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Aus der Stadt Was bedeutet der neue Campus für den Maschinenbau in Hannover, Herr Wallaschek?
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Dekan im Interview: Was bedeutet der neue Campus für den Maschinenbau in Hannover, Herr Wallaschek?

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13:39 15.09.2019
Jörg Wallaschek ist Dekan der Fakultät für Maschinenbau, die ihre Institute auf dem neuen Campus in Garbsen zusammenführt. Quelle: Mirko Bartels/Christian Wyrwa

Herr Professor Wallaschek, was bedeutet der Umzug nach Garbsen für Sie und Ihre Fakultät?

Die Fakultät wird in Garbsen die modernste Labor- und Versuchs-Infrastruktur für ihre wissenschaftliche Arbeit vorfinden, die es derzeit weltweit im Maschinenbau gibt. Das wird unsere Position im Wettbewerb deutlich stärken und wir gehen davon aus, dass wir unsere führende Position im DFG-Förderranking weiter ausbauen können. Aber auch unsere Lehre wird unter besseren Randbedingungen stattfinden können.

Was genau meinen sie damit?

Damit meine ich nicht in erster Linie die Vorlesungen oder Übungen, sondern den Kontakt und die Interaktion zwischen Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren. Dieser wird besser, weil wir alle an einem Ort gemeinsam arbeiten.

„Neue Randbedingungen ermöglichen weiteres Wachstum“

Welche Chancen sehen Sie im neuen Standort?

Wir haben gerade ein Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik eingerichtet. Weitere Professuren sind ausgeschrieben und der Forschungsbau Scale, in dem die Forschung an skalierbaren Produktionssystemen konzentriert wird, ist im Entstehen. Wir haben also sehr gute Randbedingungen, die auch ein weiteres Wachstum ermöglichen.

Wie wichtig ist diese Option, weiter wachsen zu können?

Es ist nicht so, dass wir Wachstum um jeden Preis anstreben. Im Gegenteil: Wir sehen unsere Stärke darin, dass wir die Kompetenzen der Fakultät auf ausgewählte zukunftsfähige Forschungsfelder konzentrieren.

Nach vier Jahren Bauzeit ist der Campus Maschinenbau Garbsen (fast) fertig. Hier finden Sie die letzten Bilder vor der Eröffnung und unsere Luftbilder von 2016, 2018 und heute.

„Reger Austausch zwischen den Fakultäten soll räumliche Distanz ausgleichen“

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Am meisten freue ich mich darauf, dass die lange Phase der Planung und der Erstellung der Bauwerke nun abgeschlossen ist und wir auf dem neuen Campus nun auch tatsächlich arbeiten und die neue Infrastruktur in Betrieb nehmen.

Und was fällt ihnen schwer?

Vermissen werde ich den engen Kontakt zu den anderen Fakultäten. In Garbsen sind wir Maschinenbauer mehr oder weniger unter uns. In der Nordstadt waren die anderen Fakultäten sehr nah. Der direkte Nachbar meines Institutes war die Religionswissenschaft. Ein solches interdisziplinäres Umfeld wird es in Garbsen nicht geben. Aber wir hoffen, die räumliche Distanz zwischen Garbsen und dem Hauptcampus durch einen um so regeren Austausch und gemeinsame Aktivitäten mit den anderen Fakultäten auszugleichen. Und vielleicht gibt es ja schon bald die direkte ÖPNV-Anbindung an die Stadtbahn.

Campus-Fest am 11. Oktober

Die Eröffnung des Campus Maschinenbau in Garbsen am 19. September ist geladenen Gästen vorbehalten. Wer die neue Anlage erleben will, ist aber am Freitag, 11. Oktober, 18 bis 24 Uhr, zur Nacht der Wissenschaft willkommen.

Die Fakultät und die Stadt stellen ein Campus-Fest auf die Beine mit Live-Experimenten, Wissenschaft zum Mitmachen, Musik und Campus-Bier. Die Mensa ist geöffnet, der Eintritt ist frei.

Die Straße An der Universität wird für das Fest voll gesperrt. Da im Umfeld Parkplätze fehlen, wird die Anfahrt mit Bus (420, 440, 450), Bahn (Linie 4+Bus 404) und Fahrrad empfohlen.

Lesen Sie mehr:

Eröffnung:
Der Campus in Garbsen ist fertig

Überblick:
Der neue Campus in Zahlen

Der Campus entsteht:
Die Bauarbeiten in Garbsen im Zeitraffer-Video

Der Überblick:
Alle Geschichten rund um den Campus Maschinenbau in Garbsen finden Sie in unserem Online-Dossier

Von Linda Tonn

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