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Aus der Stadt Tierschützer fordern Schließung aller Schlachthöfe
Hannover Aus der Stadt

Demonstration in Hannover: Tierschützer fordern Schließung aller Schlachthöfe

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16:30 25.05.2019
Die Tierschützer ziehen mit Bannern und Plakaten durch die Innenstadt. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Protest gegen die Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren: Rund 300 Mitglieder und Anhänger der Organisation Animal Rights Watch (ARIWA) sind am Sonnabend durch die Innenstadt marschiert und haben lautstark die Schließung aller Schlachthöfe gefordert – nicht nur in ganz Deutschland, sondern möglichst weltweit. Die Kleidung vieler Demonstranten war rot. So wollen die Tierschützer bei ihren Aktionen das Blut leidender Nutztiere symbolisieren und auf die Not von Rindern, Kühen und Kälbern hinweisen, die ihrer Meinung nach in Schlachthäusern massenhaft sinnlos getötet werden.

Rund 200 Tierschützer sind am Sonnabend durch die Innenstadt marschiert und haben die Schließung aller Schlachthöfe in ganz Deutschland gefordert.

Zehn Demos in zehn deutschen Städten

„Gemeinsam treten wir für die Schwächsten in unserer Gesellschaft ein, die für Geschmacksmomente leiden und sterben. Schlachthäuser stehen stellvertretend für all die Gewalt, die Menschen den sogenannten Nutztieren ohne Notwendigkeit antun“: So hatten die Veranstalter von der ARIWA-Ortsgruppe Hannover vor dem Protestmarsch ihre Aktion begründet. Die 21-jährige Annie war aus Hamburg angereist. „Menschen, die sich nicht vegan ernähren, sondern auch Fleisch essen, leisten mit ihrem Lifestyle einen unnötigen Beitrag zum Leid anderer Lebenwesen“, begründete sie ihre Teilnahme an der Demonstration. Die Veranstaltung in Hannover gehörte zur einer ganzen Aktionsreihe: Insgesamt plant ARIWA bis zum August zehn Demonstrationen in ganz Deutschland. In der vergangenen Woche waren beim Auftakt in Hamburg rund 400 Tierrechtler mitmarschiert.

Aktivisten fordern Verzicht auf Tierprodukte

In Hannover hatten sich die Protestler schon am Vormittag auf dem Platz an der Marktkirche getroffen und an Ständen über die Ziele der Organisation informiert. Die Aktivisten fordern für Tiere die gleichen Rechte wie für Menschen: Niemand dürfe aufgrund seiner Lebensform, Herkunft, des Geschlechts oder anderer Merkmale minderwertig behandelt werden, so lautet der Grundsatz der Tierrechtler. Von der Zucht bis zur Tötung seien Tiere der Menschheit ausgeliefert. Das Ideal der Tierschützer: ein veganes Leben mit rein pflanzlichen Speisen und völligem Verzicht auf Tierprodukte.

Gyros aus Sojaschnetzel

Vor der Marktkirche wurden auch etliche vegane Angebote vorgestellt – vom veganen Elfentrunk über vegane Mettbrötchen und gefüllte Süßkartoffeln bis hin zu Gyros aus Sojaschnetzel. „Vor allem für tierische Milch gibt es viele pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Soja- und Reismilch“, sagte die 20-jährige Jana Walbaum. Die Studentin der Verwaltungswissenschaften war aus Mannheim angereist. Kühe würden bei der massenhaften Milchproduktion aus Profitgier künstlich befruchtet, damit sie Milch gäben, kritisierte die junge Frau. „Es gibt zu allen tierischen Nahrungsmitteln gute pflanzliche Alternativen“, betonte sie. Das bestätigte auch Vanessa Müller aus Wolfsburg. Sie sei vor etwa eineinhalb Jahren zur Veganerin geworden, weil wegen mehrerer Allergien ihrer Tochter eine Ernährungsumstellung notwendig geworden sei.

Protestmarsch führt durch die gesamte Innenstadt

In diesem Jahr setzen die Aktivisten den Schwerpunkt ihrer Protestreihe auf das Leiden von Rindern: „Sie sterben für Fleisch, sie sterben für Leder, sie sterben für Milch“, so lautet der Vorwurf von ARIWA. Im vergangenen Jahr hatten sich nach Angaben des Veranstalters ihre Aktivisten in 35 Städten und 15 Ländern an der Bewegung beteiligt. In Hannover marschierten die Tierrechtler von der Marktkirche über den Ballhofplatz, die Leinstraße und die Osterstraße zum Opernplatz. Nach mehreren Zwischenkundgebungen ging es über den Ernst-August-Platz zum Steintor und zurück zur Marktkirche. Begleitet wurde der friedliche Protestmarsch von der Polizei. Es kam wegen der Demonstration in der Innenstadt zu leichten Verkehrsbehinderungen. Der Versammlungsleiter Manuel Wetzig von der ARIWA-Ortsgruppe Hannover zog eine positive Bilanz: „Wir werden immer mehr. Es kommen Stück für Stück neue Sympathisanten dazu.“

Von Ingo Rodriguez

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