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Aus der Stadt Einigung im Ihme-Zentrum: Geht die Sanierung jetzt voran?
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Einigung in Hannovers Ihme-Zentrum: Gesellschaft von Lars Windhorst investiert nach Vergleich 50 Millionen Euro: Geht die Sanierung jetzt voran?

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20:41 15.01.2020
Die Sockelgeschosse sind in einem weitgehend ruinösen Zustand. Jetzt hat sich der Haupteigentümer zur Sanierung auch gerichtlich verpflichtet. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Die Weichen sind gestellt: Am Mittwochabend hat die Eigentümergemeinschaft im Ihme-Zentrum einem gerichtlichen Vergleich zugestimmt, in dem sich die Gesellschaft des Haupteigentümers Lars Windhorst zu einer Sanierung der ruinösen Sockelgeschosse verpflichtet. „So weit waren wir noch nie im Ihme-Zentrum“, sagte Verwaltungsbeiratssprecher Jürgen Oppermann erfreut, der den Kompromiss federführend ausgehandelt hat.

Klage sollte zu Sanierung im Ihme-Zentrum zwingen

Der Schachzug war geschickt: Eine Wohnungseigentümerin hatte darauf geklagt, dass der Haupteigentümer, dem die Gewerbeflächen in den Basisgeschossen gehören, nach Jahren des Stillstands endlich Ordnung in seine Bausubstanz bringen solle, damit nicht alle 550 Wohnungseigentümer leiden müssen. Die Gewerbeareale sind in den vergangenen Jahren von einem Investor zum nächsten durchgereicht worden – ihr Zustand wurde dabei nicht besser, sondern immer schlechter.

„Sehr konstruktiv“ gearbeitet

Als das Amtsgericht signalisierte, dass die Chancen der Klägerin nicht schlecht stünden, haben sich die wesentlichen Beteiligten mit den Vertretern des aktuellen Haupteigentümers Lars Windhorst an einen Tisch gesetzt. „Sehr konstruktiv“ sei gearbeitet worden, sagt Immobilienverwalter Torsten Jaskulski.

Gewerbeeigentümer zahlen 50 Millionen Euro – mindestens

Im alten Gasometer von Enercity an der Glocksee tagte am Mittwochabend die Eigentümerversammlung des Ihme-Zentrums. Quelle: Conrad von Meding

Der Vergleich sieht jetzt vor, dass die Gewerbeeigentümer 50 Millionen Euro Sonderumlage zahlen, um davon die Sockelgeschosse mit Handels-, Büro- und Parkarealen wieder in Ordnung zu bringen. Die Summe ist ein Mindestbetrag – wenn mehr benötigt wird, darf nachgefordert werden. Über die Bauabfolge entscheidet zwar die Gemeinschaft, man hat sich aber darauf geeinigt, auf die Zeitpläne des Haupteigentümers Rücksicht zu nehmen, der nach eigenem Bekunden ohnehin hohe Millionenbeträge investieren will. Sowohl Windhorst wie auch sein örtlicher Vertreter Carsten Grauel hatten mehrfach betont, im Ihme-Zentrum Schluss mit dem Niedergang machen zu wollen, weil man nur mit einer ordentlichen Immobilie Geld verdiene.

Trifft es auch die Kleinen?

Allerdings wurde während der Versammlung auch klar, dass der Vergleich hohe Kosten für mehrere Kleineigentümer bedeuten kann. Zwar sind alle Wohnungseigentümer freigestellt, weil sie in ihre Gebäudeteile kontinuierlich investiert haben. Aber alle Gewerbeeigentümer müssen anteilig für ihre Flächen zahlen, etwa für die Kneipe Elena an der Blumenauer Straße, das Kampfsportstudio an der Ihme-Passage, für den Briefmarkenladen, für die städtische Kitafläche oder auch für die vom Verein Zukunftswerkstatt genutzte Büroetage.

Dem Vernehmen nach wird es sich wohl jeweils um fünfstellige Beträge handeln. In der nächsten Woche solle darüber verhandelt werden, was auf diese Kleineigentümer zukommt und wie Härten abgefedert werden, sagt Jaskulski. Er lobte, dass das Klima bei der Versammlung „so gut wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit“ gewesen sei.

98 Prozent für Vergleich

Die Abstimmung ging mit rund 98 Prozent der Stimmanteile zugunsten des Vergleichs aus. Wenn das Ergebnis im Nachhinein von keinem der Eigentümer angefochten wird, könnte das Ihme-Zentrum an diesem Tag seiner Revitalisierung erheblich näher gekommen sein.

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Von Conrad von Meding

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