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Aus der Stadt Coronavirus: So wollen die Menschen in Hannover ihren Mitbürgern helfen
Hannover Aus der Stadt

Coronavirus: So wollen die Menschen in Hannover ihren Mitbürgern helfen

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14:56 17.03.2020
In der Corona-Krise organisieren viele Personen jetzt Hilfsangebote für Menschen in Risikogruppen. Quelle: dpa (RND-Collage)
Hannover

Schulen und Kitas geschlossen, Veranstaltungen abgesagt und insbesondere für Risikogruppen wie Ältere und Lungenkranke gilt die Empfehlung, möglichst nicht mehr das Haus zu verlassen, um soziale Kontakte zu vermeiden. Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen auf den Kopf stellt. Doch es entstehen derzeit auch Hilfsangebote.

So hat sich am Wochenende die Gruppe „Einkaufshilfe Hannover“ gegründet – und innerhalb von zwei Tagen nach eigenen Angaben schon mehr als 500 Helferinnen und Helfer vor allem in der Stadt Hannover gesammelt. „Wir sind Studierende und haben momentan, ehrlich gesagt, viel Zeit, weil alle Uni-Veranstaltungen abgesagt wurden“, sagt Maria Ravvina, eine der Organisatorinnen der Gruppe. Die Helfer können für Senioren und andere Risikogruppen Botendienste, Einkäufe und Apothekengänge übernehmen.

Die Gruppe will von Anfang der Woche an Hilfsdienste anbieten können. Erreichbar ist die Gruppe per E-Mail unter einkaufshilfe.hannover@gmx.de. Ab Montag sei zudem die Telefonnummer (0178) 8314475 freigeschaltet, sagt Ravvina. Täglich von 10 bis 16 Uhr können dann zum Beispiel Seniorendort anrufen und um eine Einkaufshilfe bitten. Dafür müssen sie eine möglichst präzise Einkaufsliste schreiben und auch einen etwaigen Kostenrahmen für den Einkauf angeben. Die Gruppe kontaktiert dann einen Helfer, der sich bei den Hilfesuchenden meldet, die Liste abholt, einkaufen geht, die Einkäufe bei den Hilfesuchenden abliefert und sich das Einkaufsgeld erstatten lässt.

Die Helfer sollen dabei möglichst Abstand von den Hilfesuchenden halten. Die Hilfeleistung ist ehrenamtlich und kostet nichts. Die Helfer sind keine Mitarbeiter der Gruppe, sondern die Gruppe koordiniert nur Hilfesuchende und Helfer.

Diakonisches Werk gründet Helfer-Netzwerk

Auch das Diakonische Werk Hannover hat bereits ein Helfernetzwerk ins Leben gerufen. „Nachbarschaftschallenge – Hilfe für Risikogruppen“ heißt das Projekt. Unter der E-Mail-Adresse hilfe@dw-h.de oder unter der Telefonnummer (0511) 3687-108 können Helfer und Hilfesuchende sich melden. Weitere Informationen und ein Anmeldeformular gibt es zudem unter www.diakonisches-werk-hannover.de. „Wir müssen neben dem Selbstschutz auch an die denken, die auf Unterstützung angewiesen sind. Viele andere sind wiederum bereit, anderen aus ihrem Quartier etwas mitzubringen“, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, Leiter des Diakonischen Werkes Hannover.

Solidaritätsgruppen auf Facebook

Auch auf Facebook organisieren sich Nachbarschaftshilfen, wie zum Beispiel die Gruppe Hannover-Nordstadt. „Nachbarschaftshilfe in Corona-Zeiten. Einkaufen, Kinderbetreuung, mit Hunden Gassi gehen. Ihr braucht Hilfe, ihr könnt helfen, ihr habt Informationen, dann hier rein bitte, damit Suchende das schnell in unserer Gruppe finden können“, lautet das Motto der Gruppe. Hilfesuchende und Helfer kommen hier über Facebook-Posts zueinander.

Zu mehr Ruhe und Besonnenheit ruft die Gruppe „Solidarität statt Hamsterkäufe. Corona Support Hannover auf. Die Gruppe möchte nicht nur Helfer und Hilfesuchende vermitteln, sondern das soziale Netzwerk auch dazu nutzen, sich gegenseitig zu unterhalten, die Langeweile zu vertreiben und füreinander da zu sein.

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Von Heiko Randermann

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