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Ehrenamtspreise in Buchholz-Kleefeld: Bezirksrat ehrt Helfer der Kleiderkammer im Roderbruch

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12:11 27.12.2019
Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld zeichnet die Ehrenamtlichen der Kleiderkammer im Roderbruch aus. Quelle: Gabi Stief
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Buchholz-Kleefeld

Sie gründen Heimatvereine, kümmern sich um Flüchtlingskinder, leiten einen Chor oder ein Seniorencafé – ein Stadtteil lebt vom ehrenamtlichen Engagement. So sieht es jedenfalls der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld. Seit mehr als zehn Jahren verleihen die (ehrenamtlichen) Politiker kurz vor Weihnachten gleich zwei Preise an vorbildliche Ehrenamtliche. Den diesjährigen Bürgerpreis über 500 Euro erhielt Nicole Krüger. Die Groß-Buchholzerin ist Gründerin einer Stiftung namens Lost Voices, die sich für Menschen einsetzt, die an einer seltenen Krankheit namens ME/CFS leiden.

Nicole Krüger setzt sich mit der Stiftung Lost Voices für ME/CFS-Erkrankte ein. Quelle: Christian Behrens

Würdigung für Nicole Krüger: „Sie ist eine Kämpferin“

„Sie ist eine Kämpferin in eigener Sache und für andere“, lobte Bezirksbürgermeister Henning Hofmann die 46-Jährige anlässlich der Ehrung. Nicole Krüger war eine erfolgreiche Sportschützin, als sie 2005 schwer erkrankte. Erst drei Jahre später, nach einer Odyssee durch Kliniken und Praxen, traf sie in der Berliner Charité auf Ärzte, die ihr endlich bestätigten, dass sie keine eingebildete Kranke ist, sondern an ME/CFS, einer weitgehend unbekannten neuroimmunologischen Krankheit leidet.

Gerade einmal drei Stunden am Tag gelingt es Nicole Krüger, gegen die körperliche Erschöpfung anzukämpfen und aktiv zu bleiben. Jede Überanstrengung führt zu Muskelschmerzen; sie hat Schlaf- und Wortfindungsschwierigkeiten. Die Stiftung sorgt mit Spenden für eine bessere Versorgung von betroffenen Kranken in Deutschland.

Kleiderkammer ist jeden Dienstag geöffnet

Einen bewundernswerten Einsatz zeigen nach Ansicht des Bezirksrats und des Integrationsrats auch die sieben Mitglieder der Kleiderkammer im Roderbruch. Das Team, das jeden Dienstagnachmittag ab 14 Uhr in einer ehemaligen Garage an der Buchnerstraße Kleider-, Schuh- und Hausratspenden verteilt, wurde mit dem Integrationspreis 2019 ausgezeichnet.

Das Projekt wurde im ehemaligen Oststadtkrankenhaus gegründet, als noch Hunderte Flüchtlinge dort lebten. Nach Auflösung der Notunterkunft entschied das Kleiderkammerteam weiterzumachen. Dank Unterstützung des Wohnungsbauunternehmens Gundlach und dank „gemide“, dem Verein „für gesellschaftliches Engagement von Migrantinnen, Migranten und Deutschen“, waren Ende 2017 auch ein mietfreier Ort und ein neuer Träger gefunden. Der Kundenkreis, der stetig wächst, ist allerdings nicht mehr der alte: Die Besucher werden weder nach Herkunft noch nach Bedürftigkeit gefragt.

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Von Gabi Stief

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