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Aus der Stadt Stadtelternrat plädiert für Kreidetafeln in Grundschulen
Hannover Aus der Stadt Stadtelternrat plädiert für Kreidetafeln in Grundschulen
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00:20 31.03.2019
Kreidetafeln werden in Hannovers Grundschulen immer seltener. Lehrer und Elternvertreter sehen da kritisch.
Kreidetafeln werden in Hannovers Grundschulen immer seltener. Lehrer und Elternvertreter sehen da kritisch. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Der Stadtelternrat plädiert dafür, in den Grundschulen die herkömmliche grünen Kreidetafeln hängen zu lassen. „In ihren ersten Schuljahren sollten die Kinder Schreiben, Lesen, Rechnen lernen“, sagt die stellvertretende Stadtelternratsvorsitzende Sonja Otto. „Es geht um motorische und haptische Fähigkeiten, um die Stifthaltung, für Kinder ist es ein cooles Gefühl, wenn sie ein Stück Kreide in der Hand halten und damit an die Tafel schreiben.“ Die Stadt Hannover lässt in den Klassenräumen, in den interaktive Whiteboards sind, die alten Kreidetafeln abmontieren, weil der Kreidestaub der digitalen Technik schaden soll.

Mehrere Schulleiter und Grundschullehrer hatten dies hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Kinder würden an der Tafel viel besser schreiben lernen, argumentieren sie. Außerdem sei im Klassenzimmer auch ganz viel anderer Staub, nicht nur der Kreidestaub, der den interaktiven Tafeln schaden könne.  

Minister Tonne fordert Nebeneinander von alter und neuer Technik

Michael Balke, Elternvertreter im Schulausschuss der Stadt, unterstützt die Stadt ausdrücklich. Er hatte jüngst gefordert, wenn schon neue Technik in der Schule aufgehängt werde, dann solle auch die alte Technik konsequent entfernt werden. Sonst könnten Lehrer immer noch auf das alt Vertraute zurückgreifen und müssten sich nicht voll auf das Neue einlassen. „Diese Einschätzung teilt der Stadtelternrat nicht“, sagt deren Vorsitzender Bernd Linde. Man sei sehr wohl für die neue Technik, aber erst ab Klasse 5, nicht schon in der Grundschule. Andererseits wolle man aber auch nicht die Verwaltung kritisieren.

In den Grundschulen sind Kreidetafeln besser: Sonja Otto und Bernd Linde vom Stadtelternrat. Quelle: Irving Villegas

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte sich dagegen neulich bei einem Bundeskongress von Naturwissenschaftslehrern in der Universität Hannover ausdrücklich für ein Nebeneinander von analoger und digitaler Technik eingesetzt. Es sei wenig sinnvoll, die Kreidetafeln aus den Klassenräumen zu entfernen, hatte er gesagt.

An wie vielen Schulen konkret bereits die grünen Tafeln entfernt worden sind, weiß die Stadt nicht. Der Abbau geschehe oft im Zuge von Sanierungsmaßnahmen, heißt es.

Von Saskia Döhner

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