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Aus der Stadt Handysucht, Cannabis, Kettenrauchen – viele Eltern suchen Rat bei Drobs
Hannover Aus der Stadt

Drogenberatung Drobs in Hannover-Linden: Handysucht, Cannabis und Kettenrauchen werden zunehmend Schwerpunktthemen

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18:25 06.09.2019
Ehrengäste: Der Leiter der 96-Akademie, Michael Tarnat (links), und Christian Rosenkranz vom 96plus-Partner Clarios informieren sich bei der STEP-Prokuristin Carola Bau über die Angebote der Drobs. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Mehr als 1000 Erstgespräche mit Hilfesuchenden pro Jahr, mehr als 500 längerfristige Beratungen in einem Geschäftsjahr – und immer öfter kommen besorgte Eltern, die Rat suchen: Die Drogenberatungsstelle Drobs hat an ihrem Tag der offenen Tür am Freitag ihr neues Domizil in der Calenberger Esplanade präsentiert und dabei von einem konstant hohen Zulauf berichtet.

„Die Zahlen verändern sich in jüngerer Vergangenheit nur wenig, aber die Schwerpunkte verschieben sich“, sagte Carola Bau, die Prokuristin der Gesellschaft STEP, zu der die Drobs gehört. Bedenklich hoher Handykonsum, kettenrauchende Söhne und Töchter im jungen Erwachsenenalter, Cannabiskonsum: Vor allem die Anzahl besorgter Eltern und Angehöriger nehme in den Beratungsangeboten zu, ging die Drobs-Mitarbeiterin Kirsten Dehnhardt ins Detail. „Unter Schülern ist normales Rauchen inzwischen uncool geworden, dafür werden Cannabisrauchen und Haschkekse für Heranwachsende in der Pubertät immer interessanter“, berichtete Dehnhardt.

Mehr als 200 Besucher informieren sich im neuen Domizil

Um sich über die Angebote und die Arbeit der Drobs zu informieren waren am Tag der offenen Tür mehr als 200 Besucher gekommen – darunter Fachpublikum von Trägervereinen und anderen Beratungseinrichtungen, aber auch viele interessierte Besucher und ehemalige „Klienten“, wie in der Drobs die Menschen aus den längerfristigen Beratungen genannt werden. Angeboten wurden am Präsentationstag unter anderem Führungen durch die neuen Räume. Als Fachstelle für Sucht und Suchtprävention war die Drogenberatungsstelle Drobs 25 Jahre lang an der Odeonstraße eine feste Anlaufstelle. Im Juli ist Drobs nun in die Calenberger Esplanade umgezogen. Die Kurzvorträge zu verschiedenen Themen wollten laut Pressesprecherin Stephanie Schünemann rund 200 Gäste hören.

Hannover 96 unterstützt Drobs mit gemeinsamen Aktionen

Unter den Besucher war am Präsentationstag auch der frühere Fußballprofi Michael Tarnat. Er ist inzwischen Leiter der Akademie von Hannover 96 und nahm das Förderprojekt 96plus zum Anlass, um sich über Drobs zu informieren. Hannover 96 unterstützt mit dieser Initiative die Arbeit der Drogenberatungsstelle mit gemeinsamen Aktionen.

Mit der Drobs-Mitarbeiterin Dehnhardt sprach Tarnat auch über das Thema Handykonsum. So sei es etwa den jungen Fußballern in den Räumen, Gängen und Kabinen der 96-Akademie verboten, ihr Smartphone zu benutzen. Auch seinen 21-jährigen Sohn spreche er oft wegen seiner übertriebenen Handynutzung an, sagte Tarnat. Er selbst hatte zu Beginn des Gesprächs sein eigenes Smartphone vorsichtig aus der Hosentasche gezogen und leicht verschämt ausgeschaltet.

Bedenklich hoher Handykonsum auch unter Erwachsenen

Ein Besucher sprach von einem ungewöhnlich hohen Handykonsum auch unter Erwachsenen: „Ob nun in der Bahn oder sogar auf dem Klo: Wir haben verlernt, unausgefüllte Zeit zu genießen“, zog der Mann in der Gesprächsrunde mit Tarnat und Drobs-Mitarbeiterin Dehnhardt ein von vielen Gästen mit deutlichem Nicken bekräftigtes Fazit.

Von Ingo Rodriguez

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