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Aus der Stadt Diesel-Fahrverbote: Diese Straßen könnten gesperrt werden
Hannover Aus der Stadt Diesel-Fahrverbote: Diese Straßen könnten gesperrt werden
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00:22 19.10.2018
Auch für die Arndtstraße prüft die Stadt die Möglichkeit von Fahrverboten für Dieselautos. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Hannovers Stadtverwaltung hält Fahrverbote auf belasteten Straßen für unvermeidlich – trotz eines Bündels von Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung. Seit einigen Monaten prüft die Stadt „selektive Fahrverbote“ für Dieselfahrzeuge auf neun Strecken im Stadtgebiet, darunter die Marienstraße, Göttinger Straße, Teile der Podbielskistraße und ein Abschnitt der Vahrenwalder Straße. Dabei soll auch ermittelt werden, wie sich eine Sperrung auf die umgebenden Straßen auswirkt. „Wir rechnen in diesem Jahr mit Ergebnissen und Aussagen darüber, welche Auswirkungen streckenbezogene Fahrverbote für Ausweichrouten hätten“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Das sind die Straßen, die für Diesel-Fahrverbote infrage kommen:

  • Marienstraße (komplett)
  • Göttinger Straße (komplett)
  • Friedrich-Ebert-Straße (komplett
  • Podbielskistraße (Spannhagengarten bis Am Listholze und Ferdinand-Wallbrecht-Straße bis Rühmkorffstraße)
  • Arndtstraße (komplett)
  • Schloßwender Straße (komplett)
  • Fössestraße (Westschnellweg/Bardowicker Straße bis Küchengarten)
  • Bornumer Straße (Am Spielfelde bis Deisterplatz)
  • Vahrenwalder Straße (Niedersachsenring bis Hamburger Allee)

Die CDU ist schon jetzt alarmiert. „Sollten alle Strecken tatsächlich für bestimmte Dieselfahrzeuge gesperrt werden, wäre das verheerend“, sagt CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Der Verkehr würde in die Nebenstraßen ausweichen und diese verstopfen. Die Schadstoffbelastung verschiebe sich dadurch lediglich von einem Ort an den anderen, vermutet Oppelt. Diese Sorge treibt auch die Grünen um. „Wenn die Verlagerung des Verkehrs zu Grenzwertüberschreitungen auf Ausweichstraßen führt, lehnen wir eine Sperrung ab“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Schließlich wolle man nicht die Gesundheit der Bürger gegeneinander ausspielen.

Ampelkreuzungen laut Gutachten am meisten belastet

Die FDP plädiert dafür, noch einmal einen Schritt zurückzutreten. „Bevor wir über Fahrverbote reden, sollten schnellstens die geplanten Maßnahmen zur Verkehrslenkung umgesetzt werden“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er glaubt, dass intelligente Ampelschaltungen den Verkehrsfluss verbessern und die Stickstoffdioxidkonzentration verringern.

Tatsächlich zeigt ein neues Gutachten, angefertigt vom Ingenieurbüro Geonet im Auftrag der Stadt, dass die Schadstoffbelastung vor allem an Ampelkreuzungen besonders hoch ist. Für die Strecke Schlosswender Straße und Arndtstraße hat Geonet modellhaft errechnet, wie „ampelsteuernde Maßnahmen zu einer Verstetigung des Verkehrs und damit zu einer Stickstoffdioxidreduktion führen“. Ergebnis: Die Belastung mit dem schädlichen Gas sinkt um fast 13 Prozent, jedoch wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht auf der gesamten Strecke eingehalten. Im Einmündungsbereich des Königsworther Platzes und an der Kreuzung Arndtstraße/Striehlstraße wird der Grenzwert deutlich überschritten.

Verkehrswende müsste zu weniger Autoverkehr führen

Das Umweltdezernat kommt zu dem Ergebnis, dass letztlich nur eine Verkehrswende die Luft sauberer macht – weniger Autoverkehr, mehr Radler und ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr. Dabei kommt auch die vom Rat beschlossene Forderung nach einem Ein-Euro-Ticket für Busse und Bahnen wieder ins Spiel. Die Große Koalition in der Regionsversammlung, die über Änderungen von Ticketpreisen entscheiden muss, hatte den Wunsch aus dem Rat entschieden abgelehnt. Jetzt schlägt zumindest die Regions-SPD moderatere Töne an. „Wir können gerne ins Gespräch kommen“, sagt SPD-Fraktionschefin Silke Gardlo. Man müsse aber auch über die Finanzierung reden und über Angebote für die gesamte Region.

Sollte die Stadt am Ende doch noch Fahrverbote verhängen, damit die Grenzwerte für das schädliche Stickstoffdioxid eingehalten werden, stellen sich praktische Probleme. Die Polizei wäre aufgefordert, den fließenden Verkehr zu kontrollieren. Die Beamten müssten sich bei Kontrollen Fahrzeugpapiere geben lassen, um die Art des Dieselmotors überprüfen zu können. „Bei Verstößen gegen die Umweltzone ist ein Bußgeld bis zu 80 Euro möglich“, sagt Stadtsprecher Dix.

Von Andreas Schinkel

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