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Aus der Stadt Zahl der Straftaten im Bezirk ist gesunken
Hannover Aus der Stadt Zahl der Straftaten im Bezirk ist gesunken
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12:51 07.01.2019
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Döhren-Wülfel ist zwischen 2015 und 2017 erheblich gestiegen. Quelle: dpa
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Döhren-Wülfel

„In Döhren-Wülfel kann man gut und sicher leben.“ Das war einer der Kernsätze von Polizeioberrätin Ilka Kreye, Leiterin der Polizeiinspektion (PI) Süd, den sie in der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel kundtat. Die Beamtin präsentierte im Freizeitheim den hannoverschen Sicherheitsbericht von Stadt und Polizei für die Jahre 2013 bis 2017, wobei der Schwerpunkt an diesem Abend auf der Kriminalitätsentwicklung in den sechs südlichen Stadtteilen Döhren, Mittelfeld, Seelhorst, Wülfel, Waldheim und Waldhausen lag. Die Zahl der jährlichen Straftaten schwankt in diesen fünf Jahren um die 3000, hat nach einer Spitze in 2015 (3205 Taten) im Jahr 2017 aber erfreulicherweise einen neuen Tiefpunkt (2811 Taten) erreicht. Es gibt allerdings auch negative Ausreißer.

Besonders viele Senioren

Der Anteil von Senioren – die nach Angaben von Ilka Kreye oft ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben als Jüngere – an der Gesamtbevölkerung ist in Döhren-Wülfel mit 26,4 Prozent überdurchschnittlich hoch. Auch gibt es hier viele Einpersonenhaushalte (53,4 Prozent); die Größe der Stadtteile schwankt zwischen rund 1800 Einwohnern in Waldheim und 13.600 Einwohnern in Döhren. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist in Döhren-Wülfel relativ gering, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den wohlhabenderen Stadtteilen Waldhausen und Wülfel auf der einen Seite und den eher ärmeren Quartieren in Wülfel und Mittelfeld auf der anderen Seite gibt.

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Die Zahl der Raubdelikte in Döhren-Wülfel ist über die Jahre gering geblieben. In 2017 verzeichnete die Polizei nur 14 Fälle (in 2013 waren es 20), davon lediglich drei auf Straßen, Wegen oder Plätzen. Auch die Zahl der Körperverletzungsdelikte ist laut Kreye „unauffällig“, lag 2017 bei 268 gemeldeten Fällen (2013 waren es 292). Bemerkenswert ist jedoch, dass 2017 im Stadtteil Mittelfeld – der ein gutes Drittel weniger Einwohner hat als Döhren – mehr Körperverletzungen (102) angezeigt wurden als im Nachbarstadtteil (96). Nach Angaben der Polizei ereignete sich eine Vielzahl dieser Taten, die Mittelfeld zugeordnet wurden, jedoch im Rahmen von Veranstaltungen auf der Expo-Plaza, in der TUI-Arena oder der Großraumdiskothek Funpark.

Polizei bündelt Kräfte

Im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 schwankte die Zahl der Diebstahlsdelikte in Döhren-Wülfel zwischen 1108 (in 2013) und 920 (in 2017). Diese erfreuliche Abnahme hängt beispielsweise mit einem Rückgang bei Ladendiebstählen, beim Entwenden von Kraftfahrzeugen oder bei Diebstahlsdelikten aus Autos zusammen. Eine unschöne Ausnahme gab es allerdings beim Delikt „Wohnungseinbruchsdiebstahl“. Hier erreichte die Zahl in 2017 einen neuen Höchstwert von 109; 2013 hatte die Polizei 87 derartiger Einbrüche registriert, 2015 sogar nur 62 Fälle. „In diesem Bereich haben wir es oft mit reisenden Tätern zu tun, die sich auf bestimmte Quartiere konzentrieren, und darum schwanken die Zahlen oft sehr stark“, erläuterte Kreye. Für die Polizei seien Wohnungseinbrüche aber ein „Schwerpunktthema“, dem man mit einer Bündelung von Kräften begegne.

Als ärgerlich empfinden viele Bürger Sachbeschädigungen, seien es hässliche Graffiti-Krakeleien an Hauswänden oder das sinnlose Beschädigen von Autos. Die Kriminalitätsstatistik weist in Döhren-Wülfel zwischen 2013 und 2017 alljährlich um die 250 Delikte auf, zeigte 2017 allerdings einen Spitzenwert von 289 an. „Oft haben wir es hier mit Serientätern zu tun“, sagte die PI-Süd-Chefin. Eine solche Serie mit 69 Taten in Döhren hätten die Ermittler aber jüngst aufgeklärt. Insgesamt lag die Aufklärungsquote der Polizei im Stadtbezirk 2017 bei 60,37 Prozent; das diesbezüglich beste Jahr im Fünf-Jahres-Vergleich wurde 2015 notiert (64,96 Prozent). Ilka Kreye lobte in diesem Zusammenhang auch die Bürger: „Es gibt in Döhren-Wülfel eine sehr aufmerksame Bevölkerung.“

Von Michael Zgoll

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