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Aus der Stadt Hunderte Landwirte protestieren gegen Gülle-Reform
Hannover Aus der Stadt Hunderte Landwirte protestieren gegen Gülle-Reform
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21:09 02.04.2019
Vor der Demonstration ziehen zahlreiche Landwirte zum Kundgebungsplatz vor den Herrenhäuser Gärten. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Mehrere Hundert Landwirte haben am Dienstagnachmittag vor den Herrenhäuser Gärten gegen eine von der Europäischen Union (EU) geforderte und von der Bundesregierung geplante Verschärfung der Düngemittelverordnung protestiert. Rund 400 Bauern aus der gesamten Region Hannover, aber auch aus Braunschweig, Celle und Mittelweser machten auf dem Kundgebungsplatz vor dem Schloss Herrenhausen ihrem Unmut mit Pfeifen und Rasseln, aber vor allem auch mit deutlichen Worten Luft. „Ohne Not – macht die EU die deutsche Rübe tot“ – mit Parolen und Bannern wie diesen stellten die Landwirte ihre Haltung unmissverständlich klar: Sie wollen nicht hinnehmen, dass eine erneute Verschärfung der erst 2017 beschlossenen Gülle-Reform ihre Erträge weiter verringert und ihre Existenzen gefährdet. „Wenn diese Entscheidung wirklich getroffen wird, müssen viele von uns ihre Höfe aufgeben. Dann trägt die Politik die bäuerliche Landwirtschaft zu Grabe“, sagte Volker Hahn vom Landvolk Hannover.

Rund 400 Landwirte aus Hannover, Celle, Braunschweig und Mittelweser haben am Dienstag vor den Herrenhäuser Gärten gegen eine erneute Verschärfung der Düngemittelverordnung protestiert.

Landwirte befürchten schlechtere Ernten

Er hatte zu der Demonstration aufgerufen und zahlreiche Landwirte zur Teilnahme an dem Protesttreffen vor dem Schloss Herrenhausen mobilisiert. Sie waren mehrheitlich mit Traktoren angereist. Hintergrund der Pläne, den Einsatz von Düngemittel in der Landwirtschaft noch weiter zu reduzieren, sind zunehmend steigende Nitratwerte im Grundwasser. Dem Bund drohen Strafzahlungen, weil die Grenzwerte an vielen Stellen überschritten werden. Mit einer erneuten Gülle-Reform will die Bundesregierung dies verhindern. „Wir sollen den Einsatz von Düngemitteln auf rund 80 Prozent des tatsächlichen Bedarfes zu reduzieren. Das verschlechtert die Qualität unserer Ernte noch mehr und reduziert auch noch die Erträge“, begründete Hahn den Protest.

Grundwasserbelastung liegt in der Region mehrheitlich nicht über Grenzwerten

Dabei liegt der Nitratgehalt in weiten Teilen der Region Hannover laut Landwirt Jakob von Richthofen aus Lenthe gar nicht über dem Grenzwert. Das Problem sei, dass der Bereich von Schwarmstedt bis Springe als ein gemeinsamer Grundwasserkörper behandelt werde. „Damit liegen wir alle im roten Bereich“, bestätigte auch Landwirt Hanns-Christian Seeßelberg-Buresch aus Everloh, der ebenfalls im Vorstand es Landvolkes Hannover ist. Die Landwirte fordern von der Politik Geduld und sehen durchaus auch die Gefahren eines steigenden Nitratspiegels im Grundwasser. Nur: „Wir haben die erste Reform zähneknirschend hingenommen und wollen jetzt auch erst einmal warten, bis die neuen Richtlinien Wirkung zeigen“, sagte Landvolkvorstand Hahn. Seit dem Inkrafttreten der neuen Düngemittelrichtlinie vor zwei Jahren sei der Einsatz der Mittel in den landwirtschaftlichen Betrieben in der Region Hannover auch rapide um bis zu mehr als 25 Prozent gesunken. „Jetzt müssen wir erst einmal warten, bis sich in drei bis vier Jahren die Erfolge einstellen“, fasste Hahn die Forderung der Protestler zusammen. Sie werfen den Politikern in Berlin und Brüssel fehlendes Fachwissen und Populismus vor.

Scharfe Töne gegenüber den Politikern im Schloss Herrenhausen

Den Standort für die Demonstration hatten das Landvolk laut Seeßelberg-Buresch wegen eines gleichzeitigen Treffens von Politikern und Vertretern der EU im Schloss Herrenhausen gewählt. Dort kamen unter anderem die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)und EU-Agrarkommissar Phil Hogan zusammen, um über die Zukunft der europäischen Agrarpolitik zu sprechen. Gegenüber Klöckner und auch der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schlugen die Landwirte scharfe Töne an. „Schulze, Klöckner und EU schnüren uns die Hälse zu“, skandierten die Protestler mehrfach und lautstark auf dem Kundgebungsplatz vor dem Schloss.

Von Ingo Rodriguez

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