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Aus der Stadt Impfpflicht gegen Masern ist beschlossen – das müssen Hannoveraner darüber wissen
Hannover Aus der Stadt

Das sagen Ärzte in Hannover zur Impfpflicht

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11:05 15.11.2019
Dieser Piks ist vom kommenden März an Pflicht. Quelle: dpa
Hannover/Berlin

Kinder und Mitarbeiter in Kindertagesstätten und Schulen, Erzieher und Lehrkräfte, Tagesmütter, Bewohner und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften sowie das Personal von Krankenhäusern müssen ab 1. März 2020 gegen Masern geimpft sein. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag am Donnerstag mehrheitlich verabschiedet.

Dass das neue Gesetz zu einem verstärkten Ansturm auf die Praxen in Hannover führt, erwartet Kinderarzt Thomas Buck nicht. „Die Impfquote ist ohnehin schon ziemlich hoch“, sagt der Mediziner, der auch Vorsitzender der Fachgruppe Kinderärzte bei der Ärztekammer Niedersachsen ist.

94 Prozent sind bereits geimpft

Laut Statistik des Robert-Koch-Instituts sind in Hannover und dem gesamten Bundesland 94 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen die hoch ansteckende und in manchen Fällen tödliche Krankheit geimpft, also zweimal. „Das ist ein ziemlich guter Wert“, sagt Buck. Es werde nun zu Nachimpfungen kommen, aber die seien ohne größeren Mehraufwand zu bewältigen. Bei den Impfstoffen dürften temporäre Lieferengpässe bei einzelnen Präparaten auftreten, für die es dann aber Alternativen gebe.

Bis zu 2500 Euro Bußgeld sind möglich

Laut Gesetz können Eltern, die ihren Nachwuchs in einer Einrichtung betreuen und sie trotz Pflicht nicht impfen lassen, mit einem Bußgeld von 2500 Euro bestraft werden. Auch der Verlust des Betreuungsplatzes ist möglich, der Verweis von der Schule wegen der allgemeinen Schulpflicht dagegen nicht. Wer sich als Beschäftigter einer Gemeinschaftseinrichtung dem Impfschutz verweigert, darf dort nicht mehr arbeiten. Bußgelder müssen auch Kitas zahlen, wenn sie nicht geimpfte Kinder betreuen.

Das Gesetz ordnet keine Zwangsimpfungen für Verweigerer an, sondern eine Nachweispflicht per Impfpass oder ärztlichem Attest. Ausnahmen gelten für Kinder unter einem Jahr und für Menschen, die Impfungen generell nicht vertragen.

Kitas sind meldepflichtig

Kitas sollen die Eltern nicht geimpfter Kinder dem Gesundheitsamt melden, das dann für die weiteren Schritte verantwortlich ist. Wie das Gesundheitsamt der Region Hannover verfahren wird, steht noch nicht im Detail fest. „Wir warten auf eine landeseinheitliche Regelung“, erklärt eine Sprecherin. Man wolle aber stärker auf Motivation der Impfmuffel setzen als auf Kontrolle und dafür eng mit Schulen und Kitas zusammenarbeiten.

Das wäre auch im Sinn von Kinderarzt Buck, der ein Gegner der Impfpflicht ist, aber die Notwendigkeit der Impfung an sich betont: „Es ist enorm wichtig, die Lücke zwischen den 94 Prozent und einem vollständigen Impfschutz zu schließen.“ Dabei setzt Buck auf die Mitwirkung mündiger Eltern.

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Von Bernd Haase

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