Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wegen Coronavirus: Continental verbietet Reisen nach China
Hannover Aus der Stadt

Coronavirus führt bei Conti in Hannover zu Reiseverbot von und nach China

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 28.01.2020
Tragen wir auch bald alle einen Mundschutz? Quelle: Hans Klaus Techt/dpa
Hannover

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus nach Deutschland wächst auch bei Unternehmen in Hannover die Sorge vor Infektionen von Mitarbeitern oder Kunden. So hat der Autozulieferer Continental ein generelles Reiseverbot für seine Mitarbeiter ausgesprochen. „Reisen von und nach China sind derzeit untersagt“, erklärt Unternehmenssprecherin Nicole Goettlicher. Mitarbeiter dürften nur dann reisen, wenn es wirklich unbedingt erforderlich sei.

Continental hat in seinen Werken in China insgesamt rund 26.000 Mitarbeiter. In der Provinz Hubei, in der auch die vom Coronavirus besonders betroffene Stadt Wuhan liegt, hat das hannoversche Unternehmen weder ein Werk noch einen Entwicklungsstandort. Das auch von China nach Hannover gültige Reiseverbot soll verhindern, dass möglicherweise infizierte Mitarbeiter aus China andere Mitarbeiter in Deutschland mit dem Coronavirus anstecken, wie es offenbar im bayerischen Starnberg passiert ist. Dort hat sich ein 33-jähriger Mann angesteckt – er ist der erste Coronavirus-Patient in Deutschland.

Lesen Sie auch: Coronavirus – mehrere Verdachtsfälle in Niedersachsen

VW ruft Mitarbeiter in China zu besonderer Hygiene auf

Nicht ganz so strickt handhabt Volkswagen-Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover das Reiseverbot. „Wir richten uns nach den Konzernvorgaben“, sagt Sprecher Tobias Riepe. Es werde im Einzelfall geschaut, ob Reisen zu diesem Zeitpunkt wirklich notwendig seien, erläutert er. Ein brennendes Thema sei das bei VWN derzeit nicht, denn es gebe kein VW-Werk in der Provinz Hubei. Bei VW gälten die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Die Experten raten dazu, nicht notwendige Reisen nach China möglichst zu verschieben. Außerdem warnen sie vor Reisen in die Provinz Hubei.

Das zu Wuhan nächstgelegene VW-Werk befindet sich rund 300 Kilometer südlich in Changsha. „Beschäftigten, die bereits in China im Einsatz sind, und ihren Familien wird empfohlen, besonders sorgsam auf Hygiene- und Verhaltensregeln zu achten“, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg.

10.000 Besucher aus China zur Hannover Messe erwartet

Es gebe keine Anfragen von Unternehmen zu China-Reisen sagt der Leiter der Internationalen Abteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover, Tilmann Brunner. Offenbar würden die Unternehmen die Lage derzeit für sich selbst beurteilen. Aus der besonders betroffenen Provinz Hubei gebe es kaum Kontakte nach Hannover, berichtet er.

Die Deutsche Messe AG in Hannover beobachte im Hinblick auf die im April stattfindende Hannover Messe die Situation genau, berichtet Unternehmenssprecher Onuora Ogbukagu. Zur Industriemesse kommen jedes Jahr rund 10.000 Besucher aus China. „Wir stehen im ständigen Kontakt zu unseren Kollegen in China“, berichtet er. Es sei aber noch zu früh, Schlüsse zu ziehen.

Für das Reiseunternehmen Tui sei China nur ein Ziel mit wenigen Gästen, sagt Sprecherin Anja Braun. Das Unternehmen bietet seinen Kunden an, ihre innerhalb der nächsten zwei Wochen geplante China-Reise gebührenfrei umzubuchen. Das Rundreiseprogramm werde vorläufig ausgesetzt. Diese Regelung gelte zunächst bis 24. Februar, berichtet Braun. Die Situation in China werde genau beobachtet.

Keine Asiaten bei der Messe ABF

Zwar steht die am Mittwoch in Hannover startende Messe ABFunter dem Motto Faszination Asien. Aber der Coronavirus sei kein Thema, betont Sprecher Lars Pennigsdorf. „Wir werben für Reisen nach Asien“, sagt der Sprecher. Asiaten selbst seien aber nicht unter den Ausstellern, sagt der Sprecher. Lediglich eine Japanerin, die seit Jahren in Hannover lebe, zeige ihre Kalligraphiekünste.

Lesen Sie auch

Von Mathias Klein

Die Polizeidirektion Hannover ermittelt gegen Mitglieder einer neuen Neonazi-Gruppierung. Die sogenannte „Calenberger Bande“ soll für mehrere Straftaten in der Stadt und dem Umland verantwortlich sein. Mitglieder gehörten offenbar früher der inzwischen verbotenen Gruppe „Besseres Hannover“ an.

25.02.2020

Viele Tierparks in Deutschland sind bereits als gemeinnützig anerkannt – jetzt hat sich auch der Erlebniszoo Hannover in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Für Besucher ändert sich dadurch erst mal nichts – sie können den Tierpark aber wesentlich einfacher mit Spenden unterstützen.

28.01.2020

49 Telefon- und Internetanschlüsse in Laatzen waren in der Nacht zu Dienstag gestört. Wer anrief, erhielt aber keinen Störungshinweis, sondern die Meldung, dass der Teilnehmer nicht telefonieren wollte. Für einen Laatzener, dessen Schwester im Sterben liegt, hätte das bittere Konsequenzen haben können.

28.01.2020