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Aus der Stadt Aktivisten protestieren am Kröpcke gegen Massentierhaltung
Hannover Aus der Stadt

Demonstration am Kröpcke in Hannover: Aktivisten protestieren gegen Massentierhaltung

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15:41 27.07.2019
Die Aktivisten präsentieren am Kröpcke großformatige Bilder von verschiedenen Formen der Massentierhaltung. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Stiller Protest mit großformatigen Bildern: Rund 40 Aktivisten aus einer Gruppe der Albert-Schweitzer-Stiftung haben am Kröpcke rund zwei Stunden lang gegen die Massentierhaltung demonstriert.

Stille Menschenkette gegen „unzumutbare Zustände“

„Silent Line“ – übersetzt aus dem Englischen bedeutet dies so viel wie „stille Menschenkette“ – so nannten die Aktivisten aus der Ortsgruppe Hannover ihre stille Form des Protests gegen das Leiden von landwirtschaftlich genutzten Tieren. Sie wollten die Bevölkerung auf die ihrer Meinung nach unzumutbaren Zustände für Nutztiere aufmerksam machen. „In der Massentierhaltung spielen die Bedürfnisse und das Wohlbefinden der Tiere kaum eine Rolle“, sagte Viola Rünzi, ehrenamtliche Mitkoordinatorin der Hannoveraner Aktionsgruppe der Albert Schweitzer Stiftung. „Wir informieren die Menschen, warum Tiere für die Lebensmittelproduktion leiden und was sie tun können, um das nicht zu unterstützen“, erläuterte Rünzi das Ziel ihrer behutsamen Demonstration.

Die Protestler bildeten eine lange Reihe und wiesen schweigend mit großformatigen Bildern von Tieren auf Probleme in der Massentierhaltung hin. Sie hatten auch Anschauungsmaterial mitgebracht: einen Kastenstand, mit dem Muttersauen nach ihren Angaben in der industriellen Schweinehaltung wochenlang fixiert werden.

Die Protestler versuchten aber auch, mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Und immer wieder blieben zahlreiche Menschen stehen, um sich über die Ziele der Initiative zu informieren oder sich in verschiedene Unterschriftenlisten einzutragen. „Ich finde, dass viele Tiere unnötig gequält werden, und esse deshalb auch kein Fleisch“, sagt eine junge Frau.

Werbung für vegane Ernährung

Einen wirksamen Ausweg aus der Massentierhaltung bot die Albert-Schweitzer-Stiftung auch an: Unter dem Motto „Probier es jetzt“ sollten sich Interessierte für einen Onlinekurs anmelden, um eine Woche lang vegane Lebensmittel testen. „Die Teilnehmer können sich mit veganen Rezepten und Tipps für eine pflanzlichere Ernährung inspirieren lassen“, sagte die Sprecherin Rünzi. Laut Albert-Schweitzer-Stiftung sind diesem Aufruf bundesweit bislang bereits rund 200.000 Menschen gefolgt.

Auch in Hannover am Kröpcke trugen sich etliche Passanten in eine Liste ein, um per E-Mail über die Aktion informiert zu werden. „Ich esse aus Überzeugung kein Fleisch, weil Nutztiere gequält und mit Antibiotika vollgestopft werden“, begründete die 17-jährige Leonie aus Band Nenndorf ihre Teilnahme an der E-Mail-Aktion.

Wer mehr tun möchte, hatte am Kröpcke auch Gelegenheit, die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ zu unterstützen. Sie hat nach eigenen Angaben das Ziel, in der Europäischen Union verschiedene Formen der industriellen Tierhaltung abzuschaffen: die Käfighaltung von Schweinen, Rindern, Hühnern, Enten, Gänsen, Wachteln und Kaninchen. „Mehr als eine Million Menschen und mehr als Hundert weitere Organisationen aus ganz Europa unterstützen die Initiative bereits“, sagte Rünzi. Ziel sei es, eine Petition beim Europäischen Parlament einzureichen, in der bessere Bedingungen und ein Käfigverzicht in der Massentierhaltung gefordert würden. „Etwa 50 zusätzliche Unterschriften haben wir jetzt gesammelt“, zog Sprecherin Rünzi eine positive Bilanz.

Rund 40 Aktivisten der Albert-Schweitzer-Stiftung haben am Kröpcke in Hannover auf das Leiden von Nutztieren hingewiesen. Sie selbst haben geschwiegen – ließen aber großformatige Bilder sprechen.

Bereits Ende Juni hatten Tierrechtler von „End the Cage Age“ am Kröpcke mit einem stillen Protest auf ihre Ziele aufmerksam gemacht. Erst im Mai waren rund 300 Mitglieder und Anhänger der Organisation Animal Rights Watch (ARIWA) durch die Innenstadt marschiert und hatten lautstark die Schließung aller Schlachthöfe gefordert.

Von Ingo Rodriguez

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