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Aus der Stadt Engenser Schützen droht Bußgeld – Politiker sind empört
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Engenser Schützen droht Bußgeld – Politiker sind empört

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18:53 30.07.2019
Stillgestanden: Die Schützen stoppen bei Ihrem „Spaziergang“ an der roten Fußgängerampel – mit Musik natürlich. Quelle: Thomas Oberdorfer
Hannover

Schützen, die ihren traditionellen Umzug an einer roten Ampel unterbrechen müssen – der mangels Genehmigung zum „Spaziergang“ geschrumpfte Ausmarsch der Schützen im Burgwedeler Ortsteil Engensen schlägt auch nach Tagen noch Wellen. Von einer „Realsatire“ sprach am Dienstag CDU-Regionsfraktionschef Bernd Schlossarek. „Der ganze Vorgang ist zum Schießen.“ Den Engenser Schützen droht ein Bußgeld wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit.

Was war geschehen?

Wie jedes Jahr hatten die Schützen Genehmigungsanträge für drei Umzüge bei der Region Hannover gestellt – aber die Verkehrsbehörde erlaubte nur einen der geplanten Märsche.

Zwei weiteren Umzügen versagte die Region die Genehmigung aus formalen Gründen. Die Schützen hatten einen Fehler gemacht, den Holger Laue, der zweite Vorsitzende des Vereins auch eingeräumt hat: Der Schützenverein hatten die Anträge an eine falsche Nummer im Regionshaus gefaxt, darum landeten sie zu spät beim zuständigen Bearbeiter. Frist versäumt, Antrag abgelehnt.

„Spaziergang“ statt Ausmarsch

Ein Schützenfest mit nur einem Umzug – damit wollten sich die Schützen nicht zufriedengeben und deklarierten die Ausmärsche am Sonnabend und Sonntag kurzerhand zu „Spaziergängen“ um. Statt über gesperrte Straßen marschierten die Schützen auf einem Feldweg und dann weiter auf den Bürgersteigen durch den Ort.

Inoffizieller Höhepunkt der „Spaziergänge“: Das Überqueren der Hauptstraße am Fußgängerüberweg. Die Schützen hielten ihren Umzug an, als die Fußgängerampel Rot zeigte, und zogen erst weiter, als Grün war. Alles ordnungsgemäß, könnte man meinen.

Die Engenser Schützen marschieren auf dem Bürgersteig. Quelle: Thomas Oberdorfer

Das sahen aber die Beamten der Polizeidirektion Hannover anders. Aus „gefahrenabwehrrechtlichen Gründen“, sagte Polizeisprecherin Antje Heilmann, seien Beamte vor Ort gewesen und hätten einen Bericht an die zuständige Verkehrsbehörde der Region Hannover gefertigt. „Da die nötige Erlaubnis für die Durchführung einer Veranstaltung auf öffentlicher Verkehrsfläche nicht vorlag“, sei das der übliche Gang der Dinge. „Zu welchem Ergebnis die Region Hannover kommt, liegt nicht in unserer Hand.“

Region sucht eine Lösung

Die Region wiederum sucht nach einer Lösung, wollte am Dienstag aber nicht erklären, wie die aussehen könnte. „Die Situation ist relativ verzwickt“, sagte Sprecher Klaus Abelmann. Man sei interessiert am Erhalt des Brauchtums und spreche darum mit Polizei und Region.

Kann man die Sache nicht im Sinne des Brauchtums einfach fallen lassen? So sehen es einige Politiker in Stadt und Region: „Ich wüsste gar nicht, warum man das verfolgen sollte“, sagte CDU-Fraktionschef Schlossarek. Silke Gardlo von der SPD formuliert es etwas zurückhaltender: „Ich gehe stark davon aus, dass die Region mit Augenmaß handeln wird.“

Patrick Döring, Hannovers FDP-Chef, erklärte, Polizisten und Regionsmitarbeiter sollten ihre Aufmerksamkeit eher auf den Raschplatz, den Marstall oder den Weißekreutzplatz richten.

 

Das ganz einfach zu vergessen ist aber offenbar nicht ganz so einfach: „Klar ist auch: Es gab keine Genehmigung für die Nutzung des Straßenraums“, sagt Abelmann. „Unser Ziel ist aber: Die Schützen sollen nicht übermäßig leiden und in Zukunft wieder ordentlich marschieren dürfen.“

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Von Karl Doeleke und Thomas Oberdorfer

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