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Aus der Stadt Große Trecker-Demo in Hannover: Das müssen Sie zur Demo wissen
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Demo mit 1000 Treckern in Hannover: Auf den großen Hauptstraßen drohen Staus

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10:17 22.10.2019
Das wird eng: Am Dienstag rollen mehr als 1000 Trecker durch Hannover und wollen zum Maschsee. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

Mindestens 1000 Trecker werden am Dienstag zur großen Bauern-Demonstration in Hannover erwartet. Von sieben Standorten im Umland wollen die Landwirte zum Maschsee aufbrechen, die Polizei rechnet den ganzen Tag über mit massiven Verkehrsbehinderungen. Vor allem großen Hauptstraßen in allen vier Himmelsrichtungen dürften betroffen sein. Die exakten Routenverläufe sollen allerdings erst am Morgen feststehen.

Wo genau rollen die Trecker entlang?

Die Polizei kann auf HAZ-Anfrage bislang lediglich die sieben Startpunkte der Sternfahrt nennen. Demnach sammeln sich die Landwirte in Meyenfeld, Heeßel, Everloh, Bissendorf, Sehnde, Holtensen und Ahrbergen (Kreis Hildesheim).

Von den jeweiligen Sammelpunkten aus soll es dann laut Polizeisprecher Mirco Nowak im Konvoi nach Hannover gehen. Die genauen Routen würden kurz vorher „im Sinne der Versammlungsteilnehmer und Polizei gefunden“, sagt Nowak. Allein aus dem Osten der Region werden rund 700 Trecker erwartet, aus Garbsen weitere 250.

Wo erhalte ich aktuelle Infos?

Hier auf HAZ.de halten wir Sie mit Beginn der Demo ab etwa 9 Uhr stetig in einem Liveticker auf dem Laufenden.

Wo gibt es Staus im ganzen Stadtgebiet?

Auch wenn die exakten Verläufe demnach noch nicht feststehen, werden vermutlich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hauptverkehrsstraßen gewählt. Demnach könnten unter anderem Teile des West- und Südschnellwegs betroffen sein, dazu die Pferdeturmkreuzung, der Aegi und Königsworther Platz sowie das Leibnizufer. Die Polizei will diesbezüglich am Dienstagmorgen rechtzeitig über etwaige Sperrungen informieren. Die Beamten gehen davon aus, dass die Verkehrsbehinderungen ab 10 Uhr beginnen und bis 18 Uhr andauern können.

Wo wollen die Trecker hin?

Die Traktoren versammeln sich am kompletten Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, weshalb dies zwischen 10 und mindestens 16 Uhr auf kompletter Länge für den Verkehr gesperrt wird. „Unter Umständen kommt auch noch das Arthur-Menge-Ufer im Norden dazu“, sagt Nowak. Dies müsse allerdings spontan entschieden werden, ist aber wohl wahrscheinlich. Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ plant am dort gelegenen Nordufer eine mehrstündige Veranstaltung. Im Anschluss geht es dann für alle Landwirte zurück ins Umland, weshalb es vor allem im Berufsverkehr am Nachmittag erst recht eng werden dürfte.

Was fordern die Landwirte?

Die Demos werden von der Initiative „Land schafft Verbindung“ organisiert. Diese geht auf eine Facebook-Gruppe zurück, die Anfang Oktober gegründet wurde. Nach eigenen Angaben gehören zu der Gruppe nun etwa 15 000 Personen. Via Whatsapp partizipierten rund 100 000 Menschen. Auf der Website heißt es: „Wir sind einfach Landwirte, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

Der Initiative geht es laut Demo-Aufruf um den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe, die durch das Agrarpaket gefährdet würden. Die Organisatoren lehnen die geplante Düngeverordnung der Bundesregierung ab. Sie wehren sich gegen „permanente negative Stimmungsmache“, die zu Ärger und Frustration im Berufsstand führe. Und das kürzlich beschlossene Handelsabkommen mit südamerikanischen Mercosur-Staaten wird abgelehnt: Importierte Billigware bedrohe die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus der Region.

Lesen Sie mehr: Warum demonstrieren so viele Bauern, Herr Schulte to Brinke?

Warum kommen die Proteste ausgerechnet jetzt?

Das sogenannte Agrarpaket der Bundesregierung hat für viel Aufregung unter den Landwirten gesorgt. Daraus ist eine neue Protestbewegung entstanden, die bislang mit grünen Kreuzen am Rand von Äckern und Wiesen auf sich aufmerksam machte. Dieser stille Protest reicht nun vielen Landwirten nicht mehr. Deshalb wollen sie mit Traktoren in die Städte rollen.

Wie kommt man am besten durch die Stadt?

Die Polizei empfiehlt bereits jetzt, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen – vorzugsweise Bahn und Stadtbahn. „Es ist zu berücksichtigen, dass es vor allem bei Bussen zu Behinderungen kommen wird“, sagt Nowak. Auch das Unternehmen Regiobus teilt mit, dass es aufgrund der Trecker-Demo „zu Behinderungen, Einschränkungen und erheblichen Verzögerungen im gesamten Linienverkehr in und außerhalb der Stadt Hannover“ kommen kann. Auch kurzfristige Umleitungen seien möglich.

Alle aktuellen Polizeimeldungen

Die aktuellsten Polizeinachrichten aus Hannover lesen Sie hier in unserem Ticker.

Von Peer Hellerling

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