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Aus der Stadt Gewehre und Nazi-Orden in Wohnung: Polizei nimmt 29-Jährigen fest
Hannover Aus der Stadt Gewehre und Nazi-Orden in Wohnung: Polizei nimmt 29-Jährigen fest
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16:42 03.04.2019
Die Polizei hat bei einer Wohnungsdurchsuchung unter anderem 51 Schusswaffen gefunden und beschlagnahmt. Quelle: Pressefoto Polizei
Hannover

Überraschende Funde im Zimmer eines jungen Mannes: Die Polizei hat in Hannover-Stöcken bei einer Wohnungsdurchsuchung in einem Mehrfamilienhaus im Zimmer eines 29-Jährigen ein Waffenlager mit insgesamt 51 illegal aufbewahrten Schusswaffen und Munition gefunden. Außerdem wurden in der Stöckener Wohnung auch noch rund 100.000 Euro Bargeld sowie unterschiedliche Orden und Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt. Der 29-Jährige setzte sich laut Polizei bei seiner Festnahme heftig zur Wehr. Ein Richter ordnete umgehend Untersuchungshaft an. Gegen den 29-Jährigen wird nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund liegen der Polizei derzeit nicht vor.

Verdacht auf Verstoß gegen Waffengesetz besteht seit Februar

Wie die Polizei jetzt mitteilt, war das Waffenlager in der Stöckener Wohnung bereits am vergangenen Freitag ausgehoben worden. Ursprünglich galten die Ermittlungen jedoch dem 53-jährigen Vater und Inhaber der Wohnung. Laut Polizei soll dieser zuvor über ein Internetportal versucht haben, sich eine scharfe Pistole zu bestellen. Mitte Februar hatten Ermittler deshalb ein Verfahren wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet. Ein Durchsuchungsbeschluss sei dann am Freitag umgesetzt worden, teilt die Polizei mit.

Auch 16 Gewehre und drei Maschinenpistolen werden gefunden

Die Polizei hat bei einer Wohnungsdurchsuchung scharfe Schusswaffen gefunden und beschlagnahmt. Quelle: Pressefoto Polizei

Vor der Wohnungsdurchsuchung hatten die Ermittler den 53-Jährigen auch in der Nähe des Mehrfamilienhauses angetroffen. In seiner Wohnung traf die Polizei dann auf dessen 29-jährigen Sohn. Dieser hielt sich nach bisherigen Erkenntnissen offenbar dauerhaft in der Wohnung in einem eigenen Zimmer auf, ohne jedoch dort auch offiziell gemeldet zu sein. Bei der Durchsuchung und weiteren Ermittlungen wurde nach Angaben der Polizei deutlich, dass nicht der 53-jährige Vater, sondern sein Sohn versucht hatte, im Internet eine Waffe zu bestellen. In seinem Zimmer wurden insgesamt 51 Schusswaffen gefunden – mehrheitlich scharfe Waffen, aufbewahrt ohne die dafür erforderlichen Lizenzen. Außer 16 Gewehren, drei Maschinenpistolen, 17 Pistolen, acht Revolvern und sieben Signalwaffen beschlagnahmte die Polizei auch mehrere Kilogramm Munition unterschiedlichen Kalibers sowie militärische Nebeltöpfe.

Verdächtiger bewahrt große Mengen Bargeld und Nazi-Orden auf

Gefunden wurden aber nicht nur Waffen: Gelagert hatte der 29-Jährige in seinem Zimmer auch rund 100.000 Euro Bargeld, mehrere Nazi-Orden, Bilder und Ehrenzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus sowie mehrere Laptops. Woher das gefunde Bargeld stammt, steht laut Polizei bislang noch nicht fest. Auch die Überprüfung der gefunden Waffen und ihrer Herkunft dauern demnach noch an.

Heftiger Widerstand bei der Festnahme

Verantworten muss sich der junge Mann aber in jedem Fall auch wegen seines Widerstandes gegen die Polizei. Beim Betreten seines Zimmers habe sich der 29-Jährige massiv zur Wehr gesetzt, berichtet die Polizei. Einen 53-jährigen Ermittler schlug er mit der Faust ins Gesicht, bevor er schließlich überwältigt und festgenommen werden konnte.

Von Ingo Rodriguez

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