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Aus der Stadt Politiker fordern Poller und Zickzacklinien
Hannover Aus der Stadt Politiker fordern Poller und Zickzacklinien
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13:15 22.11.2018
Beim Einbiegen von der Peiner Straße in Richtung Vennweg müssen Autofahrer das Lenkrad scharf einschlagen. Quelle: Michael Zgoll
Döhren / Seelhorst

 Drei Anträge der CDU-Fraktion im Bezirksrat Döhren-Wülfel haben sich in der vergangenen Sitzung um das Verkehrsgeschehen entlang der Peiner Straße gedreht, und alle drei wurden von dem Gremium einmütig gebilligt. Der erste Antrag drehte sich um die Parallelfahrbahn der Peiner Straße auf der nordöstlichen Seite der Trogstrecke. Dort möchten die Politiker auf Höhe der Hausnummer 81 mittels Zickzacklinien ein Halteverbot eingerichtet sehen. Fahrzeuge, die aus Richtung Hildesheimer Straße kämen und mit einem Linksschwenk von 180 Grad in die Parallelfahrbahn der Peiner Straße abbiegen, müssten wegen dort parkender Autos oft mehrmals vor- und zurückfahren, um „die Kurve zu kriegen“. Dabei käme es zu gefährlichen Situationen insbesondere mit Kindern, die den Fußweg in der Unterführung nutzen.

Halteverbot missachtet

Einstimmig befürwortete der Bezirksrat auch den CDU-Antrag, im Bogen der Peiner Straße Richtung Holthusenstraße – auf der südwestlichen Seite der Trogstrecke – ebenfalls Zickzacklinien auf den Asphalt zu malen, um Autofahrer vom Parken abzuhalten. Durch dort abgestellte Fahrzeuge komme es in diesem Bereich immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Rad- und Autofahrern. Zwar gebe es dort bereits Halteverbotsschilder, doch diese würden oft ignoriert.

Der dritte ebenfalls gebilligte Vorschlag der Christdemokraten bezieht sich auf die Peiner Straße auf Höhe des Alpenverein-Kletterzentrums und der Kindertagesstätte. Über den Fuß- und Radweg zwischen dem Grundstück Nummer 28 und dem Abzweig zur Holthusenstraße würden gelegentlich Autos rollen, die dann dort für kurze Zeit abgestellt werden. Fahrzeuge eines Catering-Services seien hier ebenso beim Falschparken beobachtet worden wie Wagen von Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen oder von dort abholen. Damit Radler und Fußgänger nicht gefährdet werden und Busfahrgäste ohne Risiko ein- und aussteigen können, soll der Bürgersteig hinter der Einfahrt zur Peiner Straße 28 mit rot-weißen Pfosten abgepollert werden.

Kommentar: Schilder und Poller: Nicht übertreiben

In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel wurden etliche sinnvolle Anträge gestellt, beantwortete die Verwaltung so manche interessante Anfrage der Lokalpolitiker. Doch gab es auch einige Tagesordnungspunkte, bei denen sich wieder einmal die Frage stellte, ob die Bezirksräte wirklich jedes Problem, das Bürger an sie herantragen, in ein schriftliches Begehren an die Stadt umwandeln müssen. Ob das Gremium eine unter Personalmangel ächzende Verwaltung mit Anliegen behelligen muss, bei denen sich die ablehnenden Antworten schon frühzeitig abzeichnen – und das oft zu Recht.

So stellte die CDU-Fraktion drei Anträge, um die Verkehrssituation entlang der Peiner Straße zu verbessern. Wer sich allerdings nur ein Viertelstündchen an die Parallelfahrbahn nordöstlich der Trogstrecke Richtung Vennweg stellt, wird feststellen, dass praktisch jeder Autofahrer die 180-Grad-Kehre problemlos in einem Rutsch meistert – ausgenommen vielleicht Stretchlimousinen und Lastwagen. Müssen hier also wirklich Zickzacklinien vor dem Haus Nummer 81 das Parken verbieten? Die gleiche Frage darf man am Abzweig Holthusenstraße stellen – sollten die hier bereits stehenden Halteverbotsschilder nicht reichen? Und dass bequeme und unvernünftige Autofahrer gelegentlich über Rad- und Fußwege rollen, wie vor der Kita Peiner Straße, ist sattsam bekannt. Doch will man deshalb die halbe Stadt abpollern?

Auch die Grünen sind mit ihrem Ansinnen, mittels eines Verkehrsschilds zu bekunden, dass die Reichhelmstraße für Fußgänger und Radfahrer keine Sackgasse darstellt, ein gutes Stück übers Ziel hinausgeschossen (siehe Text auf dieser Seite). Zum einen wäre es gar nicht so einfach, den Durchgang zur Schützenallee zu einem offiziellen Radweg zu erklären, zum anderen darf man davon ausgehen, dass alle Anlieger diesen Schleichweg bereits kennen. Vollends übertrieben wirkt die Aufforderung an die Verwaltung, alle Sackgassen im Stadtbezirk zu überprüfen und dort gegebenenfalls die Schilder auszutauschen. Irgendwo sollte die Regulierungswut ein Ende haben – eine Verdichtung des Schilderwalds dürfte die Verkehrswende nicht nennenswert befördern.

Von Michael Zgoll

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