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19:07 16.07.2019
Pfleger Daniel Schönemann (von links), Chirurg Orhan Tapkiran und Pfleger Sascha Saebel kümmern sich bei der Visite im DRK-Clementinenhaus um Patientin Silvia Selle. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Besondere Sorgen macht sich Birgit Huber nicht. Zwar ist das DRK-Krankenhaus Clementinenhaus, dessen Geschäftsführerin sie ist, mit 195 Betten die kleinste eigenständige Klinik in Hannover. Und wenn es nach den Experten einer jetzt veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung geht, sollen vor allem die kleinen Krankenhäuser mit unter 200 Betten geschlossen werden, um die Versorgungsqualität der Patienten zu verbessern. Damit wäre jede zweite Klinik überflüssig.

Klinikchefin: „Ich habe keine Angst“

Aber Geschäftsführerin Huber ficht das nicht an. „Ich habe keine Angst, weil wir die Besten sind“, sagt sie selbstbewusst. Und sie berichtet davon, wie sie die Klinik in der List nach und nach von einem Krankenhaus mit vielen Fachrichtungen zu einer Spezialklinik umgewandelt hat. Statt wie früher auch zum Beispiel eine Gynäkologie und Urologie vorzuhalten, konzentriert sich die Klinik mittlerweile im Wesentlichen auf wenige Bereiche: Orthopädie, Kardiologie und Viszeralchirurgie.

Birgit Huber, Geschäftsführerin des Clementinenhauses, hat die Klink nach und nach umgebaut. Quelle: Samantha Franson

Und die Krankenhausmanagerin ist sich sicher, dass diese Spezialisierung die richtige Entscheidung war. „Wir haben im vergangenen Jahr 600 künstliche Kniegelenke eingesetzt“, berichtet sie. 140 Hüften seien operiert worden und 180 Schultern. Die spezielle fachliche Ausrichtung mache den besonderen Erfolg des Clementinenhauses aus, sagt Huber. Denn die Mediziner seien durch die häufigen Operationen sehr routiniert. Und die Patienten könnten sicher sein, dass die Eingriffe nur von wenigen Ärzten gemacht werden. An größeren Kliniken operierten oft viele Ärzte, deshalb fehle die Routine, erläutert Huber. „Deshalb sollte man sich genau anschauen, wie viele Ärzte in einem Krankenhaus operieren“, sagt sie.

Jedes Jahr eine schwarze Null

Während die großen Krankenhausunternehmen in Hannover Millionenverluste machen, geht es der kleinen Klinik in der Lister Lützerodestraße vergleichsweise gut. „Wir schreiben jedes Jahr eine schwarze Null“, berichtet Huber. Sie hebt hervor, dass ihr Krankenhaus ganz ohne öffentliche Zuschüsse auskommen muss – und auskommt. Die 200.000 bis 500.000 Euro, die Jahr für Jahr in der Endabrechnung übrig bleiben, investiert das Clementinenhaus wieder.

Platz elf bei den besten Krankenhäusern

Dass das Clementinenhaus gut dasteht, sieht nicht nur Huber so. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte das F.A.Z.-Institut in Frankfurt am Main eine Studie mit dem Titel „Deutschlands beste Krankenhäuser“. Das Clementinenhaus schaffte es dort in der Größenklasse 150 bis 300 Betten auf Platz elf. Bewertet wurden von den Experten die medizinische und pflegerische Qualität sowie die Zufriedenheit der Patienten. „Es liegt vor allem am Engagement unserer Mitarbeitenden, dass sich die Patienten bei uns wohl- und gut behandelt fühlen“, sagt Huber. Und sie tut viel dafür, dass die Motivation der Mitarbeiter hoch ist, unter anderem im Pflegebereich. „Es ist wichtig, Menschen, die einen unglaublich schweren Job machen, einen attraktiven Arbeitsplatz anzubieten“, betont Huber.

Viele Dankesbriefe von Patienten

Um dem Personal eine komfortable Arbeitssituation zu bieten, versuche sie auch immer möglichst schnell, eine neue Pflegekraft einzustellen, wenn eine andere längere Zeit wegen einer Erkrankung ausfällt, sagt Huber. Und im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern hat die Geschäftsführerin nach eigenen Angaben auch keine Probleme, freie Stellen im Pflegebereich zu besetzen. Dass sich das positiv auf die Arbeitsatmosphäre und damit auf den Umgang der Mitarbeiter mit den Kranken auswirke, sehe sie auch an den vielen Dankesbriefen von Patienten, die sich lobend über ihren Aufenthalt in der Klinik äußern.

So bedankte sich erst vor Kurzem ein Patient nicht nur für die zwei großen Becher Kaffee, die wunschgemäß jeden Morgen an seinem Bett standen. Unter anderem schrieb er zudem an die Mitarbeiter der Station: „In Ihrem Hause ist der Patient ein Gast, und wenn es nötig ist, ist der Gast eben auch verlässlich betreuter Patient.“ Mehr kann sich Krankenhauschefin Huber kaum wünschen.

Lesen Sie hier weiter: Leitartikel: Die Statistik heilt nicht

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Von Mathias Klein

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