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Aus der Stadt Rollervermieter Lime gibt Bußgelder jetzt an Fahrer weiter
Hannover Aus der Stadt

E-Scooter-Anbieter Lime gibt Bußgelder in Hannover jetzt an Rollerfahrer weiter

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10:03 24.11.2019
Lime prescht mit der Bußgeldweitergabe nach eigener Auskunft voran. Hier ein Bild mit Lime- und Tier-Rollern am Opernplatz in Hannover. Quelle: Samantha Franson (Archiv)
Hannover/Berlin

Immer wieder ärgern sich Passanten und Autofahrer über Verstöße von Rollerfahrern. Der Anbieter Lime greift jetzt durch: Nach seinen Angaben ist er der erste, der konsequent Verwarn-, Buß- oder Strafgelder an die Nutzer weitergeben will. In der Regel werden sie, wenn die Polizei nicht direkt vor Ort kassiert, über das Nummernschild dem Halter zugeordnet, also der Vermietfirma. Lime wiederum kann über die Buchungsapp nachvollziehen, wer zum Zeitpunkt gefahren ist, und will sich das Geld nun zurückholen.

Polizei ahndet dreistellige Zahl von Verstößen

Wie häufig das Unternehmen bisher überhaupt Ordnungsgelder oder sogar Strafen zahlen musste, wird nicht kommuniziert. Wahrscheinlich handelt es sich vor allem um einen Appell der Rollervermieter an die Nutzer, sich im Verkehr regelgerecht zu verhalten. Allein in den ersten drei Monaten nach Einführung der Roller im Juni hat Hannovers Polizei eine dreistellige Zahl von Verstößen registriert sowie mehr als ein Dutzend Unfälle.

„Absolute Ausnahme in Hannover

Wenn die Fahrer der E-Roller bei Verstößen vor Ort sind, kann die Polizei ein Vergehen auch sofort ahnden. In diesen Fällen spielen Anbieter wie Lime gar keine Rolle. Es sei die absolute Ausnahme, dass etwas an den Vermieter weitergegeben werde, erklärt Udo Möller, Pressesprecher der Stadt Hannover. Dies würde nur zutreffen, wenn ein Fahrer beispielsweise flüchte oder nicht mehr vor Ort sei. Beim Parken würden die Roller ohnehin aktuell wie Fahrräder behandelt, so dass es keinen Tatbestand für Bußgelder gebe, sagte Möller.

Auch Tier gibt Bußgelder weiter

Der Anbieter Tier sagt, dass es auch Bußgeldbescheide wegen Falschparkens gegeben habe. Quelle: Florian Petrow

Lime-Konkurrent Tier erklärt hingegen, dass es in den letzten Wochen Bußgeldbescheide wegen Falschparkens gegeben habe. „In für uns eindeutigen Fällen haben wir vereinzelt auch Benutzerdaten an die Ordnungsbehörden weitergegeben, wie dies bei Mietfahrzeugen in solchen Fällen üblich ist“, sagt Sprecher David Krebs. Wie viele Fälle sich davon auf die Stadt Hannover beziehen, wollte er nicht sagen. Genau wie Lime gibt auch Tier keine Zahlen zu Bußgeldern heraus.

Richtungswechsel mit Fuß anzeigen

Lime weist darauf hin, dass auf den Rollern die normalen Verkehrsregeln zu beachten sind. Niemand dürfe andere gefährden. Das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist während der Fahrt verboten. Häufig wird gegen das Tandemfahrverbot verstoßen: Erlaubt ist nur ein Nutzer pro E-Roller. Ebenso wie Radfahrer müssen Scooterfahrer Richtungswechsel anzeigen. Kurios: Lime empfiehlt, das mit dem Fuß statt mit den Händen zu tun.

Künftig ist ein Foto Pflicht

Auch das Abstellen der Roller ist umstritten. Die Regeln sehen vor, dass sie niemanden behindern dürfen, was nicht immer eingehalten wird. Lime will jetzt verpflichtend einführen, dass Nutzer nach der Fahrt ein Foto machen müssen, wo sie ihren Roller abgestellt haben. Im Konfliktfall kann man so Bußgelder weitergeben, wenn etwa Hauseingänge oder Ampelüberwege blockieren.

Lime: 98 Prozent verhalten sich regelkonform

Lime behauptet, dass sich 98 Prozent der Kunden regelkonform verhielten. General-Manager Jashar Seyfi sagt, man haben sich entschieden, die Kundschaft für Fehler haftbar zu machen, „um den verbleibenden Anteil an falsch abgestellten E-Scootern und Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zu minimieren“. Das sei „Teil unserer Zusammenarbeit mit den Städten und Behörden“.

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