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Aus der Stadt An dieser Schule in Hannover gibt es keine Kreidetafeln mehr
Hannover Aus der Stadt An dieser Schule in Hannover gibt es keine Kreidetafeln mehr
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00:22 22.03.2019
Sie lernen gern mit tablets: Die Sechstklässlerinnen Virginia (li,13) und Dalia (12) von der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Quelle: Samantha Franson
Hannover

 Einige Schulen sind schon da, wo die anderen noch hinwollen. Die Oberschule Gehrden zum Beispiel hat schon vor Jahren alle analogen Schulbücher abgeschafft. Gelernt wird nur noch digital und längst nicht mehr nur im Klassenzimmer, sondern auch auf dem Flur oder draußen. Der Apple-Konzern hat die Oberschule deshalb 2017 für das innovative Lernkonzept ausgezeichnet.

„Schüler so früh wie möglich an die neue Technik heranführen“

Die Stadt Hannover hat an sechs Pilotschulen ein Modellprojekt zum digitalen Lernen gestartet. An der Gerhart-Hauptmann-Realschule lernen – bis auf eine achte Klasse und der 10. Jahrgang – alle Schüler mit Tablets. Zwölf Euro Miete im Monat müssen die Eltern für ein Tablet zahlen, 15 Euro mit Stift. Kreidetafeln gibt es nicht mehr, nur noch interaktive Whiteboards. Schulleiterin Silke Dorn findet es wichtig, möglichst früh, sobald der Wechsel auf die weiterführende Schule geglückt ist, mit der neuen Technik zu beginnen. Gerade im Hinblick auf die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sei das wichtig. Ein Pflichtfach Informatik findet sie deshalb auch unerlässlich. Die Jugendlichen sollten programmieren, aber auch den kritischen Umgang mit der vernetzten Welt lernen. Und damit sollte man beginnen, bevor sie sich schlechte Gewohnheiten angeeignet hätten. In der Pause bleiben die Digitalgeräte aus.

Vor allem das visuelle Element begeistert Schüler und Lehrer an der Gerhart-Hauptmann-Realschule.

Kinder lernen auch etwas über Urheberrechte

Die Sechstklässler lernen in der Biologiestunde von Regina Spiekermann nicht nur alles über Fledermäuse, sondern auch noch nebenbei, was Urheberrechte sind und dass man nicht mal so eben Bilder aus Google herunterladen und in elektronische Steckbriefe einfügen kann. Digitales Lernen heißt auch, im Notfall noch ein paar analoge Arbeitsblätter dabei zu haben. Es kann immer mal sein, dass ein Tablet zur Wartung ist oder zu Hause vergessen wurde. Die Kinder sehen einen 15-minütigen Arte-Film über Fledermäuse, aus dem sie sich die wichtigsten Informationen über Fress- und Jagdverhalten der Tiere notieren sollen.

Schulleiterin Dorn schätzt besonders das visuelle Element der digitalen Medien. Davon könnten vor allem Schüler mit Migrationshintergrund profitieren, sagt sie. Sie sei froh, dass ihre Schule in Hannover zu den Vorreitern beim Lernen mit den neuen Medien gehören: „Damit haben wir einen großen Schritt in Richtung Lebenswirklichkeit der Schüler gemacht.“ Die Digitalgeräte seien ein Lernmittel, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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